Im Streit um ein von Daimler genutztes Auto-Kältemittel will die EU-Kommission schlichten. Die Brüsseler Behörde erklärte am Dienstag, sie wolle eine Überprüfung verschiedener Tests durch eigene Wissenschaftler anbieten. Das soll bei Autobauern und verunsicherten Verbrauchern für Klarheit sorgen.
Daimler setzt das für Neuwagen in Europa weitgehend verbotene Mittel R134a weiterhin in seinen Klimaanlagen ein und stützt sich dabei auch auf Typgenehmigungen des Kraftfahrtbundesamtes. Der Autobauer beruft sich auf firmeneigene Tests, bei denen die EU-konforme Alternative mit dem Namen R1234yf Feuer gefangen habe. Mittlerweile überprüft auch das Kraftfahrtbundesamt die Sicherheit der Chemikalie. In Frankreich beschäftigt der Streit um einen Verkaufsstopp die Gerichte.
Um Klarheit in der Kontroverse der Experten zu schaffen, will die EU-Kommission nun ihren hauseigenen wissenschaftlichen Dienst zur Überprüfung der jeweiligen Testergebnisse zur Verfügung stellen. Der Dienst "könnte technische und wissenschaftliche Unterstützung liefern, falls die beteiligten Parteien nicht zu übereinstimmenden Einschätzungen der Testverfahren und -ergebnisse kommen", bestätigte ein Sprecher. Dabei gehe es um Tests des Kraftfahrtbundesamtes, des internationalen Ingenieursverbandes SAE und der Hersteller.
KBA-Untersuchung abwarten
"Das Hauptziel wird sein, Hersteller und Verbraucher zu versichern, dass alles getan wurde, um Objektivität und Transparenz bei der Risikobewertung sicherzustellen", sagte der Sprecher. Es gehe darum, die Methodik nachzuvollziehen, nicht um eigene Tests der EU-Kommission. Zunächst wolle die Behörde allerdings die Ergebnisse der Untersuchungen des Kraftfahrtbundesamts und von Daimler abwarten. (dpa)
egon sunsamu