Sachsens Wirtschaftsminister Dirk Panter (SPD) hat die VW-Führung aufgerufen, in Kooperation mit chinesischen Herstellern für eine bessere Auslastung der VW-Werke in Deutschland zu sorgen. Mit Partnern, mit denen Volkswagen bereits in China zusammenarbeitet, könnten hierzulande Autos für den europäischen Markt produziert werden, sagte er bei einem Besuch in der Zwickauer Autofabrik. "Wir sind offen für Ideen, aber nicht für einen Ausverkauf."
Bei den Mitarbeitern nicht nur in Zwickau wächst die Sorge um die Zukunft ihrer Arbeitsplätze. Einem Bericht des "Manager Magazins" zufolge will der VW-Konzern seinen Sparkurs verschärfen. Von weltweit 100.000 Jobs ist die Rede, die wegfallen sollen. Zudem soll vier deutschen Werken das Aus drohen: außer Zwickau auch den Standorten Hannover, Emden und Neckarsulm.
Betriebsrat: ID.9 Era in Zwickau produzieren
Beschäftigte von Volkswagen in Zwickau äußern sich frustriert. "Man fühlt sich verraten und verkauft", sagt ein Mitarbeiter vor dem Werkstor. Bei vielen Kolleginnen und Kollegen wachse die Angst um die Zukunft.
Betriebsrat Mike Rösler verwies auf die hohe Flexibilität und Einsatzbereitschaft der Belegschaft. Diese arbeite derzeit mit Sonderschichten und Schichtverlängerungen 39 statt der eigentlichen 35 Wochenstunden. Würde das Fahrzeugwerk voll ausgelastet, könnte es mit Produktionskosten in Tschechien oder Polen problemlos mithalten, erklärte Rösler.
Der Betriebsrat mahnte zudem, Modelle, die bisher nur in China gebaut werden, nach Deutschland zu holen. Als Beispiel nannte Rösler den SUV ID.9 Era. "Ein solches Modell können wir gut hier in Zwickau für unseren Markt fertigen."
In Zwickau werden ausschließlich Elektroautos produziert. Dort sind derzeit rund 8.000 Menschen beschäftigt.