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Volkswirte: Konjunktur weiter auf Achterbahnfahrt

Infolge der Corona-Krise befürchten Forscher 2021 eine Insolvenz-Welle.
© Foto: Markus Bormann / stock.adobe.com

Die Corona-Krise hat die deutsche Wirtschaft weiter im Griff. Volkswirte erwarten zum Start ins Jahr 2021 erst einmal eine schwächere Phase, ehe es zur Jahresmitte aufwärts gehen könnte - wenn die Impfung das Virus einigermaßen eindämmen kann.


Datum:
25.01.2021
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von Michael Donhauser/dpa

Die Konjunktur hat ihre Achterbahnfahrt aus dem Jahr 2020 beim Start in das Jahr 2021 fortgesetzt. Volkswirte führender Finanz- und Wirtschaftsinstitute befürchten eine weitere Durststrecke im ersten Quartal, bevor eine Erholung einsetzen könnte, wie eine Umfrage der Deutschen Presse-Agentur ergab. "2021 dürfte zwar ein Jahr der wirtschaftlichen Erholung werden, allerdings wird sich die Lage auf kurze Sicht erst noch einmal deutlich verschlechtern, bevor die Wirtschaft auf einen nachhaltigen Erholungspfad zurückkehrt", sagte Katharina Utermöhl von der Allianz-Gruppe.

"Die Verlängerung und Verschärfung des Lockdowns verlangt Bürgern, Beschäftigten und Unternehmen noch einmal ein hohes Maß an Akzeptanz und Durchhaltevermögen ab", sagte Fritzi Köhler-Geib, Chefvolkswirtin der staatlichen Bankengruppe KfW. "Das stellt viele auf eine harte Probe." Der gegenwärtige Lockdown werde sich auf die Gesamtwirtschaft allerdings voraussichtlich weit weniger gravierend auswirken als der Lockdown im vergangenen Frühjahr.

Die Volkswirte setzen voll auf die Impfung als wirksamstes Mittel zur Eindämmung der Corona-Pandemie - trotz der derzeitigen Lieferengpässe beim Impfstoff. "Die Möglichkeit einer Impfung großer Bevölkerungsteile im Jahresverlauf eröffnet die Perspektive, die Pandemie bis zum Sommer so weit einzudämmen, dass sie die Wirtschaft nur noch wenig beeinträchtigt", sagte Köhler-Geib. "Wenn die Impfung in Schwung kommt und allmählich wärmeres Wetter einsetzt, dürfte eine kräftige, spürbare Konjunkturerholung einsetzen", sagte auch Marc Schattenberg, Volkswirt bei der Deutsche-Bank-Gruppe.

Drei Prozent Wachstum für 2021 erwartet

Die Nürnberger Volkswirtschafts-Professorin und Mitglied im Sachverständigenrat der Bundesregierung, Veronika Grimm, geht von einem Wachstum nur noch wenig über drei Prozent für 2021 aus. Schattenberg hofft auf "eine Vier vor dem Komma". Alles sei aber vom Pandemieverlauf und dem Impfprogramm abhängig. "Die Erholung wird im Winter pausieren und sich erst fortsetzen, wenn Lockerungen abzusehen sind", sagte Grimm.

Gegenwärtig sei die Industrie mit ihrem positiv verlaufenden Exportgeschäft wenig betroffen. Dies könne sich aber ändern, wenn Grenzen geschlossen würden. "Alles was Grenzschließungen betrifft, kann zu einem signifikanten Einbruch führen. Die Effekte sind schwer abzuschätzen, oft reichen kleine Störungen der internationalen Lieferketten aus, um größere Teile der Industrie stillzulegen", sagte Grimm.

KfW-Chefvolkswirtin Köhler-Geib glaubt auch an positive Signale für den Arbeitsmarkt. Die Zahl der Erwerbstätigen könnte mit 44,9 Millionen wieder leicht höher liegen als im Krisenjahr 2020, auch die Arbeitslosenquote dürfte leicht zurückgehen. "Das umfangreiche Stimulus-Programm in den USA wird auch in Europa und in Deutschland zu spüren sein", sagte Grimm.

Experten befürchten eine Insolvenzwelle

Einig sind sich die Volkswirte in ihrer Befürchtung, dass es zu einer größeren Zahl von Insolvenzen kommen könnte. Allianz-Volkswirtin Utermöhl sprach von einer "Insolvenzwelle", die im zweiten Halbjahr, nach dem Auslaufen staatlicher Stützungsmaßnahmen, möglich sei. Die Wirtschaftsweise Veronika Grimm glaubt zwar an eine Erhöhung der Zahlen, hofft aber, dass die Welle nicht zu groß werden wird. "Ich würde vermuten, dass wir Insolvenzen sehen werden und dass es auch zu Bewegungen am Arbeitsmarkt kommt", sagte sie mit Blick etwa auf den Einzelhandel in den Innenstädten.

"Es wird durchaus Verhaltensanpassungen geben, in den Innenstädten wird nicht alles wieder so werden, wie es war", sagte sie in Bezug auf das Kaufverhalten der Menschen. "Die Frage wird sein: Wie stellen sich die Kommunen auf den Strukturwandel in den Innenstädten ein?"

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