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Kommentare () Kommentare (0) 06.06.2019

Quartals-Analyse der Autoindustrie

Mehr Umsatz, weniger Absatz

Quartals-Analyse der Autoindustrie
Mehr Umsatz, weniger Absatz
Das zweite Quartal in Folge fallen weltweit die Pkw-Absätze.
© Foto: picture alliance/Wang Jianmin/Imaginechina/dpa

Nach der Quartals-Analyse "Automotive Quarterly" von Arthur D. Little steigen die Umsätze internationaler Autobauer weiter leicht an, der Absatz fällt allerdings weltweit.

Die Strategie- und Innovationsberatung Arthur D. Little hat den aktuellen "Automotive Quartery" veröffentlicht, eine Analyse der Ergebnisse verschiedener Hersteller im ersten Quartal 2019.

Insgesamt steigen die Umsätze der Autobauer weiter (plus 2,2 Prozent), jedoch zeigen sich zwei Gruppen von Herstellern: Einerseits lassen die deutschen Premiumhersteller teilweise deutlich Federn, andererseits können die amerikanischen und asiatischen Hersteller zulegen. Grund dafür kann auch die Zurückhaltung auf dem chinesischen Markt sein – vor allem deutsche Premiumhersteller sind dort stark exponiert. Am stärksten verliert Audi (minus 9,9 Prozent) zum Vorjahr.

Bereits im zweiten Quartal in Folge fallen weltweit die Pkw-Absätze, alle Teilmärkte liegen unter dem ersten Quartal 2017. Europa harrt verschiedener Brexit-Szenarien. Hier fällt der Markt um 2,1 Porzent verglichen mit dem Vorjahresquartal. Während der deutsche Markt stagniert und die osteuropäischen Märkte leicht wachsen, wird vor allem im Westen und Süden wieder weniger abgesetzt. In Nordamerika fallen die Absätze 3,1 Prozent unter das Niveau des ersten Quartals 2018. Der chinesische Markt notiert deutlich unter dem Vorquartal (minus 19,9 Prozent) und fällt auch im Jahresvergleich rapide (minus 13,9 Prozent)

Die EBIT-Margen der betrachteten Hersteller liegen 1,4 Prozentpunkte (PP) unter dem Vorjahresniveau von 6,3 Prozent in den Pkw-Sparten. Besonders starke Veränderungen zeigen sich bei Audi und BMW: Während BMW (minus 11,3 PP) aufgrund einer Rückstellung für die erwartete Wettbewerbsstrafe der EU-Kommission einen operativen Verlust von minus 1,6 Prozent ausweist, kann Audi nach zwei schlechten Quartalen wieder an die Spitze aufsteigen. Mit acht Prozent sind die Ingolstädter in ihrem operativen Zielkorridor und verdienen relativ betrachtet mehr als alle anderen Hersteller. 

Die Kennzahl "F&E-Quote" gibt das Verhältnis der von den Herstellern berichteten Forschungs- und Entwicklungsausgaben zum Umsatz an. Festhalten lässt sich, dass die F&E-Investitionen im langfristigen Trend ansteigen. An der Spitze steigert Audi die F&E-Quote um 2,2 Prozentpunkte (PP) auf ein ähnliches Niveau wie 2017. Die absoluten Ausgaben legen gar 25 Prozent über dem Vorjahreswert, der allerdings mit 863 Millionen Euro krisenbedingt niedrig war.

Bei der Produktivität, den Fahrzeug-Auslieferungen im Verhältnis zur Belegschaft, liegt unter den deutschen OEMs BMW in der Zweijahreswertung an der Spitze - gefolgt von Audi. Die Ingolstädter haben das geringste Personalwachstum der beobachteten Hersteller und steigern den Produktivitätswert. BMW hingegen verliert auf Zweijahressicht leicht an Produktivität und landet bei 4,9 ausgelieferten Fahrzeugen je Mitarbeiter.

Die regelmäßig berichteten Kenngrößen über die deutschen OEMs sowie eine Referenzgruppe internationaler Hersteller basieren auf veröffentlichten Finanzberichten sowie teilweise auf ergänzenden Quellen und Analysen.

Wo bleibt das Carbon-Auto?

Neben der quantitativen Branchenanalyse wagen die Experten von Arthur D. Little auch einen Blick auf den Einsatz von Carbon im Automobilbau. Das Material galt noch vor fünf Jahren als wichtiger Werkstoff der Zukunft, ein nachhaltiger Durchbruch blieb aber aus. Aktuell werden Carbon-Verbundstoffe nur in hochpreisigen Automobilsegmenten mit geringer Stückzahl wirtschaftlich bleiben. Daneben bestehen Anwendungsmöglichkeiten bei Druckbehältern. Innerhalb der nächsten fünf Jahre erwarten die Experten durch neue Technologien und massive internationale Investments "disruptive Veränderungen" in der Wertschöpfungskette. Obwohl das "End Game" noch nicht in Sicht sei, benötigten Zulieferer Kompetenz im Engineering, Partner-Netzwerke und innovative Produktkonzepte für die kommende Marktdynamik. (AH)

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