In memoriam: Peter Brodt verstorben

12.10.2026 05:38 Uhr | Lesezeit: 4 min
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Peter Brodt am 29. April 2008 bei einer Branchen-Podiumsdiskussion.
©Foto: Walter K. Pfauntsch

Der langjährige Chef-Sachverständige der Württembergischen Versicherung, Dipl.-Ing. Peter Brodt, ist am 1. Oktober im Alter von 84 Jahren verstorben. Über viele Jahre übte Brodt auch das Amt des Vizepräsidenten beim Sachverständigenverband ZAK e.V. aus. Michael Frank, der dieselbe Funktion heute beim ZAK inne hat, überbrachte unserer Redaktion vergangene Woche die Nachricht vom Ableben seines Verbands-Vorgängers.

"Peter Brodt hat die Schadenwelt mit seiner Dominanz und seinem Ehrgeiz geprägt. Auch seine Tätigkeit beim ZAK war ein Meilenstein. Er war in der Schadenwelt weithin bekannt", sagte Michael Frank, der seit fast 35 Jahren der Württembergischen Versicherung AG als Kfz-SV angehört und Peter Brodt noch aus gemeinsamen Zeiten bestens kennt. 

Experte für Lackschichtdicken und Unfallgutachten

Peter Brodt befasste sich in seiner beruflichen Praxis unter anderem mit der Qualifikation und Weiterentwicklung von Systemen zur Lackschichtmessung, die für Kfz-Bewertungen sowie gerichtliche Unfallgutachten eingesetzt werden. Bei der Württembergischen Versicherung übte er viele Jahre das Amt des Chef-Sachverständigen aus. In dieser Funktion gehörte er insbesondere vor rund zwei Jahrzehnten (Anfang der 2000er-Jahre) zu den maßgeblichen Treibern und Protagonisten, die im Schulterschluss mit anderen großen Versicherern eine neue, geordnete Regulierung von Hagelschäden im Kfz-Bereich auf den Weg brachten.

Assekuranz und Sachverständigen-Szene in Trauer

Neben seinen ehemaligen Kollegen bei der Württembergischen Versicherung trauern auch die Zertifizierten und Anerkannten hauptberuflichen Kfz-Sachverständigen, die sich innerhalb des ZAK e.V. sowohl aus freiberuflichen, als auch bei Versicherungen und Verbänden angestellten Kollegen zusammensetzen, um ihren früheren Vizepräsidenten. Am 1. Oktober verstarb mit Dipl.-Ing. Peter Brodt eine ihrer bekanntesten Persönlichkeiten nach langer, schwerer Krankheit im Alter von 84 Jahren. 

Brodt baute die Kfz-SV-Organisation der Württembergischen bereits im vergangenen Jahrhundert zügig und sukzessive aus. Einen großen Schwerpunkt legte er dabei auf den Bereich der eindeutigen Schadenerkennung, Schadenhöhenfeststellung und richtigen Instandsetzungsmethodik. Er war ein früher Verfechter des Instandsetzens statt Erneuerns ("I vor E").

Im Kollegen-Schulterschluss zur "Hagel-Neuordnung"

Peter Brodt konnte auch streitbar sein, wenn es um wichtige Dinge ging, so etwa in den Jahren vor und nach dem Millennium: Zu dieser Zeit gab es neben der 1999 vom AZT-Karosseriebeirat verabschiedeten "Kalkulationstabelle für nachlackierungsfreies Ausbeulen" nur eigene Abrechnungssysteme der Schadendienstleister. Während also die Allianz für sich eine Basis hatte, die deren damaliger Chef-SV Gerd Hoop vehement verteidigte, herrschte im übrigen Markt bis Anfang 2004 Preis-Wildwuchs.

Halbwegs beruhigt hatte sich der Markt hierzulande erst nach dem 22. April 2004, als auf Treiben vor allem der in der Benutzergemeinschaft Audatex (BGA) zusammenarbeitenden Versicherer "Hagelexpert" als zusätzliches Abrechnungstool offiziell zur Anwendung kam. Hagelexpert-Protagonisten und wesentliche Treiber für eine neue, geordnete Hagelschaden-Regulierung waren seinerzeit neben Peter Brodt auch seine Chef-SV-Kollegen Jürgen Wustmann (DEVK), Peter Vogt (Zurich), Bernd Strunz (WGV), Bruno Feld (AXA), Andreas Lehrenfeld (Gerling), Heinz Deus (Concordia), Wolfgang Kroner (Sparkassen Versicherung), Kay Taudien (Provinzial Nord), Manfred Wittke (VHV) und andere. Deren Errungenschaften, die im Schulterschluss mit den großen Dienstleistern und Tool-Entwickler Audatex vor fast zwei Jahrzehnten erkämpft wurden, haben grundsätzlich bis heute Bestand.

Der SchadenBusiness-Redaktion von AUTOHAUS war Peter Brodt seit den 1990er Jahren ebenfalls eng und freundschaftlich verbunden. Unsere aufrichtige Anteilnahme gebührt deshalb ausdrücklich seiner gesamten Familie! 

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