Immer mehr Microcars auf den Straßen: Private Unfallversicherung schließt wichtige Lücke

31.08.2026 05:38 Uhr | Lesezeit: 4 min
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Immer beliebter auf deutschen Straßen: Microcars, oder auch Mopedautos genannt, sind mit maximal 45 km/h unterwegs.
© Foto: HUK-Coburg

Immer öfter tuckeln sogenannte Microcars mit maximal 45 km/h über unsere Landstraßen. Genauso regelmäßig bilden sich hinter diesen Gefährten, die auch "Mopedautos" oder Leichtkraftfahrzeuge genannt werden, Staus von anderen Verkehrsteilnehmern, die eigentlich schneller fahren, aber oft nicht überholen können. Was steckt hinter den Kleinstmobilen und worauf sollte beim Versicherungsschutz geachtet werden?

Microcars verbinden Eigenschaften von Pkw und Moped: Sie haben vier Räder, einen großen Geschwindigkeitsaufkleber auf dem Heck, maximal zwei Sitzplätze, ein Dach und bieten Schutz vor Wind und Wetter, sind aber deutlich kleiner und leichter als klassische Autos. Sie dürfen maximal 45 km/h fahren und lassen sich bereits mit der Führerscheinklasse AM bewegen – in Deutschland ab 15 Jahren.  

Beliebte Alternative zum Moped

Gerade für Jugendliche auf dem Land können Microcars eine praktische Lösung sein. Wo der öffentliche Nahverkehr nur eingeschränkt verfügbar ist, schaffen sie zusätzliche Flexibilität auf dem Weg zur Schule oder zum Ausbildungsplatz. Gleichzeitig punkten sie mit niedrigen Betriebskosten, geringem Verbrauch und ihrer kompakten Bauweise. Kein Wunder also, dass sich immer mehr junge Menschen für ein Microcar statt für ein klassisches Moped entscheiden.  

Dieser Trend zeigt sich auch in den Vertragszahlen der HUK-Coburg: "Microcars haben sich von einer Nischenlösung zu einem festen Bestandteil im Straßenbild entwickelt. Das spiegelt sich klar in unseren Zahlen wider: Allein im letzten Jahr ist unser Bestand in diesem Segment um fast ein Drittel gestiegen“, sagt Michael Müller, Leiter der Abteilung Kraftfahrtversicherung bei der HUK-Coburg.

Wo die Risiken liegen

Mit der zunehmenden Nutzung auf Überlandstrecken rückt die Verkehrssicherheit stärker in den Fokus. Da Microcars maximal 45 km/h schnell sind, werden sie von anderen Verkehrsteilnehmern häufig unterschätzt. Die kompakte Bauweise und die Ähnlichkeit zu einem Pkw können dazu führen, dass nachfolgende Fahrzeuge die Geschwindigkeit falsch einschätzen. Riskante Überholmanöver oder zu geringer Abstand können die Folge sein.  

Hinzu kommt: Ein Microcar verfügt nicht über dieselben Sicherheitsreserven wie ein Pkw. Unter anderem fehlt die bei größeren Fahrzeugen übliche Knautschzone, wodurch sich Unfälle für die Insassen gravierender auswirken können als in einem klassischen Auto. Wer ein Microcar fährt, sollte deshalb vorausschauend unterwegs sein.

Wie wird ein Microcar versichert?

Bei der Versicherung orientieren sich Microcars am Moped: Statt eines klassischen Kfz-Kennzeichens erhalten die Fahrzeuge ein Versicherungskennzeichen, das direkt bei der Versicherung erhältlich ist und jährlich, jeweils zum 1. März, erneuert werden muss. Damit ist die gesetzlich vorgeschriebene Kfz-Haftpflicht abgedeckt, also Schäden, die man mit dem Microcar bei anderen verursacht. Optional kann eine Teilkaskoversicherung abgeschlossen werden, die zusätzlich Schäden am eigenen Microcar abdeckt. Hier werden beispielsweise Schäden durch Diebstahl, Brand oder Hagel übernommen.

Private Unfallversicherung mitdenken

Ein wichtiger Punkt wird beim Blick auf den reinen Pflichtschutz oft übersehen: Die Kfz-Haftpflichtversicherung deckt Schäden ab, die Fahrerinnen und Fahrer anderen Personen zufügen, nicht aber eigene Verletzungen. Eine private Unfallversicherung schließt genau diese Lücke.

Unterm Strich gilt: Wer sich für ein Microcar entscheidet, profitiert von einem flexiblen und günstigen Fortbewegungsmittel, sollte aber sowohl im Straßenverkehr als auch beim Versicherungsschutz vorausschauend unterwegs sein.  

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