Mit der steigenden Zahl von Elektro- und Hybridfahrzeugen wachsen auch die Anforderungen an das Kfz-Handwerk im Umgang mit verunfallten Fahrzeugen. Eine neue, erstmals verbändeübergreifend abgestimmte Handlungsempfehlung schafft nun klare Orientierung für Abschleppdienste, Einsatzkräfte und insbesondere für Kfz-Betriebe, die Hochvolt-Fahrzeuge nach Unfällen übernehmen, prüfen und instand setzen.
Der Leitfaden wurde unter Federführung des Verbands der Automobilindustrie (VDA) gemeinsam mit zahlreichen Organisationen erarbeitet. Der Zentralverband Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK) brachte dabei nach eigenen Angaben gezielt die Praxiserfahrung aus Autohäusern und Werkstätten ein. Ziel war es, handwerksgerechte, rechtssichere und im Betriebsalltag umsetzbare Lösungen für den sicheren Umgang mit Elektrofahrzeugen zu etablieren.
"Von der Sicherung der Hochvolt-Batterie bis hin zur Quarantäne stellen Elektrofahrzeuge nach Unfällen besondere Anforderungen. Diese Handlungsempfehlung sorgt endlich für Klarheit, Sicherheit und verlässliche Abläufe", sagte ZDK-Präsident Thomas Peckruhn. "Entscheidend ist, dass alle Beteiligten entlang der Prozesskette wissen, was zu tun ist."
Der Leitfaden behandelt zentrale Fragen der Arbeitssicherheit, der Zuständigkeiten zwischen Feuerwehr, Abschleppdiensten und Werkstätten sowie die Anforderungen an Transport, Zwischenlagerung und Quarantäne potenziell beschädigter Hochvolt-Batterien. Berücksichtigt werden dabei sowohl der aktuelle Stand der Technik als auch geltende Vorgaben aus Arbeits- und Gefahrgutrecht.
Personal-Qualifikation im Fokus
Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der Qualifikation des Personals. Empfohlen werden unter anderem der konsequente Einsatz von Rettungsdatenblättern sowie eine strukturierte Fahrzeugübergabe nach Unfällen oder Bränden. Damit soll sichergestellt werden, dass Werkstätten verlässliche Informationen zum Zustand des Fahrzeugs und der Hochvolt-Komponenten erhalten.
"Für das Kfz-Handwerk ist dieser Leitfaden ein wichtiger Baustein, um Elektromobilität sicher und verantwortungsvoll zu bewältigen", so Peckruhn. Die Handlungsempfehlung ersetze zwar keine Schulungen, biete Betrieben jedoch eine praxisnahe Orientierung für den täglichen Umgang mit Elektrofahrzeugen.