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HB ohne Filter: Ladeinfrastruktur +++ Besondere Werbung +++ Friedenszeichen

© Foto: AUTOHAUS

Unabhängig, scharfsinnig, auf den Punkt: der aktuelle Wochenkommentar von AUTOHAUS-Herausgeber Prof. Hannes Brachat!

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Datum:
08.04.2022
Lesezeit: 
10 min

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Ladeinfrastruktur - Deutschland +++ Die besondere Spritspar-Werbung - Autoland +++ Die besondere Werbeidee: Reifen & Osterhase Besonderes Sponsoring - Weinseliges Mainfranken +++ Friedenszeichen im Schwarzwald

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Montag, 4. April 2022

Ladeinfrastruktur - Deutschland

Der VDIK hat in seinem neuen Magazin "ANTRIEB" eine sehr ansprechende Weltgrafik über die Durchdringung mit Elektrofahrzeugen aufgezeigt. Nachstehende Abbildung zeigt, dass in EU 27 der Anteil an Elektrofahrzeugen 18 Prozent ausmacht, davon neun Prozent reine BEV. In Deutschland beträgt der reine BEV-Anteil 14 Prozent, in Norwegen 65 Prozent. China kommt auf elf Prozent, die USA auf drei Prozent und Japan auf ein Prozent. Für Indien, Russland und Kanada liegen keine Daten vor. Wer die gegenwärtigen Energiezwänge anschaut, wird einräumen, dass es auch hinsichtlich der Stromversorgung eben auch für E-Fahrzeuge neben den langen Lieferzeiten zu einer weiteren Verunsicherung am E-Auto-Markt kommen wird.

E-Auto-Welt in Zahlen
© Foto: VDIK

Was sind aktuell die Vorbehalte für die Anschaffung eines E-Autos? Genannt werden vor allem Reichweite, Ladeinfrastruktur, Ladezeit und Anschaffungskosten. Dr. Armin Schirmer, mein Hochschulkollege in Geislingen, ging einer weiteren Spezies nach:, der aktuellen Situation bei der Ladeinfrastruktur.

Die Sorge, keine angemessene Ladeinfrastruktur vorzufinden, ist erheblich. Zum 1. März 2022 gab es in Deutschland 56.626 Ladepunkte (ohne die Supercharger von Tesla), 48.225 Normalladepunkte und 8.401 Schnellladepunkte. Die Normalladesäulen arbeiten mit Wechselstrom, der erst im Fahrzeug in Gleichstrom umgewandelt wird, während die deutlich schnelleren, aber aufwändigeren Schnellladesäulen den Wechselstrom in der Ladesäule in Gleichstrom umwandeln und dann das Auto schnell mit Gleichstrom laden.

© Foto: Bundesnetzagentur

Bei einem Bestand an reinen Elektrofahrzeugen von etwa 620.000 bedeutet die heutige Infrastruktur ein Verhältnis von BEV zu öffentlicher Ladesäule von etwa 11:1. Die EU-Kommission empfiehlt als Richtwert eine Relation von 10:1. Soweit offenbar in Ordnung. Aber wie sieht die Zukunft aus?

Die Ampel-Koalition hat erkannt, dass Ladesäulen für den potenziellen Käufer entscheidend sind, und möchte bis 2030 eine Million öffentlicher Ladepunkte installieren. (Bei einem Ziel von 15 Millionen BEV im Jahr 2030 und einer Relation von 10:1 müssten es dann sogar 1,5 Millionen öffentliche Ladesäulen sein!). Zu diesem Zweck müsste man in den verbleibenden neun Jahren bis 2030 etwa 950.000 neue Ladepunkte installieren, oder 105.000 pro Jahr oder – in der Öffentlichkeit wird gern mit der Anzahl pro Woche kommuniziert – 2.020. Die aktuellen Zahlen sehen völlig anders aus.

© Foto: Bundesnetzagentur / Eigene Berechnungen

In den Jahren 2019 bis 2021 wurden nur zwischen 10.000 und 14.000 Ladesäulen pro Jahr bzw. 200 bis 260 neue Ladesäulen pro Woche installiert. Es lässt aufhorchen, dass der BP-Konzern, mit 158 Milliarden Euro Umsatz ein Schwergewicht und kein traumtänzerisches Start-up, plant, bis 2030 mit einer Investition von 1,2 Milliarden Euro die Anzahl der Schnellladesäulen in Großbritannien von 8.000 auf 24.000 zu verdreifachen. Also 16.000 zusätzlich in acht bis neun Jahren, 2.000 pro Jahr, knapp 40 pro Woche (wobei Schnellladesäulen allerdings deutlich aufwändiger sind als normale Säulen; offenbar sieht BP Investitionskosten von etwa 75.000 Euro pro Säule vor). Die britische Regierung – nicht für Untertreibungen bekannt - plant, die Anzahl von 30.000 auf 300.000 zu erhöhen. Das sind knapp 600 neue pro Woche. Und die deutsche Bundesregierung plant mehr als 2.000 zusätzlich pro Woche! Entweder muss die Geschwindigkeit brutal zunehmen, was nicht zu erwarten ist, oder die Pläne gehören nach Absurdistan. Ergo: Es muss schneller gehen. Das weiß auch Bundesverkehrsminister Volker Wissing.

Und das Ladesäulennetz ist entscheidend für die Verbreitung von rein elektrisch angetriebenen Fahrzeugen. Wer nur Kurzstrecken fährt, wenn der Weg zum Arbeitsplatz nur zehn oder 20 Kilometer beträgt, wer zuhause oder am Arbeitsplatz laden kann, sieht kein Problem. Mehr als 90 Prozent der Halter von Elektrofahrzeugen haben einen privaten Stellplatz mit Wallbox. Vielfahrer oder Fahrzeugnutzer ohne Garage mit Wallbox sehen das ganz anders. Unterwegs im Dienst vor einer Ladesäule länger zu warten, um die Batterie nachzuladen, kann zur Zumutung werden. Nachts schauen, ob die Ladesäule frei ist? Das kann nicht praktikable Zukunft sein! Angesichts der Ladesäulenproblematik wird sich die Durchdringung mit Elektrofahrzeugen vermutlich so entwickeln wie die Corona-Impfquote: Die Verbreitung läuft sehr gut an, nämlich mit den Eigentümern mit eigener Wallbox, aber irgendwann wird die Verbreitung zäh, nämlich wenn die Autofahrer ohne Garage und ohne Wallbox erwägen, ein Elektroauto anzuschaffen.

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Dienstag, 5. April 2022

Die besondere Spritspar-Werbung - Autoland

Deutschlands größter Autodiscounter Autoland in Leipzig-Brehna offeriert aktuell spritsparende Fahrzeugmodelle. Motto: "Clever fahren – Sprit sparen". Fünf Liter müssen reichen! Hier ganzseitig in der Ausgabe von "BILD", Spezialteil Sachsen-Anhalt, vom 1. April 2022.

© Foto: Prof. Hannes Brachat

Der Vorstandsvorsitzende der Autoland AG, Wilfried Wilhelm Anclam, ist bekannt für geniales Marketing. Seine kreative Ader wirkt auch im sozialen Bereich weiter. W. W. Anclam hat dem Landrat von seinem Standort, Andi Grabner (Landkreis Anhalt-Bitterfeld) angeboten, 100 Flüchtlinge aus der Ukraine aufzunehmen. Ein Mann, ein Wort!

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Mittwoch, 6. April 2022

Die besondere Werbeidee: Reifen & Osterhase

Die DADG (Die Auto- und Dienstleistungsgesellschaft) ist nicht nur als freier Fahrzeugvermittler aktiv unterwegs, gleichermaßen über einen Verkäuferarbeitsplatz, über den der gesamte Verkaufsprozess digital durchgeführt werden kann. Aktuell wird zur Reifenwechsel-Saison getrommelt. Laut DAT lassen 52 Prozent der Pkw-Fahrzeughalter saisonal ihre Reifen wechseln. Und 55 Prozent davon nehmen das Angebot der Einlagerung wahr. 40 Prozent im Markenhandel, 40 Prozent in Freien Werkstätten und 20 Prozent im Reifenfachbetrieb. 34 Prozent der Pkw-Halter legen beim Räderwechsel selber Hand an. Ganzjahresreifen haben inzwischen einen Marktanteil von 22 Prozent. Erstaunlich, mit zunehmenden Fahreralter steigt der Marktanteil der Ganzjahresreifen.

Der besondere Ostergruß
© Foto: Prof. Hannes Brachat

Was hat Ostern mit Reifenwechsel zu tun? Persönliche Weihnachtsgrüße sind selbstredend, obwohl Ostern liturgisch betrachtet Dank Auferstehungsglauben von größerer Symbolkraft ist. Man schicke also - so der Vorschlag der DADG - seinen Kunden Ostergrüße per bunter Postkarte mit Firmenlogo und erinnere seine Kunden daran, einen Reifentermin zu vereinbaren. A und O, April und Oktober, sind nun mal die Reifenwechselmonate. Man stelle der DADG die Kundenadressen zur Verfügung, formuliere für die Rückseite einen originellen Ostergruß und ab geht die Post! Die DADG führt ferner auch gezielte Frühjahrskampagnen u.a. durch. (sales@da-dg.de)

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Donnerstag, 7. April 2022

Besonderes Sponsoring - Weinseliges Mainfranken

Da saß ich im Gasthaus "Zur Traube" in Ziegenbach/Iphofen. Eine Karpfen-Institution und alle vier Wochen wird dort donnerstags eine tagesfrische "Schlachtplatte" aufgelegt. Welcher Wein passt dazu? Klar, aus dem örtlichen Anbaugebiet, ein Frankenwein. Da entdeckte ich in der Weinkarte eine spezielle Ankündigung der fränkischen Weinkönigin Carolin Meyer. Und sie empfahl ihr "Meisterstück", einen 2020 Weißweincuvée Greuther Bastei, eine Mischung aus den Rebsorten Scheurebe, Bacchus und Müller-Thurgau. Wirklich, ein fruchtiger Freudentrunk! Da machte ich vom Abdruck in der Speisekarte ein Foto:

© Foto: Prof. Hannes Brachat

Ich gab übers Netz eine Bestellung in ihrem Weingut auf. Am Abend darauf bekam ich einen Anruf. Die Königin himself war dran. Sie: "Ich muss nach Iphofen und könnte ihnen in 20 Minuten ihre Bestellung vorbeibringen. Sie fuhr vor, im Mini - gesponsort vom Autohaus Rhein in Würzburg, eine große BMW & Mini-Handelsgruppe. Mir natürlich bekannt. Und so schloss sich der Kreis von der "Traube" über die Weinorder zum Automobil. Die „Meisterin“ verzichtete nicht nur auf die "Frachtkosten", sondern brachte obendrein als Dreingabe noch einen "Streuobst Secco" aus Apfel & Quitte mit. Von Hand in naturnah bewirtschafteten Streuobstwiesen geerntet. Eine perfekte Performance!

Man soll den Tag nicht vor dem Abend loben. Wann besucht dich schon live eine "Königin". Diese gelungene Überraschung war die absolute Tagesfreude. Klar und Carolins "Meistertrunk" wird als besondere "Liquidität" eine österliche Fortsetzung erfahren!

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Freitag, 8. April 2022

Friedenszeichen im Schwarzwald

In Titisee im Schwarzwald trifft man automobilistisch das VW-/Audi-Autohaus Wittmer an. Der Ursprung des Unternehmens geht auf eine Schmiede zurück, die im Jahr 1842 gegründet wurde. Tradition hat daher im Hause einen tiefen Sitz. Das bedeutet, man tritt für Werte ein. So artikuliert Firmenchef Markus Wittmer mit seinem Team auch nach außen klare Friedensbotschaft.

Friedensfahne und Markenimage
© Foto: Prof. Hannes Brachat / Rothausbrauerei

Nicht allzu weit entfernt von Titisee liegt die Rothausbrauerei, 1791 gegründet und seit 1806 in Staatsbesitz, heute dem "Ländle" gehörig, weshalb der Vorstandsvorsitz meist in der Hand eines besonderen Politikers liegt. Der Aufsichtsratsvorsitz ohnehin. Und welcher Staatsbetrieb kann schon wie mit dem Tannenzäpfle behaupten, seit sechs Jahren Deutschlands stärkste Biermarke zu sein? Seit 1973 hat sich das Flaschendesign mit "Biergit", ihrem Spezialhut und der goldenen Alukappe nicht verändert. Der echte Schwarzwälder Bollenhut hätte allerdings größeren Charme, auch wenn er 1800 zur Tracht der evangelischen Frauen im Schwarzwald gehörte. Der Schwarzwald verkörpert nun mal die Sehnsucht nach intakter Natur! Was 900 Höhenmeter an Image möglich machen! Sie sehen mir diesen Spezialgruß an die Heimat nach! Man sollte ja immer das Ganze sehen.

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Spruch der Woche:

"Es gibt eine Grenze, wo Zurückhaltung aufhört, eine Tugend zu sein." (Edmund Burke)

Mit Nachdenklichkeit auf die anstehende Karwoche und dennoch auf die Hoffnung für ein "sonniges Ostern"

Ihr

Prof. Hannes Brachat
Herausgeber AUTOHAUS
www.brachat.de


Der nächste HB ohne Filter erscheint am 22. April 2022!

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KOMMENTARE


Erwin Wagner

08.04.2022 - 15:59 Uhr

Thema Ladesäulen Hier in Vilshofen (25.000 EW) gibt es am Bahnhof 3 öffentliche Ladesäulen. Ab 16 Uhr sind diese regelmäßig durch Fahrzeuge (Nissan) der örtlichen Volksbank belegt, dank der großzügigen Feierabendregelung des örtlichen Bankgewerbes. Wer also keine private Lademöglichkeit hat, sitzt hier auf dem "Trockenen" - sprich der Accu bleibt leer. Kein gutes Argument pro E-Auto.


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