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HB ohne Filter: Tesla-Gigafactory +++ Energieengpässe +++ Hans Nußbaum +++ Friedensfahne

© Foto: Ralph M. Meunzel/AUTOHAUS

Unabhängig, scharfsinnig, auf den Punkt: der aktuelle Wochenkommentar von AUTOHAUS-Herausgeber Prof. Hannes Brachat!

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Datum:
25.03.2022
Lesezeit: 
10 min

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Tesla-Gigafactory in Grünheide steht! +++ Energieengpässe, neue Preisdimensionen und die Antworten? +++ Hans Nußbaum - eine mittelständische Institution! +++ Branchen-Schneeballeffekt – Friedensfahne

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Montag, 21. März 2022

Tesla-Gigafactory in Grünheide steht!

Die Werkseröffnung von Tesla in Grünheide ist ein Freudentag. Ein Freudentag für Ostdeutschland. Eine neue Gigafactory in Brandenburg. Und der US-Chiphersteller Intel setzt mit einer 17 Milliarden-Investition in Magdeburg nach, die 2027 fertiggestellt sein soll. Man benenne aber auch BASF in Schwarzheide, Microvast in Ludwigsfelde oder der chinesische CATL-Konzern mit seiner Batteriefabrik am Erfurter-Kreuz mit einem 1,8 Milliarden-Investment. Der vietnamesische E-Auto-Hersteller Vinfast ist noch suchend in Thüringen unterwegs. Das klingt alles nach Reindustrialisierung der "neuen Bundesländer". Dennoch sei eine zentrale Frage aufgeworfen, ob die eigentlichen wirtschaftlichen Entscheidungen jeweils auch an diesen Standorten getroffen werden!?

Es sollen in Grünheide 12.000 Mitarbeiter werden, die pro Jahr 500.000 reine E-Autos auf die Straße bringen. Die Menge wird dem E-Automarkt weiter Auftrieb geben. Auf welchen Straßen sollen dann die jährlich 500.000 Einheiten laufen? Zur Werkseröffnung am 22. März kamen neben einschlägigen Klimakativisten vor den Toren hinter den Toren Bundeskanzler Olaf Scholz - mit Ansprache -, Wirtschaftsminister Robert Habeck und klar, ein tanzender Elektropionier und Showmaster Elon Musk. Welch eine kostenlose PR-Aktion für Tesla! Die Werkseröffnung beherrschte bei den meisten Tageszeitungen das Titelblatt.

Titelblätter von "SZ" und "Handelsblatt"
© Foto: Prof. Hannes Brachat

Der "große Tag" wird als Leuchtturm der E-Transformation umschrieben. Bei Licht besehen war er zugleich eine Kampfansage an die deutsche Automobilindustrie. Und in Folge auch für den deutschen Automobilhandel! Eigentlich sollte das neue Werk schon im Sommer 2021 eröffnet werden.

Dieser Eröffnungstag ist zugleich eine Blamage für uns alle. Wir haben in Deutschland ein Genehmigungsrecht herbeigeführt, ein Juristenwerk (!), ja zugelassen, das mit System Innovation und Veränderung massiv behindert. Rechtssicherheit steht über allem! Wo bleibt ein aktives Verwaltungshandeln? Man braucht da Macher an den Schaltstellen, die sich kümmern, denen das Neue im Interesse aller Anliegen ist. Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke und sein pfiffiger Wirtschaftsminister Jörg Steinbach haben beispielhaft wie ermutigend vorgemacht, wie es geht. Und sie hatten dabei sehr wohl das Gemeinwohl im Blickfeld! Wir im Auto-Gewerbe bräuchten gleichermaßen für unsere Mittelstandswelt vergleichbare Förderung.

Elon Musk und Betriebsrat

Es ist ein offenes Geheimnis, dass Tesla-Chef Elon Musk aktiv versuchte, Gewerkschaften aus seinem Werk fernzuhalten. Das ließ sich nicht ganz vermeiden. Also stellte man zur Betriebsratswahl eine arbeitgeberfreundliche Liste namens "Gigavoice" auf, und die erreicht nun zehn der 19 Sitze. Damit will man die IG Metall ausbremsen. Es darf ohnehin nur wählen, wer mindestens drei Monate im Betrieb ist. Einschlägige Bandarbeiter fehlten daher noch bei der Abstimmung.

Dennoch fiel das Wahlergebnis überraschend aus und die managementnahe Liste muss künftig in der Zusammenarbeit mit den anderen Listen kooperieren. Tesla zahlt laut Schätzung der IG Metall 20 Prozent unter Tarif!

Tesla-Betriebsratswahl
© Foto: Michael Wolf, Quelle Greenshot - IG Metall

Tesla-Vertrieb Zukunft

Ein paar Ausführungen zur gelebten Vertriebspolitik von Tesla. Ein aktueller Blick führt uns in die Mozart-Stadt Salzburg. Mitte Februar hat Tesla in Salzburg den ehemaligen renommierten Standort des Traditionsunternehmens Toyota und Lexus Frey in der Aigner Straße übernommen. Nochmals, Tesla nistet sich in einem traditionellen Autohaus ein. Gibt man im Netz "Tesla Salzburg" ein, so kommt man dort nicht zu www.tesla.at sondern automatisch auf www.tesla.com an und wird dann gleich verlinkt zu einer Offerte für eine Probefahrt, aber nicht direkt am neuen Tesla-Standort. Für die Probefahrt wird der Interessent in die Kasernenstr. 1 geschickt, nicht zum neuen Standort in der Aignerstr. 57. Die neue Wirkungsstätte findet man dann zufällig im Netz rechts in einer Abbildung. Schlägt man die angedeutete Bildergalerie auf, stellt man einmal mehr fest, was Tesla eben auch ausmacht: Geheimniskrämerei, systematisches Verdunkeln!

Das neue Tesla-Autohaus in Salzburg
© Foto: Prof. Hannes Brachat

Wenn man Mitte Februar 2022 den neuen Standort in Salzburg übernommen hat, wie kann man dann in der aktuellen Bilderserie ein Bild mit Schnee von Dezember 2017 abbilden. Oder weitere Bilder aus Januar 2018, aus Mai 2019, Februar 2020. Im Klartext, das sind vorwiegend "getürkte Bilder" oder klassisches Tesla-Image: Mehr Schein als Sein!

Bei künftig 500.000 Einheiten aus Gründheide wird Tesla Vertrieb und Service noch gründlich verändern, weiten müssen. Offline, nicht nur Online! Nicht nur mobile Serviceteams, ebenso stationäre! Oder Tesla verkauft seinen Kunden ein Fahrassistenzsystem ("Autopilot"), das nachweislich fehleranfällig ist und damit für fragwürdige Situationen auf der Straße sorgt. Und da staunt man, wie – auch die Fachpresse – Elon Musk zum Heilsbringer chiffriert! Nochmals, Respekt vor der genialen unternehmerischen Leistung. Es ist aber immer ratsam, gerade bei Genies auch hinter den Gartenzaun zu schauen!

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Dienstag, 22. März 2022

Energieengpässe, neue Preisdimensionen und die Antworten?

Die Regierung hat über Nacht im energiepolitischen Entlastungspaket Klarheit geschaffen, von gestern auf heute! Dennoch sei nachstehend aufgetragen, welche Diskussionen innerhalb der letzten zwei Wochen auf die Politiker herein prasselten. Man kann all den politischen Entscheidern gegenwärtig nur dankbar für ihr Wirken sein, ihnen viel Kraft und gute Entscheidungen wünschen. Sie haben derzeit für ihre Arbeit im gegenwärtigen Dauerkrisenmodus eine starke Unterstützung seitens der Bürger verdient.

All die Auswirkungen aus dem Ukraine-Krieg sind noch alle nicht absehbar. Die Rohstoffpreise steigen. Bei wichtigen Rohstoffen für die Batterieproduktion drohen Engpässe. Es gibt Wartezeiten beim E-Auto bis zu zwei Jahren. Steigende Energiepreise führen zu neuen Diskussionen um das Tempolimit, autofreie Sonntage, Tankrabatt u. a. In Baden-Württemberg sind neuerdings sogenannte Null-Emissions-Zonen im Gespräch, in denen Fahrzeuge mit herkömmlichen Verbrennermotoren tabu sein sollen.

Der Kfz-Landesverbandspräsident Baden-Württemberg Michael Ziegler fordert eine Senkung der Energiepreise für die Verbraucher. Beim Benzin um 43 Cent und beim Diesel um 26 Cent - siehe Abbildung.

70 Prozent beim Benzinpreis werden durch Steuern durch den Staat bestimmt!
© Foto: Kfz-Gewerbe Baden-Württemberg

Natürlich sei den Autofahrer auch aufgezeigt, wie sie durch eigenes Verhalten bis zu 20 Prozent ihren Benzinverbrauch reduzieren können. Der ADAC hat hierzu zehn Tipps zusammengestellt. Sie sind übers Netz direkt abrufbar. Die Branche sollte dazu aktiv Flyer verteilen. Klar, weniger Autofahren bedeutet weniger Werkstattbesuche.

Der Landesverbandsgeschäftsführer von Baden-Württemberg, Carsten Beuß, hatte zusammen mit Kollegen aus dem Handwerkstag in der Deutschen Parlamentarischen Gesellschaft die Gelegenheit, die Anliegen der Branche, bessere Einbindung des Auto-Gewerbes bei den grundlegenden Fragen von Verkehr und Mobilität, Wirtschaft und Klima, der baldigen Neugestaltung des Umweltbonus, Förderung der öffentlichen und privaten Ladestruktur, den Mobilitätsdaten bis zu den Kraftstoffpreisen, die vergangene Woche direkt Bundesarbeitsminister Hubertus Heil und Bundesinnenministerin Nancy Faeser vorzutragen.

Die Entlastung für die Autofahrer ist angekommen. Dennoch, wer bezahlt am Tage X die Zeche dafür?
© Foto: Prof. Hannes Brachat

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Donnerstag, 24. März 2022

Hans Nußbaum - eine mittelständische Institution!

39 Jahre darf ich bis heute bei AUTOHAUS mitwirken. So ich diese Zeit mal in der Rückschau aufarbeiten werde, wird da eine Persönlichkeit in besonderem Rampenlicht stehen: Hans Nußbaum! Warum? Er gehört für mich zu den mittelständischen Familienunternehmern, die nicht nur Hebebühnen hergestellt haben, sondern innovativ, mit stetem Drang unter dem Motto "vorwärts" ihren Weg beschritten. Hans Nußbaum war bei jeder "Automechanika" für mich nicht nur Pflichtbesuch. Er ließ mich stets engagiert, leidenschaftlich, mit Esprit und sehr offen in seine innovativen Neuerungen blicken. Ich habe den Nussßbaum-Stand immer mit großer Zuversicht und Frohsinn verlassen. Unvergessene Begegnungen mit ihm!

Ein Hammer, als er mir damals seine Parktürme (Parken im Doppelstock, Platz sparen) zeigte oder den "smart tower", den er 70 Mal installiert hat. Nun brachte die Grenzöffnung neue Überlegungen mit sich. Er versuchte den "Osten" mit seinem Stammsitz Bodersweier zu verknüpfen. Da wurden viele menschliche Brücken gebaut. Da kamen in der Hoch-Zeit 1.200 Mitarbeiter zusammen. Welches Wachstum? Immer wieder kommt die Erkenntnis auf, wie muss man gesundes Wachstum gestalten? Wie gelingt das?

Am 16. Februar 2022 ging das Unternehmen Nussbaum an die holländische Stertil Group über. Keine einfache Wandlung! Hans Nußbaum arbeitet mit diesem Unternehmen seit 40 Jahren zusammen. Und das ist eben Hans Nußbaum, er verabschiedet sich in einer stilvollen Darstellung über seine Unternehmensgeschichte, dankt darin seiner Frau Eva, seinen Kindern Holger, Steffen, Ilka und Philipp für ein Begleiten in einem herausfordernden Prozess. Und das unterlegt er mit einer CD seines Bruders Walter, Musikprofessor in Heidelberg, mit "Musik in der Fabrik". Die Brüder werden sich gelegentlich darüber zu unterhalten haben, wer wohl das "leichtere Los" im Dasein gezogen hat? Klartext: Ohne prosperierende Wirtschaft ist professionelle Kultur gänzlich eingeschränkt.

Allzeit präsent! Hans Nußbaum (Mitte) 2020 auf der Autoshow in Freiburg, zusammen mit Sigfried Ernst (li) und Martin Ernst
© Foto: Prof. Hannes Brachat

Die Seele von Hans Nußbaum

Sie gestatten mir noch einen tieferen Einblick in die Seele des Hans Nußbaum. Zu Weihnachten schickte er mir Jahr für Jahr einen Spezialgruß. Weihnachten 2021 - siehe Abbildung - mit dem Thema "Metamorphosen am Weihnachtsbaum: Ein Versuch". Ein Grafiker hatte 1960 die Idee zu dieser Art von modularem Weihnachtsbaum. Aus Stahl! Davon wurden tausende verkauft. Der Markt rief nach günstigeren Preisen, und so wurde das handgefertigte, gehämmerte Baumgitter durch "Kunststoff" ersetzt. Diversifizierungsideen wurden angegangen, doch die Globalisierung frisst einmal mehr ihre Gründer.

Abschiedsgruß von einem Großen der Branche: Hans Nußbaum!
© Foto: Prof. Hannes Brachat

Scheibe, wenn Originalität und Authentizität nicht mehr erkennbar sind. Und dennoch lautet die finale Zeichnung der Weihnachtsbotschaft von Hans Nußbaum: "Fürchtet euch nicht…" (Lukas 2,10). Da klingt in mir Bachs Mottete "Fürchte dich nicht…." Hans Nußbaum weiß, wie man Menschen anspricht, berührt. Ja, ich gehöre zu denen, die ihn auch in seinem Stammwerk Bodersweier mehrfach live erfahren durften. Hans Nußbaum, Sie waren für uns alle eine "Branchenperle". Mit herzlichem Dank und größtem Respekt für Ihr so großartiges, eben auch menschliches Branchenwirken!

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Freitag, 25. März 2022

Branchen-Schneeballeffekt – Friedensfahne

Timo Rehder, Hyundai-Händler in Kronshagen, hatte die Idee, am Autohaus aktuell eine Friedensfahne hochzuziehen. Farbe bekennen. Ein Friedenslicht anzünden. Letzte Woche stellte ich hier die Friedensfahne am Toyota-Autohaus Bohny im Emmendingen vor. Heute das Mazda-Autohaus Roland Becker in Homburg.

Friedensfahne am Mazda-Autohaus Roland Becker in Homburg
© Foto: Prof. Hannes Brachat

Timo Rehder erhielt zahlreiche Anfragen zum Flaggenproduzenten. Hier ist dessen Bezugsadresse:

SCHILD Flaggen-Store GmbH
Am Jägersberg 14
24161 Altenholz

Direkter Ansprechpartner ist Sebastian Klimmek. Er beherrscht das Detail. Stichwort: "AUTOHAUS-Newsletter und die Peace-Fahnen", dann läuft das. Bitte schicken sie mir weitere Beispiele. Ich stelle sie gerne an dieser Stelle vor: hannes.brachat@gmx.de . Der Friede ist das Meisterwerk der Vernunft!

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Sprüche der Woche:

"Was mich aber wirklich entsetzt an Eurer Erklärung, ist die völlige Emotionslosigkeit hinsichtlich des Angriffskrieges, der Toten, der Verletzten und dem Leid. Millionen Menschen sind so wie ich tief bewegt, Hunderttausende demonstrieren. Ihr seid nur daran interessiert, eure alte Ideologie in jeder Hinsicht zu retten. Die NATO ist böse, die USA sind böse, die Bundesregierung ist böse und damit Schluss für euch. Müssen nicht auch wir über uns nachdenken, eine gewisse Zäsur begreifen?“ (Gregor Gysi in einem Brief an seine Genossen, vor allem an Sahra Wagenknecht)

Endlich lässt die Natur - trotz allem - es wieder zu, farbenbunt zu fühlen und zu denken!

Ihr

Prof. Hannes Brachat
Herausgeber AUTOHAUS
www.brachat.de


Der nächste HB ohne Filter erscheint am 1. April 2022!

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