Gerade hat Dacia seine aktuelle Modellpalette recht umfassend überarbeitet, unter anderem mit neuen, stärker elektrifizierten Motoren inklusive LPG-Tank für Duster und Bigster sowie dem verbesserten Elektro-Stadtfloh Spring. Doch die Marke verlässt sich nicht auf diese und andere Erfolgsmodelle wie den Sandero, sondern bringt auch neue Fahrzeuge auf den Markt. So kommt wahrscheinlich zur Jahreswende 2026/27 mit dem Striker ein C-Segment-Kombi mit leichtem Lifestyle-Charakter, mehr oder weniger zeitgleich folgt die Dacia-Version des vollelektrischen Renault Twingo, die wahrscheinlich als neue Generation des Spring antreten wird.
Dacia Spring (Modelljahr 2026)
Katrin Adt, seit September letzten Jahres CEO der zum Renault-Konzern gehörenden Marke, bestätigt im Gespräch mit SP-X, dass der Preis des kleinen Elektrikers "unter 18.000 Euro" und damit 2.000 Euro unter dem Basispreis des Twingo liegen wird. Wie kann die rumänische Marke in dieser Fahrzeugklasse, wo mit jedem Cent gerechnet wird, einen zehnprozentigen Preisvorteil herausholen?
"Unsere Ingenieure schauen sich ein solches Fahrzeug komplett unter dem 'Design-to-Cost'-Gesichtspunkt an", so Adt. "Wir prüfen, was wirklich notwendig ist. Alles, was wir nicht einkaufen, einbauen und montieren, muss der Kunde auch nicht bezahlen." Zudem halte man die Produktionslinien bewusst einfach, indem man nur wenige Farben, keine dutzenden Polstervarianten mit verschiedenen Nahtfarben anbiete.
Dacia Striker (2027)
Dacia: "Wir sind heute schon qualitativ sehr gut aufgestellt"
Dabei will sie nicht etwa mehr "Premium" in Dacia hineintragen. "Mein Anspruch ist es, unseren Kunden das bestmögliche Angebot zu unterbreiten. Wir sind heute schon qualitativ sehr gut aufgestellt und verbessern uns kontinuierlich. Aber mit der Konzernbasis im Rücken, müssen wir anders als andere Marken nicht 'nach oben' streben."
Andererseits sei Dacia auch keine Billigmarke mehr, sondern biete einfach nur ein sehr gutes Preis-Leistungs-Verhältnis. "Mein Vorgänger hat es mal so schön beschrieben: Mit einem Dacia hat man früher hinter dem Restaurant geparkt, damit niemand sah, mit welchem Auto man gekommen ist. Heute parkt man vor dem Restaurant."
"Auch Plug-in-Hybride prüfen wir grundsätzlich"
Bei der reinen Elektromobilität hat Dacia allerdings bisher noch nicht viel vorzuweisen. Der derzeit angebotene Spring und sein Nachfolger auf Twingo-Basis bleiben zunächst die einzigen BEVs im Angebot. Selbst der neue, mit 4,62 Metern Länge eigentlich schon in die Mittelklasse reichende Dacia Striker wird konventionell angetrieben, es wird eine Hybrid-Version, auch mit Allradantrieb, sowie eine Flüssiggas-Version (LPG) geben. Angestrebt wird ein Basispreis von unter 25.000 Euro.
Generell, so Katrin Adt, wolle Dacia sowieso nicht in einem Zug alle Modelle vollständig elektrifizieren. „Wir überlegen immer, was für unsere Kunden die beste und klügste Lösung ist. Ab diesem Jahr haben wir schon in jeder Baureihe ein elektrifiziertes oder hybridisiertes Fahrzeug im Angebot. Auch Plug-in-Hybride prüfen wir grundsätzlich, allerdings ist diese Technologie sehr teuer und daher für unsere Kunden teilweise nur schwer darstellbar.“ Aber man biete mit der Kombination aus Benzin und LPG eine umweltfreundliche Lösung ein, die in dieser Form so kein anderer habe.
Dacia Duster Hybrid-G 150 4x4 (2026)
Adt will die Marke in den nächsten Jahren weiter vorantreiben, aber nicht von Grund auf umkrempeln. "Wir werden auch 2030 noch immer eine Marke vor allem für Privatkunden sein. Wir sind sehr stolz darauf, in Europa in diesem Bereich die Nummer zwei unter den Automobilmarken zu sein."
Natürlich werde sich die Marke weiterentwickeln, auch das Design und es könnten auch neue Segmente hinzukommen. "Aber die Positionierung", so die Dacia-CEO, "wird bleiben: Das allerbeste Auto für den Privatkunden und dies zum besten Preis".