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Airbag-Trends: Gut gepolstert auch auf der Rückbank

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Gut gepolstert auch auf der Rückbank
Mercedes stattet die neue S-Klasse mit Front-Airbags für die Rücksitze aus. Ein Novum, das sich durchsetzen dürfte.
© Foto: Daimler

Mercedes stattet die neue S-Klasse mit Front-Airbags für die Rücksitze aus. Ein Novum, das sich durchsetzen dürfte – wie schon die Geschichte zeigt.

Es ist eine Sache von Millisekunden: Das Steuergerät registriert die Verzögerung eines schweren Unfalls, Gasgeneratoren füllen die Airbags explosionsartig mit Luft, der Passagier fällt in weiche Kissen. Je nach Zählweise polstert mittlerweile etwa ein Dutzend Airbags den Innenraum moderner Autos aus. Jüngst sind wieder zwei neue Varianten hinzugekommen.

Seit vielen Jahren gehören Frontairbags für Fahrer und Beifahrer zur Serienausstattung von Neuwagen, auch, wenn sie in Deutschland nicht explizit vorgeschrieben sind. Erfunden in den 50ern, mangelte es zunächst an der passenden Sensorik und Auslösetechnik. 1981 wurde die Mercedes S-Klasse der Baureihe W 126 erstmals mit einem Fahrerairbag ausgestattet, seit Ende der 80er-Jahre wird auch der Beifahrer von einem Luftkissen geschützt.

Die weitere Auspolsterung erfolgte schneller: Der vom schwedischen Hersteller Volvo im Sommer 1994 erstmals eingeführte Seitenairbag, den es mittlerweile in unterschiedlicher Größe als Thorax-, Thorax-Becken- oder Thorax-Becken-Kopf-Airbag gibt, ist ein weit verbreitetes Beispiel. Weitere: Der ab 1996 erhältliche Knieairbag, der im engen Fußraum die Beine des Fahrers schützt, oder der 1998 erstmals eingeführte Vorhangairbag. Er entfaltet sich bei einem schweren seitlichen Aufprall wie ein Vorhang entlang der seitlichen Fenster und verringert so das Risiko von Schädelverletzungen.  

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Center-Airbag ToyotaVolvo Seitenairbag 1994Pre-Crash-Airbag

Aus der Oberklasse haben sich die Schutzsysteme bis in die Kleinstwagen verbreitet. Wieder in der S-Klasse führt Hersteller Mercedes nun einen neuen Frontairbag für die Rücksitzpassagiere ein. Besondere Schwierigkeit ist hier der weite Verstellbereich des Vordersitzes, aus dem sich der Airbag jeweils passgenau entfalten muss. Hinzu kommt: Kinder und Erwachsene sitzen sehr unterschiedlich im Fahrzeugfond. Das Airbag-Volumen von beachtlichen 70 Litern ist so bemessen, dass ein angeschnallter Fondinsasse vor dem Kontakt mit den Vordersitzen geschützt werden kann.  

Neu auf dem Markt ist auch der Center-Airbag, mit dem zum Beispiel Toyota Yaris, Honda Jazz, VW ID.3 und Polestar 2 ausgestattet sind. Bei einem Aufprall entfaltet er sich zwischen Fahrer und Beifahrer und verhindert, dass sie zusammenstoßen - bisher ein Grund für schwere Kopfverletzungen bei einem seitlichen Aufprall.

Die Entwickler sehen weiteres Potenzial für Luftpolsterung: Hyundai hat kürzlich einen Airbag vorgestellt, der bei einem Überschlag das immer beliebter werdende Panorama-Schiebedach bedeckt, Er schützt die Köpfe der Insassen und bewahrt die Passagiere bei geöffnetem Dach vor dem Herausschleudern. Aufgrund sich stetig verbessernder Umfeldsensorik könnten Airbags in Zukunft sogar vor einem Crash auslösen. Zulieferer ZF sieht als erstes Anwendungsgebiet den Seitenaufprall; hier ist die Knautschzone schmal, jede Millisekunde zählt. Die Friedrichshafener Ingenieure haben dazu ein Luftpolster an der Fahrzeugaußenseite entwickelt, das vor einem unvermeidlichen Unfall auslöst und die Verletzungsschwere um bis zu 40 Prozent vermindern könnte. (SP-X)


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