Der Kia-Händlerverband Deutschland setzt auf Kontinuität an der Spitze – und auf mehr Dialog mit dem Hersteller in einer Phase wirtschaftlicher Unsicherheit. Auf der Jahreshauptversammlung in Göttingen bestätigten die Mitglieder in dieser Woche den bisherigen Vorsitzenden Dirk Fischer im Amt. Auch sein Stellvertreter Michael Degel sowie Vorstandsmitglied Felix Neugebauer wurden wiedergewählt. Neu in das Gremium rückten Christian Metzen als weiterer stellvertretender Vorsitzender und Volker Schimpf auf.
Der Verband wertet die personelle Entscheidung als ein Zeichen für Stabilität, aber auch für eine Anpassung an neue Herausforderungen. "Kontinuität und frische Impulse" sollen demzufolge gleichermaßen die Interessen der Kia-Partner sichern. Denn die Lage im Handel bleibt angespannt.
Zulassungen auf Talfahrt – Hoffnung auf Turnaround
In seinem Bericht zeichnete Fischer ein gemischtes Bild: Kia sei mit einer modernen Modellpalette gut aufgestellt, insbesondere im Bereich der Elektromobilität. Gleichzeitig hätten viele Betriebe mit wirtschaftlichem Druck zu kämpfen. Nach dem Rekordjahr 2022 seien die Neuzulassungen zuletzt zurückgegangen. Für 2026 rechnet der Verband allerdings wieder mit steigenden Absätzen.
Im Mittelpunkt der Debatte stand die Wirtschaftlichkeit der Händler. Zwar begrüßten die Partner jüngste Vereinfachungen im Margen- und Bonussystem, doch bleibe die Ertragslage vieler Betriebe kritisch, hieß es in einer Mitteilung. Der Verband machte deutlich, dass nachhaltiger wirtschaftlicher Erfolg Voraussetzung für Investitionen in Standorte, Personal und die Transformation sei.
Konfliktstoff bietet weiterhin der Händlervertrag, ebenso wie neue digitale Geschäftsmodelle. Besonders "Functions on Demand" wurden den Angaben zufolge intensiv diskutiert. Der Partnerverband stellte klar, dass er diese Angebote nicht grundsätzlich infrage stelle. Vielmehr gehe es um eine faire Beteiligung der Händler an den Erlösen. Die Betriebe seien es, die Kundenbeziehungen aufbauen und langfristig pflegen – entsprechend müssten sie auch wirtschaftlich profitieren.
Kia-Netz wächst wieder
Auch das Händlernetz bleibt bei Kia ein zentrales Thema. Nach einer Phase der Konsolidierung baut die Marke ihre Vertriebs- und Servicestandorte zwar wieder aus. Dennoch sehen die Händler regional weiterhin Versorgungslücken. Ein leistungsfähiges Netz gilt aus Sicht des Verbandes als entscheidend für das geplante Wachstum der Marke.
Für ein Signal der Annäherung sorgte der Austausch mit Kia Deutschland und Kia Finance. Geschäftsführer Thomas Djuren diskutierte gemeinsam mit weiteren Vertretern des Herstellers aktuelle Vertriebs-, Service- und Zukunftsfragen mit den Händlern. Der offene Dialog wurde von den Teilnehmern positiv bewertet.
Allerdings fiel die Teilnehmerzahl der Versammlung in diesem Jahr geringer aus als üblich. Als Hauptgrund gelten parallel stattfindende Round-Tables des Importeurs, die viele Händler banden. In Gesprächen zeigte sich, dass eine bessere Abstimmung der Termine künftig als notwendig angesehen wird.