Der Münchner Auto-Abo-Anbieter Finn hat eine weitere große Finanzierungsrunde abgeschlossen und dabei erstmals eine Bewertung von über einer Milliarde Euro erreicht. Insgesamt fließen laut Mitteilung knapp 100 Millionen Euro Eigenkapital sowie mehr als 40 Millionen Euro Fremdkapital in das Unternehmen. Zu den Investoren zählen neben dem neuen Lead-Investor Portage auch bestehende Geldgeber wie UVC Partners, HV Capital und Picus Capital.
Mit der sogenannten Series-D-Runde sichert sich Finn die Mittel für die nächste Wachstumsphase. Geplant seien Investitionen in die Fahrzeugflotte, die Technologieplattform und operative Strukturen, hieß es am Mittwoch. Zusätzlich beteilige sich SevenVentures über einen Media-for-Equity-Deal und verschaffe dem Unternehmen Zugang zu Werbereichweiten.
50.000 aktive Abos
Finn setzt auf ein Modell, das den klassischen Autobesitz durch flexible Nutzungsformen ergänzt. Kunden können Fahrzeuge vollständig digital abonnieren, inklusive Versicherung, Wartung und Zulassung. Mehr als 50.000 Abos sind derzeit aktiv, der jährlich wiederkehrende Umsatz liegt nach Unternehmensangaben bei über 300 Millionen Euro.
"Unsere Vision ist es, Mobilität so einfach wie möglich zugänglich zu machen. Die Unterstützung unserer Investoren gibt uns die Möglichkeit, diese Transformation weiter zu beschleunigen und die führende Plattform für moderne Mobilität in Europa aufzubauen", sagte CEO und Co-Founder Maximilian Wühr. "Der Unicorn-Status ist dabei weniger ein Ziel als vielmehr eine Bestätigung unseres bisherigen Weges – und ein Ansporn für das, was noch vor uns liegt."
Seit der Gründung 2019 hat sich das Unternehmen nach eigenen Angaben zum führenden Anbieter von Auto-Abos in Deutschland entwickelt. Nun rückt der europäische Markt stärker in den Fokus. Wachstumstreiber sollen neben der Expansion vor allem datenbasierte Prozesse und eine skalierbare Plattformstruktur sein. Wühr: "Mit dieser Runde haben wir das Kapital, die Partner und das operative Fundament, um Finn weiter effizient zu skalieren – bei konsequentem Fokus auf profitables Wachstum und langfristige Marktführerschaft."
Auch die Investorenseite sieht Finn strategisch gut positioniert. "Finn hat neu definiert, was Kundinnen und Kunden von Mobilitätslösungen erwarten. Das Unternehmen verbindet den Komfort eines digitalen Erlebnisses mit der Flexibilität des Auto Abos. Finn hat gezeigt, dass es effizient skalieren und gleichzeitig ein erstklassiges Kundenerlebnis bieten kann. Damit ist Finn hervorragend aufgestellt, die Mobilität der nächsten Generation maßgeblich mitzugestalten", erklärte Devon Kirk, General Partner und Co-Head bei Portage Capital Solutions.