Der Absatz von Elektroautos in Deutschland ist im Juli vor allem dank der Kaufprämie des Bundes deutlich gestiegen. Mehr als 78.600 reine E-Pkw (BEV) kamen im vergangenen Monat neu auf die Straße, wie das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) mitteilte. Das waren demnach fast 62 Prozent mehr als im Juli des Vorjahres. Damit erreichten BEV im Juli auf einen Anteil an allen Neuzulassungen von 29,3 Prozent. Im Juni hatte er noch bei 28,4 Prozent gelegen.
Hinzu kamen 30.609 Plug-in-Hybride, die auf einen Anteil von 11,4 Prozent kamen. Damit verfügten im Juli insgesamt 40,7 Prozent aller neu zugelassenen Pkw über einen extern aufladbaren Elektroantrieb, mit dem man auch längere Strecken rein elektrisch fahren kann.
"Das starke Wachstum bei Elektroautos beschleunigt zwar den Hochlauf der Elektromobilität in Deutschland, bringt der heimischen Automobilindustrie bislang jedoch nur begrenzte Vorteile", erklärte Autoexperte Constantin Gall von der Beratungsgesellschaft EY. Ihm zufolge profitieren von dem Elektroboom vor allem chinesische Konzerne.
Tatsächlich kam der chinesische Hersteller BYD den Daten des KBA zufolge im Juli auf 5.240 Neuwagen in Deutschland. Das waren demnach mehr als viereinhalbmal so viele Autos wie im Juli des Vorjahres (plus 365 Prozent). Ein ähnliches Wachstumsniveau erreichten Xpeng (plus 371 Prozent/1.253 Einheiten) und Leapmotor (plus 329 Prozent/2.736 Fahrzeuge). MG wies mit knapp 3.700 Autos eine Steigerung von 86,2 Prozent aus.
Gesamtmarkt wächst langsamer
Der Gesamtmarkt entwickelte sich deutlich schwächer. Mit 268.068 Neuzulassungen lag er lediglich 1,2 Prozent über dem Niveau des Vorjahresmonats. Benziner verloren 29,7 Prozent und erreichten noch einen Marktanteil von 18,9 Prozent. Bei den Dieseln ging die Zahl der Neuzulassungen um 21,8 Prozent zurück, ihr Anteil sank auf 11,8 Prozent. Auf sämtliche Hybridmodelle einschließlich der PHEV entfielen 39,3 Prozent des Marktes.
Ein kräftiges Plus verbuchten auch Pkw mit Flüssiggasantrieb. Vermutlich profitierten sie von den seit Monaten vergleichsweise hohen Preisen für Benzin und Diesel. Ihre Neuzulassungen stiegen um 59,2 Prozent auf 1.705 Fahrzeuge, der Marktanteil lag bei 0,6 Prozent.
Opel und Ford verlieren zweistellig
Unter den deutschen Herstellern verzeichneten Mercedes-Benz (plus acht Prozent), Audi (plus 1,5 Prozent) und BMW (plus 0,5 Prozent) Zugewinne. Opel (minus 18,1 Prozent), Ford (minus 17 Prozent) und Porsche (minus 4,5 Prozent) waren dagegen im Rückwärtsgang unterwegs. Gleiches galt für Platzhirsch Volkswagen. Die Wolfsburger verloren im Vergleich zum Juli 2026 7,6 Prozent.
Im Importranking stachen neben den chinesischen Marken außerdem Renault, Citroën, Peugeot, Fiat und Kia positiv hervor. Skoda (minus 0,2 Prozent) behauptete mit 8,7 Prozent Marktanteil erneut die Spitzenposition. Die Nummer zwei Seat verbesserte sich um 4,9 Prozent. Weniger gut lief der Juli unter anderem für Toyota, Volvo, Dacia und Hyundai.