Autohandel in China: So tariert Yonda Neu- und Gebrauchtwagengeschäft neu aus

07.05.2026 13:48 Uhr | Lesezeit: 3 min
Yonda ist die Nummer zwei im chinesischen Autohandel und setzt zunehmend auf einheimische NEV-Brands wie Zeekr.
© Foto: Ralph M. Meunzel/AUTOHAUS

Weniger Volumen, mehr Umlauf: Ein Händler-Besuch beim Megadealer Yonda verdeutlicht, warum Geschwindigkeit, Daten und klare Markenstrategien über die Profitabilität im chinesischen Autohandel entscheiden.

Wie mit Anpassungsdruck umzugehen ist, hat die Präsentation der zweitgrößten Autohandelsgruppe des Landes anlässlich der Mobile.de goes China 2026-Businessreise. Der Fokus lag dabei auf dem Zusammenspiel von Neuwagen- und Gebrauchtwagengeschäft – und auf der Frage, wo künftig noch Geld verdient wird.

Jun Yin, Deputy Chief Operating Officer of Yonda Group Used Car, stellte sein Unternehmen den deutschen Händlern ausführlich vor: Yonda betreibt mehr als 200 Standorte, beschäftigt über 10.000 Mitarbeiter und ist einer der wichtigsten Vertriebspartner für Premiumhersteller wie BMW, Porsche, Mercedes-Benz oder Audi. Gleichzeitig baut die Gruppe ihr Engagement bei chinesischen New-Energy-Vehicle-Brands massiv aus – darunter Nio, Xpeng, Zeekr oder Marken aus dem Huawei-Ökosystem (HIMA / Harmony-Intelligent-Mobility-Alliance).

2025 erzielte die Nummer zwei im chinesischen Autohandel einen Neuwagenabsatz von 153.000 Einheiten, davon rund 25.900 reine Elektrofahrzeuge, was einem Zuwachs von über 40 Prozent bei den NEV entspricht. Aber nicht vergessen: Viele Hersteller drücken Volumen in den Markt – und der Handel trägt bekanntlich die Folgen in Form sinkender Margen und einem steigenden Bestandsrisiko. Darauf reagiert Yonda mit Konsolidierung. Verträge mit Volumen- und einzelnen Premiumherstellern wurden beendet. Gleichzeitig wächst der Anteil der NEV-Marken im Portfolio. Die Strategie lautet: weniger Standorte, klarere Markenfokussierung und mehr Effizienz.


Mobile.de goes China 2026 – Besuch bei der Yonda Gruppe

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Spannend ist der Blick auf das Gebrauchtwagengeschäft. Yonda betreibt inzwischen 13 reine GW-Standorte und setzte 2025 rund 64.250 Gebrauchtwagen ab. Gleichzeitig stieg die Bruttomarge von 4,6 auf 5,4 Prozent. Das verdeutlichtet den klaren Strategiewechsel: weg von maximalem Volumen, hin zu schnellerem Umlauf und besserer Profitabilität. Ein Schlüssel ist dabei die Fahrzeugbeschaffung. Yonda verlässt sich nicht mehr ausschließlich auf Inzahlungnahmen von Privatkunden. Stattdessen gewinnen zum Beispiel Rückläufer von Herstellerflotten an Bedeutung.

Digitale GW-Vermarktung

Die Vermarktung der Gebrauchten läuft vor allem über digitale Kanäle. Rund 80 Prozent aller Leads stammen laut Yin inzwischen aus digitalen Kanälen. Dazu gehören GW-Plattformen wie Autohome, Dongchedi (Bytedance) und 58.com ebenso wie Social-Media-Formate und Livestreams. Ergänzt wird das durch eigene CRM- und KI-gestützte Systeme zur Lead-Generierung. Die durchschnittliche Standzeit liegt bei rund 28 Tagen. Stationärer Laufkundschaft kommt dabei kaum noch eine Bedeutung zu.Hinzu kommt der Export junger Gebrauchtwagen, etwa nach Russland, in den Nahen Osten oder nach Südostasien.

Auch bei Yonda gilt: Neuwagen bleiben notwendig, sind aber kaum noch Ertragsbringer. Das Gebrauchtwagen-Geschäft gewinnt an Bedeutung, allerdings nur mit hoher Umlaufgeschwindigkeit, digitaler Lead-Steuerung und klarem Risikomanagement.


Mobile.de goes China-Reise 2026 - Besuch bei Taocheche

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