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Autohandel kämpft mit WLTP: Massive Störungen

Mercedes-Benz RDE und WLTP
Was macht WLTP mit diesem Autojahr? Die Antworten der Händler gibt es im aktuellen AUTOHAUS pulsSchlag.
© Foto: Mercedes-Benz

Die Umstellung auf die neue Verbrauchsmessung nach WLTP-Standard kostet viele Händler möglicherweise ihr Jahresziel. Was das neue Testverfahren sonst noch alles durcheinander wirbelt, zeigt der AUTOHAUS pulsSchlag.


Datum:
27.09.2018
1 Kommentare

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Von AUTOHAUS-Chefredakteur Ralph M. Meunzel

WLTP hat die Branche in den vergangenen Monaten in Aufregung versetzt. Die Abkürzung steht für "Worldwide Harmonized Light Vehicles Test Procedure" – ein einheitliches Testverfahren zur Bestimmung der Abgasemissionen (Schadstoff- und CO2-Emissionen) und des Kraftstoff-/Stromverbrauchs von Autos. Das wesentlich realitätsnähere Prozedere gilt für Pkw seit 1. September 2018. Bei etlichen Marken führen fie neuen Tests der Abgas- und Verbrauchsmessung zu deutlichen Verzögerungen und Ausfällen in der Produktion. Einige Hersteller hatten deshalb vorab Fahrzeuge auf Halde produziert. Die Neuzulassungsstatistik war in den Monaten Juli und August nicht Nachfrage-gesteuert, sondern der teilweisen chaotischen Umsetzung geschuldet.

WLTP hat auch das Verkaufsgeschäft massiv gestört und aktuell nicht mehr planbar gemacht. Auch wenn die Hersteller oder Importeure davon unterschiedlich stark betroffen sind. Das zeigt die aktuelle Befragung deutlich. Insgesamt bewertet der Handel laut AUTOHAUS Panel den Grundgedanken von WLTP zwar als positiv. 70 Prozent sehen diese Entwicklung als (sehr) gut an. Die aktuelle Umstellung wird allerdings nur von 26 Prozent der Befragten mit (sehr) gut eingeschätzt. Insgesamt sind von den Widrigkeiten der Umsetzung 71 Prozent der Händlerschaft betroffen. Man kann hier auch von einer Geschäftsschädigung sprechen.

Über die Hälfte der Entscheider in den Autohäusern ist der Meinung, dass die Probleme bei der Einführung von den Herstellern verursacht wurden, weil das Thema unterschätzt wurde. Über 58 Prozent sind auch mit der Handhabung durch den Hersteller/Importeur unzufrieden. 36 Prozent sind davon überzeugt, dass der Gesetzgeber die Hersteller überfordert hat.

Als direkte Auswirkungen hat der Handel aktuell mit teilweise deutlich verlängerten Lieferzeiten zu rechnen, 17 Prozent fehlt die Information über den Lieferzeitpunkt dabei völlig. Hinsichtlich des notwendigen (verfrühten) Zulassens von Neufahrzeuge vor dem 1. September in Verbindung mit einer massiven Kapitalvernichtung geht der Handel von rund 17 Prozent des Händlerbestands aus. Darüber hinaus können nur 46 Prozent der Autohäuser ihren Kunden Angaben machen, in welcher Höhe die Kfz-Steuer steigt.

Über 40 Prozent verlieren Kunden

Die Konsequenz von WLTP ist, dass mindestens 51 Prozent ihre Jahresziele nicht erreichen werden, über 40 Prozent Kunden verloren haben und die Hälfte der Kunden dafür auch kein Verständnis hat. Nur ein Fünftel der Entscheider gibt an, dass sich der Lieferant an der Misere mit Kostenbeteiligung oder angepasster Zielerreichung beteiligt.

Kommentar zum pulsSchlag 208-09 | WLTP und die Folgen für den Handel


Der AUTOHAUS pulsSchlag ist Teil der Wissensplattform AUTOHAUS next. Mehr zum Top-Thema des Monats "Folgen von WLTP für den Handel" und zum aktuellen Neuwagen-, Gebrauchtwagen- und Aftersalesgeschäft der Branche finden Sie in der Ausgabe 9/2018. Das Stimmungsbarometer des deutschen Autohandels erscheint monatlich in Kooperation mit puls Marktforschung und Santander. Mehr zu den Bezugsmöglichkeiten erfahren Sie unter www.autohaus.de/pulsschlag

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KOMMENTARE


VW Verkäufer

28.09.2018 - 11:13 Uhr

Was bei der Auslieferungsverzögerung noch nicht angesprochen wurde: Wegen der miserablen Planbarkeit bekommen wir auch die Inzahlungnahmen später und mit höheren KM-Ständen in den Handel, die kalkulierten Einkaufspreise sind damit in Teilen zu hoch angesetzt, ein Umstand den primär die Hersteller zu verantworten haben - wohingegen wir als Händler die Verluste allein zu tragen haben. Nicht genug, dass die abgeschafften zigtausend Euro durch die Verluste an den Euro-5-Dieseln allein dem Handel aufgebürdet wurden und der Hersteller hier nicht einen Euro an Beihilfen gewährt (was für einige Familienbetriebe durchaus existenzgefährdend sein kann). Bei den tollen Umsatzrenditen im Handel sind 50000 Euro Verlust durch Gebrauchtwagen, die danke Betrugssoftware am Markt kaum noch zu reellen Preise platzierbar sind, oftmals der Unterschied zwischen Jahresgewinn oder Jahresverlust. Und dann kommt der Hersteller noch um die Ecke und bringt neue Händlerverträge, ganz nebenbei werden dann die alteingesessenen Familienbetriebe gleich mitbereinigt. Hoffentlich gibt es dafür bald vom Verbraucher eine Quittung, der Händlerverband hat ja leider auch nicht genug Eier!


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