Die Autohaus Peter Gruppe baut ihre Präsenz in Thüringen weiter aus. Der Mehrmarkenhändler aus Nordhausen übernimmt mit sofortiger Wirkung drei bisherige Betriebe der Schorr-Gruppe in Eisenach, Arnstadt und Mühlhausen. Rund 90 Mitarbeiter wechseln damit zum neuen Betreiber. Der Erfurter Schorr-Standort ist nicht Teil der Transaktion und wird separat abgewickelt, da Peter in der Landeshauptstadt bereits mit einem eigenen großen, modernen Stellantis-Betrieb vertreten ist.
Eine Schlüsselrolle kommt dem Betrieb in Eisenach zu. Er liegt im Umfeld des Opel-Werks und ist damit eng an die Marke angebunden. Das Werk gehört seit 35 Jahren zur Opel-Struktur in Thüringen. Opel Deutschland-Chef Patrick Dinger griff die Bedeutung des Standorts bei der offiziellen Übernahmeveranstaltung auf. Eisenach sei ein "Schlüsselstandort für Opel", sagte Dinger mit Blick auf Werk und Region. In den vergangenen Jahren investierte der Hersteller nach eigenen Angaben rund 130 Millionen Euro, um die Produktion auf die aktuelle Grandland-Generation vorzubereiten. Heute laufen dort sämtliche Varianten des SUV vom Band, darunter auch der vollelektrische Grandland Electric AWD.
Mit der Fortführung der drei Autohäuser setze die Peter Gruppe "ein starkes Zeichen für die Region". Zugleich wertete er die Übernahme als Stärkung des Opel-Händlernetzes in Thüringen. An die Adresse der Peter Gruppe sagte Dinger: "Wir bei Opel sind stolz, Euch als Partner zu haben."
Schorr-Standorte mit Geschichte
Auch Insolvenzverwalter Rolf Rombach stellte die Einigung in den Kontext der Schorr-Historie. Schorr sei ein Autohaus "mit Geschichte, mit Stolz und Begeisterung", sagte Rombach. Entscheidend sei gewesen, für die Standorte eine tragfähige Perspektive zu finden. Gemeinsam sei es gelungen, "ein tragfähiges Zukunftsmodell" zu entwickeln.
Die Übergabe wurde von zahlreichen Vertretern aus Hersteller, Handel, Politik und Wirtschaft begleitet. Stellantis war unter anderem durch Netzchef Johannes Alings vertreten. Von den Marken kamen Opel-Deutschlandchef Patrick Dinger, Opel-Verkaufsleiter Friedemann Tuch, Citroën-Deutschlandchef Thomas Goldboom, Fiat-Verkaufsleiter Markus Asbeck-Wiemers und Peugeot-Vertriebschefin Sabine Eberhart. Vom Opel-Werk Eisenach nahm Monik Theuvsen teil.
Auf Seiten der Transaktion waren Insolvenzverwalter Rolf Rombach und sein Team, darunter Christoph Schwieter, vor Ort. Auch Sascha Schorr sowie Rechtsanwalt und Berater Jörg Geibert nahmen teil. Die Stadt Eisenach vertrat Oberbürgermeister Christoph Ihling; aus der Politik wurden zudem Ulrike Jary und der Parlamentarische Staatssekretär Christian Hirte genannt.
Daran will Peter anknüpfen. Die neuen Betriebe sollen in die Organisation der Gruppe eingebunden und schrittweise auf den neuesten Stand gebracht werden. Andreas Peter nannte bei der Übergabe mehrere Aufgabenfelder, darunter Teilegeschäft, Vertrieb, Service und IT. Auch Abläufe und Standards sollen an die Strukturen des Nordhäuser Mehrmarkenhändlers angepasst werden. "Man muss nach vorne gucken. Die Frontscheibe ist größer als der Rückspiegel", sagte Andreas Peter. Auch der Auftritt der Häuser soll an die Linie der Gruppe herangeführt werden.
Wachstum erst einmal verarbeiten
Die Übernahme ist für Peter der nächste Schritt in einer Phase schnellen Wachstums. Zum Jahresbeginn 2025 übernahm der Mehrmarkenhändler das Autohaus Heidenreich mit den Standorten Witzenhausen und Eschwege. Zum 1. Januar 2026 folgte die Autohaus Mundt Gruppe mit drei Standorten in Halle und Merseburg. Nun kommen Eisenach, Arnstadt und Mühlhausen hinzu.
Damit rückt die Einbindung der neuen Betriebe in die Gruppe in den Vordergrund. Das betrifft Prozesse, IT, Teilegeschäft, Vertrieb und Service ebenso wie die Anpassung an die Standards des Nordhäuser Mehrmarkenhändlers. Die Standorte sollen insgesamt auf den neuesten Stand gebracht werden; auch der Auftritt der Häuser soll künftig zur Linie der Gruppe passen.
Helmut Peter machte deutlich, dass es vorerst nicht im gleichen Tempo weitergehen soll. Das jüngste Wachstum müsse nun erst einmal verarbeitet werden. Nach den Zukäufen gehe es jetzt darum, die neuen Betriebe in die Organisation der Gruppe einzubinden.