Die Nachfolge des zum VW-Vorstandsvorsitzenden aufrückenden Audi-Chefs Martin Winterkorn steht offenbar fest: Finanzvorstand Rupert Stadler (43) wird nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur an die Audi-Spitze treten. Auch die "Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung" zitierte aus Kreisen des Aufsichtsrates: "Alles läuft auf Stadler zu." Der Aufsichtsrat wird an diesem Mittwoch über die Nachfolge von Winterkorn, der zum Jahresanfang nach Wolfsburg wechselt, beraten. Unterdessen verhandelt VW-Markenvorstand Bernhard nach Medieninformationen über die Aufhebung seines Vertrages mit dem Wolfsburger Konzern. Er soll zudem mit DaimlerChrysler-Chef Dieter Zetsche über eine Rückkehr zu seinem früheren Arbeitgeber gesprochen haben. Bei den Verhandlungen mit VW gehe es Bernhard insbesondere um die Entschärfung der Wettbewerbsklausel, die seinen Wechsel zu einem direkten Konkurrenten um bis zu zwei Jahre verzögern könnte. "Nach einem Umstieg wäre Bernhard für VW mindestens bis 2012 ein höchst gefährlicher Mann", hieß es aus Konzernkreisen. Er kenne alle Produkt- und Fertigungspläne der nächsten Jahre. Andererseits sei VW in der Pokerpartie mit Bernhard an einer raschen Entscheidung interessiert, da sich anstehende Personalentscheidungen auf Führungsebene sonst erheblich verzögern könnten. Ein VW-Sprecher sagte dazu: "Herr Bernhard nimmt Spekulationen nicht zum Anlass, seine Verantwortung und Funktionen bei VW in Frage zu stellen." Kein Verkauf von Seat Audi dementierte unterdessen einen Bericht der "Automobilwoche" über den angeblich geplanten Verkauf der spanischen Konzerntochter Seat. "Das ist absoluter Blödsinn", sagte ein Sprecher der VW-Markengruppe am Samstag. Die Branchenzeitung hatte geschrieben, Winterkorn erwäge den Verkauf. Manager aus dem engsten Umfeld Winterkorns hätten Informationen bestätigt, wonach dieser Pläne durchrechnen lasse, Seat vom Konzern zu lösen. Vertriebschef Giuseppe Tartaglione habe bereits sein Entlassungsschreiben in der Tasche. Ihm werfe Winterkorn enttäuschende Verkaufszahlen vor. Seat gehört seit 1986 zu VW. (dpa)
Finanzvorstand Stadler Favorit für Audi-Spitze
Endgültige Entscheidung fällt an diesem Mittwoch / Spekulationen um Seat-Verkauf: "Absoluter Blödsinn"