2007 wird für den deutschen Automobilmarkt das bisher schlechteste Verkaufsjahr seit der Wiedervereinigung. Nach Einschätzung des Instituts für Automobilwirtschaft (IFA) an der Hochschule Nürtingen-Geislingen ist im zu Ende gehenden Jahr nur mit etwa 3,1 Mio. Neuzulassungen zu rechnen. Immerhin sieht der wissenschaftliche Leiter des Instituts, Willi Diez, einen kleinen Hoffnungsschimmer für 2008. Das für dieses Jahr erwartete zehnprozentige Minus würde noch deutlich höher ausfallen, wäre die Zahl der Eigenzulassungen des Automobilhandels nicht das mit Abstand größte Marktsegment bei den gewerblichen Zulassungen (900.000 von insgesamt erwarteten knapp 1,9 Mio. Einheiten), teilte das Institut mit. Trotz dieser steigenden Halden an Tageszulassungen und jungen Gebrauchten hält das IFA aufgrund wachsender Realeinkommen und einer rückläufigen Arbeitslosigkeit einen durch die Erholung des Privatmarkts getragenen Anstieg auf 3,28 Mio. Neuzulassungen im kommenden Jahr für möglich. Um kurzfristige Kaufanreize zu schaffen und Arbeitsplätze in der Branche zu sichern, befürworten die Forscher den bereits von mehreren Verbänden ins Spiel gebrachten Vorschlag einer staatlichen Verschrottungsprämie für Altfahrzeuge beim Kauf eines Neufahrzeugs. Dies habe in Italien zu einer deutlichen Belebung des Marktes geführt. Zudem mache eine solche Maßnahme nicht nur ökonomisch, sondern auch ökologisch Sinn. Bei einer Höhe der staatlichen Prämie von 1.000 Euro rechnet das IFA mit zusätzlichen 250.000 Neuwagenverkäufen pro Jahr. Durch die Einnahmen der geplanten CO2-Steuer sei die Finanzierung aufkommensneutral. (ng)
Forscher schreiben 2007 endgültig ab
IFA: 2007 wird für den deutschen Automobilmarkt das schlechteste Verkaufsjahr seit der Wiedervereinigung / Erholung des Privatmarkts 2008 möglich