Freie Händler kritisieren Tachobetrugs-"Hysterie": Übertriebene Panikmache

Der Bundesverband Freier Kfz-Händler hält die Angst vor Tachomanipulation für übertrieben.
© Foto: DAT

Bei deutschen Gebrauchtwagenkäufern grassiert die Angst, Opfer von Tachobetrügern zu werden. Nach Meinung des Bundesverbands freier Kfz-Händler ist das jedoch übertrieben.


Datum:
19.01.2018

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"Jeder zweite Kilometerstand ist gefälscht", "30 Prozent aller Autos sind manipuliert", "Jeder dritte Händler dreht am Tacho" – seit Jahren tauchen regelmäßig Berichte in den Medien auf, die vor Tachobetrug bei Gebrauchtwagen im großen Stil warnen. Der Bundesverband Freier Kfz-Händler (BVfK) hat diese Darstellungen jetzt als "Hysterie" kritisiert. Die Berichte würden auf unfundierten Schätzungen basieren. Auch Forderungen nach neuen Sicherheitsmaßnahmen gegen Tachobetrug hält der BVfK für übertrieben, da sich das Problem der Manipulation in wenigen Jahren von selbst erledigen dürfte.

 "Eine Übertreibung ums Zehnfache ist ebenso unseriös, wie falsche Angaben zur Laufleistung. Dem BVfK sind keine Untersuchungen bekannt, die solche Behauptungen rechtfertigen", heißt es in einer am Freitag verbreiteten Stellungnahme. Nach Ansicht des Händlerverbands liegt die Quote manipulierter Tachos wesentlich niedriger als oft kolportiert. Man schätze diese aktuell auf unterhalb von fünf Prozent.

Für die Zukunft erwartet der BVfK einen weiteren Rückgang, da die seit Anfang 2018 für alle Neuwagen gesetzlich vorgeschriebene eCall-Technik die Speicherung von Fahrzeugdaten wie Laufleistung in Datenbanken der Hersteller ermöglicht. Diese Daten dürfen Autobesitzer anfordern, was als Nachweis der Laufleistung dienen kann. Die seit einigen Jahren geforderte unabhängige Fahrzeugdatenbank zur Überprüfung der Tachostände sieht der BVfK deshalb als überflüssiges und teures "Bürokratiemonster". (sp-x/rp)

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KOMMENTARE


Mario Stehbeck

19.01.2018 - 18:22 Uhr

es würde schon reichen wenn alle Autohersteller mit Digitalen Service nachweis arbeiten würden und den auch für freie Werkstätten zur Verfügung stellen und das am besten auch für Fahrzeuge die nicht dafür vorgesehen sind.Das ganze einfach zum ausfüllen sowie Mazda / BMW oder MercedesBei den VW / Audi / Seat / Skoda sitze ich jedes mal da und fluche weil es so kompliziert und umständlich ist - mache es aber trotzdem wegen der Tacho Geschichtemeines Erachtens sind die Hersteller gefordert solche Dinge auf dem Weg zu bringen einfach für alle Werkstätten und Kunden zum einsehen und schon gäbe es keine Manipulation mehr und für Käufer - wo kein Eintrag dann Finger Weg


Heinz Kretschmer

20.01.2018 - 12:47 Uhr

Hallo,nur kurz angemerkt,basierend auf Wissen & Erfahrung !...Fakt ist das Halter,Besitzer und Nutzer vorrangig sgnt.Tachodienstein Anspruch nehmen oder über die Elektronik verfügen ,d.h.kaufen , Heinz M.KretschmerFazit: Versicherung an Eides statt-Leasing/Ankauf/Anmietung etc.Grammatik & Interpunktion sollten schon übernommen werden! danke


Ex Serviceberater

22.01.2018 - 14:49 Uhr

Ob die Herren vom Verband es auch als Panikmache bezeichnen würden, wenn sie selbst auf einen "Tachobetrüger" hereingefallen wären?? Wohl kaum. Eine Möglichkeit zur Abfrage des km-Standes in einer zentralen Datenbank wäre im Jahre 2018 natürlich viel zu umfangreich und zu kostenintensiv. "Überall" werden km-Stände gespeichert, beim Hersteller, bei der Versicherung, bei den Prüforganisationen, und da ist es nicht möglich, das entsprechend zu zentralisieren? Man könnte eine webbasierte Datenbank erstellen zu der man als Halter Zugriff bekommt und "seine" km-Stände eintragen kann. Bei eventuellem Verkauf des Fahrzeugs kann man sich einloggen und den km-Stand anfordern / ausdrucken, etc.


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