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IAA 2011: Merkel bekennt sich zum Euro – auch für die Autobranche

VDA-Präsident Matthias Wissmann und Bundeskanzlerin Angela Merkel bei der IAA-Eröffnung.
© Foto: Thomas Lohnes/dapd

Auf ihrer Rekordjagd befürchten die Hersteller ein Übergreifen der Schuldenkrise auf die Industrie. Zum IAA-Start verspricht die Kanzlerin, die Währungsunion zu stabilisieren.


Datum:
15.09.2011
Autor:
<br>Von Harald Schmidt, dpa
2 Kommentare

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Die derzeit vom Erfolg verwöhnte deutsche Autoindustrie sorgt sich zunehmend vor den Folgen der europäischen Schuldenkrise. Noch sieht sich die Branche aber als Fels in der weltweiten Finanzkrise. "Diese IAA zeigt eine starke Realwirtschaft", sagte der Präsident des Automobilverbands VDA, Matthias Wissmann, bei der Eröffnung der IAA am Donnerstag in Frankfurt. Bundeskanzlerin Angela Merkel sicherte vor den Vertretern der Industrie ihren vollen Einsatz für die Überwindung der Euro-Schuldenkrise zu. Dabei legte sie ein klares Bekenntnis zum Euro und zur Rettung der Währungsunion ab: "Der Euro hat sich bewährt."

Der deutsche Wirtschaftserfolg baue wesentlich auf dem europäischen Binnenmarkt und dem Euro auf, sagte die CDU-Politikerin. Von den stabilen Zinsen profitierten die Unternehmen, auch die Hersteller und Zulieferer in der Autoindustrie: "Der Euro sorgt für Wirtschaftswachstum, er sorgt für Arbeitsplätze und damit für Wohlstand in Deutschland." Gerade die deutsche Autobranche habe mit einem Marktanteil von mehr als 47 Prozent in den EU-Ländern wichtige Absatzmärkte. Auf Dauer werde es Deutschland nur gutgehen, wenn die Europäische Union insgesamt stark und wettbewerbsfähig sei.

Deutschland stehe aus ureigenstem Interesse in der Verantwortung und werde seinen Beitrag zu leisten, um die Zukunft des Euro zu sichern und den Standort Europa zu stärken, betonte Merkel. Das sei die zentrale Aufgabe der Gegenwart: "Alles was diesem Ziel dient, ist zu tun, und alles, was diesem Ziel nicht dient, ist zu unterlassen." Das gelte auch für die Lösung der Schuldenkrise einzelner Euroländer. "Wir Europäer sind zu unserem Glück vereint. Das dürfen wir nie vergessen. Und dieses Glück ist auch jede Anstrengung wert."

Trotz der brodelnden Krise steuert die Autoindustrie auf ein Rekordjahr zu und erwartet auch künftig Wachstum, sagte Wissmann. "2011 wird ein Autojahr." Weltweit werde der Markt in diesem Jahr auf über 65 Millionen verkaufte Neuwagen steigen. Das seien zehn Millionen mehr als noch vor zwei Jahren und ein neuer Rekord. "Die Prognose für das Jahr 2020 lautet 90 Millionen Pkw weltweit."

Branchenkonjunktur normalisiert sich

Aktuell normalisiere sich die Automobilkonjunktur zwar: "Aber zwischen 'nachlassender Dynamik' und dem falschen Gerede von 'Rezession' besteht nach meinem wirtschaftlichen Verständnis ein großer Unterschied", betonte der Cheflobbyist.


IAA 2011 - Eröffnung

Bildergalerie

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KOMMENTARE


K. Wempe

15.09.2011 - 17:12 Uhr

"Autofahren nicht unnötig verteuern": Das klingt anders herum so: Wenn es nötig ist, müssen wir das Autofahren verteuern (um z. B. Geld für den Straßenbau zu rekrutieren). Man muss bei Politikern auch immer zwischen den Zeilen lesen...


Karl Schuler

16.09.2011 - 08:52 Uhr

Die Merkel-Meinung: "Der deutsche Wirtschaftserfolg baue wesentlich auf dem europäischen Binnenmarkt und dem Euro auf, sagte die CDU-Politikerin." Da bin ich persönlich dieser Meinung: "Trotz vieler sichtbarer und unsichtbarer Handelshemmnisse setzt im Wirtschaftsleben letztlich doch der internationale Wettbewerb das Maß. Wer glaubt, ihn vernachlässigen zu können, wird unbarmherzig überholt und aus dem Rennen geworfen. Das Leistungsvermögen einer Volkswirtschaft - also die Summe der Fähigkeiten, Kenntnisse und schöpferischen Kräfte der in ihr arbeitenden Menschen ebenso wie das technisch-wissenschaftliche Niveau ihrer Produktionsmittel, Verfahren und Produkte - entscheidet, wer in diesem Wettbewerb besteht. Auf Dauer sind auf dem Weltmarkt nur wettbewerbsfähige Produktionen und die dafür benötigten Arbeitsplätze sicher." Quelle: Hans Matthöfer, Agenda 2000: Vorschläge zur Wirtschafts- und Gesellschaftspolitik, 2. überarb. Aufl. 1993, S.87


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