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Jaguar Land Rover: Händlerverband klagt gegen Importeur

Klage: Der Jaguar Land Rover Händlerverband pocht auf sein vertraglich festgelegtes Mitbestimmungsrecht bei der Margenfestsetzung.
© Foto: Jaguar Land Rover Deutschland

Der Jaguar Land Rover Händlerverband klagt sein vertraglich festgelegtes Mitbestimmungsrecht bei der Margenfestsetzung ein, weil der Importeur im vierten Quartal 2019 einseitig ein neues Preissystem bestimmt hat.


Datum:
31.10.2019
1 Kommentare

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Von Doris Plate/AUTOHAUS

Paukenschlag bei Jaguar Land Rover: Die Mitglieder des Verbandes der deutschen Jaguar Land Rover Vertragspartner (VDJL) haben am vergangenen Dienstag auf ihrer Versammlung beschlossen, gegen Jaguar Land Rover Deutschland (JLRD) Klage einzureichen. Das teilte der scheidende Vorsitzende Rolf Weinert am Donnerstag mit. Worum es geht, ist durchaus brisant: Der Importeur hat das Preissystem für das vierte Quartal 2019 einseitig geändert und damit das vertraglich fixierte Mitbestimmungsrecht des VDJL bei der Festlegung nicht berücksichtigt. Dagegen will der Verband nun juristisch vorgehen. In den nächsten Tagen wird Branchenanwalt Uwe Brossette von der Kanzlei Osborne Clarke eine entsprechende Klage einreichen.

Investitionen schützen

"Angesichts der hohen Investitionen ist es unbedingt notwendig, das Mitspracherecht des Händlerverbandes aufrecht zu erhalten", erklärte Weinert. Er erläuterte nochmals, dass das im derzeitigen Vertrag vorgesehene Mitspracherecht bei den Margenleitfäden kein Geschenk des Herstellers sei. Im Gegenzug habe der Handel auf 0,5 Prozent Marge verzichtet und zugestimmt, dass zwei Prozent der Fix-Marge in einen variablen Bestandteil umgewandelt wurden. Das geschah in Zeiten, in denen der Absatz der Marken ständig wuchs, die Handelsrendite durchschnittlich 3,6 Prozent betrug und die Betriebe vor großen Investitionen standen. Diese Investitionen müssten nun in deutlich schwierigeren Zeiten amortisiert werden. Die einseitige Margenkürzung sei sicherlich nicht der richtige Weg, so Weinert.

Voß neuer Vorsitzender

Versuche des Importeurs, in so genannten "strategischen Unternehmertreffen" mit großen Partnern am Händlerverband vorbei Verabredungen zu treffen, führten zudem dazu, dass in Frankfurt auf Antrag des Plenums beschlossen wurde, dass der VDJL auch künftig autorisiert ist, in allen Belangen auch außerhalb von Vertragsangelegenheiten für die Partner zu verhandeln. Da es schon einige Missverständnisse bezüglich vermeintlich getroffener Vereinbarungen gab, habe sich der Verband außerdem anders aufgestellt, teilte Weinert mit. Künftig können vier bis sechs Personen im Vorstand die Entscheidungen treffen, die bisher festgelegte Zahl fünf wurde damit aufgeweicht. Außerdem wurde der bisherige Geschäftsführer Marc Voß zum Vorsitzenden gewählt. Weinert ist nur noch einfaches Vorstandsmitglied. Voß und seine Vorstandsmitglieder können mit dem Importeur verhandeln, Beschlüsse werden aber künftig nur noch schriftlich ausgetauscht und bestätigt. Weinert: "So bilden wir ein besseres Gegengewicht zum Hersteller."

JLRD bedauert Klage

Auf Anfrage von AUTOHAUS erklärte Jan-Kas van der Stelt, Geschäftsführer Jaguar Land Rover Deutschland GmbH: "Nach wie vor führen wir einen regen und partnerschaftlichen Austausch mit unserer Handelsorganisation. Unserer Ansicht nach ist eine gute, konstruktive Zusammenarbeit mehr denn je nötig, um das heutige Automobilgeschäft erfolgreich zu führen. Wir bedauern es deshalb sehr, dass es zu dieser Klage kommen wird, zumal wir in unseren Vertragsgesprächen mit dem Händlerverband sehr weit fortgeschritten waren. Leider lassen uns aber die offenen Punkte keinen Spielraum."

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KOMMENTARE


Detlef Rüdel

31.10.2019 - 20:06 Uhr

Eine gute und vernünftige Wahl sich für Herrn Uwe Brossette zu entscheiden. Kann aus meiner aktiven Zeit als GF nur bestätigen, hier gut beraten gewesen zu sein. Viel Erfolg...


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