Kein Rekordgewinn: Sixt senkt Gewinnerwartungen

14.08.2008 06:09 Uhr
Vorstandschef Erich Sixt senkte die Gewinnerwartungen.
© Foto: Jörg Koch/ddp

Der erfolgsverwöhnte Autovermieter Sixt hat seine Erwartungen für das laufende Geschäftsjahr angesichts der abkühlenden Konjunktur gedämpft. Man rechne zwar mit einem gutem Ergebnis, ein nochmaliger Rekordwert dürfe aber nicht erwartet werden, hieß es.

Der erfolgsverwöhnte Autovermieter Sixt hat seine Erwartungen für das laufende Geschäftsjahr angesichts der sich abkühlenden Konjunktur gedämpft. 2008 sei zwar nach wie vor ein gutes Ergebnis möglich, ein nochmaliger Rekordwert wie zuletzt angepeilt dürfe aber nicht erwartet werden, sagte Vorstandschef Erich Sixt am Donnerstag in München bei einer Telefonkonferenz. "Die Wolken am bisher recht klaren Himmel sind nicht zu übersehen." Eine langfristige Prognose wollte Sixt zunächst nicht wagen. Grundsätzlich gab er sich aber zuversichtlich. "Wir erwarten keine Katastrophe. Es ist eher eine Delle. Ich gehe weiter davon aus, dass sich das Geschäft in den nächsten Jahren vergrößern wird." Grund für den etwas skeptischeren Blick aufs laufende Jahr seien unter anderem die deutlich gestiegenen Finanzierungskosten für Autos sowie niedrigere Gebrauchtwagenpreise, sagte Sixt. Daher sei 2008 nur noch mit einem Vorsteuerergebnis von 115 bis 125 Millionen Euro zu rechnen. Im vergangenen Jahr waren es noch knapp 138 Millionen Euro gewesen. Beim Umsatz rechnet Sixt aber nach wie vor mit einem zweistelligen Wachstum und einem neuen Rekordwert. 2007 hatten die Erlöse bei rund 1,6 Milliarden Euro gelegen. Im ersten Halbjahr steigerte Sixt den Konzernumsatz im Vergleich zum Vorjahr um knapp 15 Prozent auf knapp 855 Millionen Euro. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) kletterte um gut neun Prozent auf 91,7 Millionen Euro. Unterm Strich schaffte der Autovermieter wegen eines schlechteren Finanzergebnisses durch Wertberichtigungen bei Anlagepapieren aber nur ein leichtes Plus von 44,1 auf 44,9 Millionen Euro. Keine verstärkte Nachfrage nach Kleinwagen Die hohen Benzinpreise machten sich überraschenderweise bislang nicht bemerkbar, sagte Sixt. "Das ist in der Tat ein Phänomen. Wir können keine verstärkte Nachfrage nach Kleinwagen verzeichnen." Den derzeit viel diskutierten Elektroautos räumte der Unternehmer keine großen Chancen ein. "Ich persönlich glaube im Augenblick nicht an das Elektroauto." Batterien seien noch zu teuer, zu unsicher und brächten zu wenig Leistung. Vielversprechender sei der Wasserstoffantrieb. (dpa)

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