Fahrbericht Subaru Uncharted: Es geht auch ohne Allrad

10.06.2026 06:05 Uhr | Lesezeit: 4 min
Subaru Uncharted
Front im aktuellen Subaru-Stil, eleganter Heckschwung: Das Uncharted-Design ist gelungen.
© Foto: Subaru

Eingefleischte Allrad-Afficionados mit einem Faible für die 4x4-Subarus müssen umdenken: Die speziell bei Förstern, Jägern und ähnlichen-Offroad-Berufen beliebte Marke bringt ein Auto mit Frontantrieb. Es heißt Uncharted, auf deutsch der Unerforschte, und hat viele Gemeinsamkeiten mit einem anderen japanischen Fahrzeug.

Bei Subaru stehen gravierende Veränderungen an. Die Hybrid-Modelle der Allradspezialisten laufen wegen der schärferen Abgas-Gesetzgebung Ende 2027 zwangsweise aus. Um so zwingender wird die Transformation zur Elektromobilität. Etwa in Gestalt des neuen Uncharted, der als Kompakt-SUV genau den Schwerpunkt der Kundennachfrage trifft. Kooperationspartner Toyota liefert mit dem CHR+ die passende Hardware, Subaru verpasst dem 4,54-Meter-Gefährt noch seine aktuelle Optik. Die entspricht in weiten Teilen der des gerade eben aufgefrischten Solterra. Mit dem Unterschied, dass der jüngere Kollege insgesamt ein wenig frischer und flotter wirkt.

Auch wenn Subaru bisher die Allrad-Fahne sehr hochgehalten hat: Die ersten Fahreindrücke von der Frontantriebs-Version des Uncharted zeigen, dass man auch damit sehr ordentlich unterwegs ist – im Alltag sowieso auch unter widrigeren Bedingungen wie Matsch und nassem Lehm: Der Kompakte kommt dank aktueller Antriebstechnik und der hohen Bodenfreiheit von 21 Zentimetern deutlich weiter, als man ihm zutrauen würde. Auch auf dem Handlingkurs und bei Beschleunigungsfahrten auf nassem Asphalt gibt es nichts zu kritteln. Und beim durchaus flotten Fahren auf Landstraßen und Autobahnen legte die 165 kW / 224 PS starke Active-Version mit 14,5 kWh/100 km einen ordentlichen Verbrauchswert vor.

Fahrleistungen dieser Antriebsvariante mehr als nur ausreichend  

Dass die Fahrleistungen dieser Antriebsvariante mehr als nur ausreichend sind, ist wohl keine Überraschung: Von null auf 100 km/h schafft es dieser Uncharted in 7,3 Sekunden, bei 160 Sachen ist Schluss. Die Reichweite von 592 Kilometern laut WLTP-Norm passt. In der Realität sind an die 500 Kilometer durchaus machbar. Und dank der ausgewogenen Federung auch problemlos durchzustehen.

Obwohl die japanische Marke nach wie vor auf die preiswertere 400-Volt-Technik setzt, ist auch das Ladethema ordentlich gelöst. So lassen sich alle Versionen an der Wallbox oder öffentlichen Ladestationen mit 22 statt der noch weit verbreiteten 11 kW laden. Bis zu 150 kW fließen am Schnelllader, das ermöglicht in Kombination mit der Batterie-Vorkonditionierung Ladezeiten des 72-kWh-Akkus von knapp unter 30 Minuten für die Füllung von zehn auf 80 Prozent. Beim Basismodell Trend mit 123 kW / 167 PS, 57,7-kWh-Akku und einer Reichweite von 451 Kilometern geht das Tanken noch ein bisschen flotter. Auch dieser Antrieb macht sich gut im neuen Subaru, man kann ja durchaus mit maximal 140 km/h von A nach B kommen.


Subaru Uncharted

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Die sportliche Spitze setzen die Versionen Platinum und Platinum plus. Die sprinten dank zweier E-Maschinen mit einer Systemleistung von 252 kW / 343 PS und dank des Allradantriebs in glatten fünf Sekunden auf 100 km/h und absolvieren Überholvorgänge in Windeseile. Mehr Power braucht man tatsächlich nicht. An 4x4-Fähigkeiten mangelt es auch nicht. Dank X-Mode mit "gläserner" Motorhaube und der Bergauf- und Bergabfahrhilfe kommt man mit dem Allrad-Uncharted weiter, als man ihm im ersten Moment zutrauen würde.

Platzangebot: Niveau der Mitbewerber

Das Platzangebot des Neulings liegt auf dem Niveau seiner Mitbewerber. Vorne geht es also durchaus entspannt zu, hinten zwingt die niedrige Sitzbank zu stark abgewinkelten Knien. Der Kofferraum fasst 404 bis 1.331 Liter, auch damit kommt man im Alltag und auf großer Fahrt klar. Platz für einen Frunk haben die Techniker nicht gefunden. Die Verarbeitungsqualität und die im Innenraum verwendeten Materialien entsprechen dem aktuellen Marktniveau.

Zusätzlich zum stark spiegelnden 14-Zoll-Touchscreen haben die Techniker erfreulicherweise noch einige "echte" Knöpfe und Drehregler installiert, das erleichtert die sowieso schon eher einfache Bedienung noch zusätzlich. Das sieben Zoll große Zentralinstrument wurde ganz an die Windschutzscheibe gerückt. Um es wirklich gut sichtbar zu machen, ist das Lenkrad oben und unten stark abgeflacht – daran muss man sich bei schnellen Lenkmanövern erst gewöhnen.

Das Infotainment bietet den derzeitigen Standard, in der Mittelkonsole sind zwei Smartphone-Ladeflächen zu finden, Apple CarPlay und Android Auto funktionieren kabellos. Ein Handschuhfach gibt es nicht, dafür Stauräume in der Mittelkonsole. Und natürlich gibt sich der Kompakt-Stromer auch bei den Assistenzsystemen wie Totwinkel-, Spurwechsel- oder Querverkehrsassistent keine Blöße.

Der Uncharted ist zu Preisen ab 36.990 Euro bestellbar. Seine Markteinführung ist für den 13. Juni vorgesehen.


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