Nachfolgeregelung im Autohaus: Lieber nicht zu lange warten

In Deutschland muss jährlich in 80.000 Unternehmen die Nachfolge geregelt werden.
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Das Thema ist unbeliebt – und wird gerne auf die lange Bank geschoben In vier von zehn Autohäusern ist die Nachfolge mit der nächsten Generation geregelt, in ebenso vielen haben die Besitzer noch nichts unternommen.

Von Ralph M. Meunzel/AUTOHAUS

Die Regelung der Nachfolge ist für jeden Unternehmer ein Thema, das wie das Abschiednehmen ein schleichender Prozess ist und sich in der Regel über mehrere Jahre hinzieht. In Deutschland muss jährlich in 80.000 Unternehmen die Nachfolge geregelt werden. Sofern sie nicht rechtzeitig geklärt wird, kann eine existenzielle Krise für den Betrieb entstehen. Wer allerdings vorsorgt, hat gute Chancen, dass die Nachfolge auch zum Erfolg wird und das Unternehmen bei der Übergabe an den Junior im Sinne des Seniors weitergeführt wird. Das setzt natürlich voraus, dass es auch einen Nachfolger gibt.

Fachleute gehen davon aus, dass die Regelung der Unternehmensnachfolge einen Zeitraum von bis zu zehn Jahren beanspruchen kann. Im aktuellen AUTOHAUS Panel haben wir die Autohäuser genau zu dieser Problematik befragt. 42 Prozent der Entscheider geben an, dass es eine Nachfolgeregelung für ihren Betrieb gibt. Der gleiche Prozentanteil verneint dies. Bei 23 Prozent steht das Thema in fünf Jahren oder früher an. Bei 42 Prozent allerdings erst in mehr als zehn Jahren.


Die Unternehmensnachfolge ist auch eines der Kernthemen des AUTOHAUS Young Business Day 2018. Interessenten können sich ab sofort bei Juliane Schleicher für das Event am 16. und 17. Mai in Hamburg anmelden! E-Mail: juliane.schleicher@springer.com


Als Gründe für eine fehlende Vereinbarung bei der Nachfolge werden zu 31 Prozent genannt, dass "der Inhaber noch zu jung ist, um sich mit dem Thema zu beschäftigen". 23 Prozent der Betriebe sollen aufgegeben oder verkauft werden – und 23 Prozent haben keinen Nachfolger. Für 18 Prozent der Befragten hat dieses Thema außerdem keine Priorität.

Meistens sind es die Kinder

Bei 55 Prozent der befragten Panelteilnehmer ist das Unternehmen eine Familiengesellschaft, 32 Prozent haben einen Einzeleigentümer. Vier Fünftel derjenigen, die ihre Nachfolge nach eigenen Angaben im Griff haben, werden an ihre Nachkommen übergeben. 33 Prozent haben sich bei der Nachfolgeregelung nicht beraten lassen. 49 Prozent haben ihren Steuerberater konsultiert und 30 Prozent unter anderem eine Unternehmensberatung (Mehrfachnennungen).

Bei einen Fünftel der Befragten ging es sehr schnell mit der Regelung und dauerte nur ein Jahr. 40 Prozent haben sich dafür zwischen ein und drei Jahre Zeit gelassen. Bei jedem Fünften dauerte es länger als drei Jahre. 56 Prozent haben bereits ein Testament formuliert und damit einen wichtigen Schritt getan. Nur 50 Prozent haben allerdings einen Gesellschaftervertrag als Bestandteil der Nachfolgeregelung vorgelegt. Inhalte eines Gesellschaftsvertrags sollten beispielsweise die Vertretung der Gesellschaft im Innen- und Außenverhältnis, Haftungsregelungen oder eine Regelung über die Fortsetzung der Unternehmung im Todesfall eines Gesellschafters sein.


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