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Neue Oberflächenanalyse von Twinner: Präziser als ein Röntgenblick

Die neue Oberflächenanalyse von Twinner kann Nachlackierungen entdecken.
© Foto: Twinner

Twinner bringt neue Sensortechnik in seinen Fahrzeugscanner. Die multispektrale Oberflächenanalyse soll Nachlackierungen, Austauschteile und Kratzer erkennen.


Datum:
17.09.2021
Autor:
rp
Lesezeit: 
4 min
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Der Digitalisierungsspezialist Twinner erweitert sein Angebot. Mit der neuen "Twinner Space Multispektralen Oberflächenanalyse" seien ab sofort noch genauere Untersuchungen bei der Inspektion im Fahrzeugscanner möglich, teilte das Unternehmen in Halle (Saale) mit. "Hochsensible Kameras für den industriellen Einsatz, eine selbstentwickelte Multispektraleinheit sowie ein eigens geschaffener Bildbearbeitungsalgorithmus sorgen dafür, dass selbst kleinste Unregelmäßigkeiten aufgedeckt werden."

Das Prinzip der neuen Analyse: Der Fahrzeuglack reflektiert das vom Twinner Space erzeugte Licht, während die Kameras die Reflektionen in mehreren Wellenlängen erfassen. Die in den Bilddaten erkennbaren Kontraste geben Auskunft über eventuelle Abweichungen oder Unregelmäßigkeiten im Lack. Die Präzisionsanalyse aller Reflektionen auf der Fahrzeugoberfläche umfasst dabei nicht nur das sichtbare Licht, sondern bezieht auch die für das menschliche Auge unsichtbaren Spektralbereiche ein.

Auf diese Weise würden Schäden, nachbearbeitete Lackpartien und Austauschteile sichtbar gemacht und abgespeichert, erklärte der Anbieter. So seien beispielsweise eine unterschiedliche Lackbeschaffenheit und eine abweichende Alterung konkrete Indizien für Austauschteile an der Karosserie. Auch kleinste Spuren früherer Folierungen würden erkannt und gäben Details zur Vorgeschichte des Fahrzeugs, etwa als Taxi oder Fahrschulauto, preis, hieß es.

Auch kleinste Spuren vorheriger Folierungen kann die Technologie darstellen. So wird die Vorgeschichte des Fahrzeugs transparenter.
© Foto: Twinner

Alleinstellung im Markt

Nach Firmenangaben förderte die "Multispektrale Oberflächenanalyse" im Pilotbetrieb bei einem europäischen Autohersteller 13 Prozent zusätzliche Nachlackierungen bei mehr als 2.000 gescannten Autos zu Tage. Diese seien bei der vorherigen Inspektion nicht dokumentiert worden. Mit der Technologie habe man eine Alleinstellung im Markt, betonte Twinner. Andere Verfahren, etwa die Thermographie, benötigten für Lackanalysen deutlich mehr Zeit.

Twinner war 2017 gegründet worden. Das Start-up entwickelt und betreibt eine Hard- und Softwarelösung für die digitale Fahrzeugvermarktung. Auf Basis von Sensortechnologien und KI-Erkenntnissen werden im Twinner Space digitale Zwillinge von Gebrauchtwagen erzeugt. Mit Hilfe einer Cloud werden die dabei entstandenen Daten mit Fakten zum Modell und weiteren Bilddaten verknüpft. Diese 360-Grad-Darstellung soll Autohändlern, Werkstätten, Leasinggesellschaften und Versicherern helfen, den Zustand der Fahrzeuge zeit- und kosteneffizient zu bewerten sowie neue Geschäfts- und Mobilitätsmodelle in der Online-Vermarktung aufzubauen.

Die genormten und optimierten Abläufe sollen insbesondere die effiziente Beurteilung großer Fahrzeugkontingente erleichtern – etwa Rückläufer aus Leasing- oder Firmenflotten, die anschließend weiter vermarktet werden sollen. Auch bei der Einschätzung von hochwertigen Oldtimern und Sammlerfahrzeugen kann Twinner wertvolle Datenpunkte liefern.

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