Der Zusammenschluss des TÜV Süd mit dem TÜV Nord zum Marktführer in Deutschland mit 18.000 Beschäftigten soll noch in diesem Jahr über die Bühne gehen. "Größe ist nötig, um in neue Technologien zu kommen", sagte TÜV Süd-Chef Peter Hupfer am Montag in München. Die Devise "small is beautiful" sei überholt. Die Aufsichtsräte von TÜV Süd und Nord hatten der Erarbeitung eines Grundsatzvertrags für die Fusion vor wenigen Tagen zugestimmt. Allerdings muss das Kartellamt noch grünes Licht geben. Da beide Organisationen in unterschiedlichen Teilen Deutschlands aktiv sind, soll es keine Entlassungen geben. "Wir kommen uns nicht ins Gehege", sagte Hupfer. Die Zentrale des verschmolzenen Konzerns werde in München sein, ein neuer Name stehe noch nicht fest. Für Autofahrer und andere private Kunden des TÜV werde sich durch die neue Struktur nichts ändern. Der TÜV Süd hat seinen Expansionsdrang mit der Fusion noch nicht gestillt. Um im weltweiten Wettbewerb auf dem Markt für Sicherheitsdienstleistungen mithalten zu können, sind aus Sicht von Hupfer weitere Zusammenschlüsse mit Organisationen in Deutschland wie dem TÜV Rheinland oder in Österreich sinnvoll. Das Expansionstempo dürfe nur nicht zu schnell gehen. "Die Narben von früheren Fusionen müssen erst verwachsen." Im vergangenen Jahr hatte der TÜV Süd mehrere Firmen im In- und Ausland übernommen und den Umsatz auch dadurch um knapp 13 Prozent auf 1,2 Mrd. Euro gesteigert. Davon steuerte der Bereich Auto Services, unter den das Geschäft mit Abgas- und Hauptuntersuchungen sowie Führerscheinprüfungen fällt, rund 380 Mio. Euro bei. Gewinnsteigerung um 14 Prozent Der Gewinn vor Steuern lag mit 126,2 Mio. Euro (plus 14 Prozent) so hoch wie noch nie in der Geschichte des Unternehmens. Die Gewerkschaft ver.di forderte angesichts dieser Zahlen mit Protestaktionen vor dem TÜV-Gebäude mehr Geld für die Beschäftigten. "Zum wiederholten Mal in Folge übertrifft der TÜV Süd die kühnsten Gewinnerwartungen. Das ist unser aller Erfolg", hieß es auf Flugblättern. Seit Jahren seien gar keine oder nur marginale Gehaltserhöhungen zugelassen worden. Hupfer verwies hingegen auf Erfolgsprämien, die den Mitarbeitern gezahlt würden. Ein Börsengang ist für das Unternehmen derzeit kein Thema. Zwar sei es das Ziel, weiterhin börsenfähig zu bleiben, sagte Hupfer. "Es ist aber nach wie vor in weiter Ferne." (dpa)
TÜV-Fusion noch in diesem Jahr
Kartellamt muss noch grünes Licht geben / TÜV Süd fährt Rekordergebnis ein