VW: Kernmarke kehrt in die Gewinnzone zurück

02.05.2007 14:51 Uhr
Die Kernmarke VW hat im ersten Quartal einen operativen Gewinn von 386 Mio. Euro eingefahren.

Operativer Gewinn von 386 Millionen Euro im ersten Quartal / Prognose bekräftigt

Der scharfe Sanierungskurs bei Volkswagen hat Wirkung gezeigt: Die lange Zeit schwächelnde Marke VW Pkw hat im ersten Quartal 2007 die Verlustzone verlassen und einen operativen Gewinn von 386 Mio. Euro eingefahren. Dies sei vor allem auf die "Restrukturierungen" im vergangenen Jahr zurückzuführen, sagte Finanzvorstand Hans Dieter Pötsch bei der Vorlage der detaillierten Zahlen für das erste Quartal am Mittwoch in Wolfsburg. Der VW-Konzern erwartet nach einem kräftigen Gewinnsprung im ersten Quartal in diesem Jahr erneut deutliche Zuwächse. "Wir bleiben auf dem Wachstumspfad", unterstrich Pötsch. Die Kernmarke VW hatte im Vorjahresquartal noch einen operativen Verlust von 49 Mio. Euro hinnehmen müssen. Zur Sanierung der ertragsschwachen Traditionsmarke hatte Volkswagen unter Ex-Konzernchef Bernd Pischetsrieder und VW-Markenvorstand Wolfgang Bernhard Tausende von Stellen abgebaut und die Arbeitszeit in den westdeutschen VW-Werken deutlich erhöht. Den Erfolg der mit der IG Metall schwer errungenen Sanierung erntet nach dem Führungswechsel jetzt der neue VW-Chef Martin Winterkorn. Im ersten Quartal erhöhte die Marke ihre Auslieferungen um 6,8 Prozent auf 850.193 Autos und der Umsatz stieg um 5,2 Prozent auf 18 Mrd. Euro. Pötsch sagte: "Die großen Fortschritte bei der Verbesserung unserer Wettbewerbsfähigkeit schlagen sich positiv in unserem Ergebnis nieder. Jede Marke hat zu diesem Erfolg beigetragen." Die erfolgsgewohnte VW-Tochter Audi legte beim operativen Ergebnis noch einmal um 56 auf 401 Mio. Euro zu, der Umsatz stieg um 13,1 Prozent auf 8,7 Mrd. Euro. Bei Skoda stieg das Ergebnis um 29 auf 172 Mio. Euro. Die tschechische Tochter, die seit Jahren mit günstigen Autos Erfolge einfährt, brachte es beim Umsatz auf 2,0 Mrd. Euro, ein Plus von 6,7 Prozent. Die defizitäre spanische Tochter Seat schreibt weiterhin rote Zahlen, hat die Verluste mit elf Mio. Euro (32 Mio.) aber reduziert. Bei relativ geringen Stückzahlen verzeichneten auch die Nobel- und Luxusmarken Bentley, Lamborghini und Bugatti gute Zuwächse. VW Nutzfahrzeuge steigerte das Ergebnis von 51 auf 66 Mio. Euro. In seinem Quartalsbericht veröffentlichte der Konzern erstmals die Einzelergebnisse für alle sieben Pkw-Marken. Winterkorn hatte die von seinem Vorgänger eingeführten Markengruppen Volkswagen und Audi wieder aufgelöst. Umsatzminus im US-Geschäft Die Kernzahlen für das erste Quartal – ohne Einzelergebnisse – hatte VW bereits zur Hauptversammlung vor zwei Wochen vorgelegt (wir berichteten). Auf dem wichtigen US-Markt fiel der Umsatz trotz eines leichten Auslieferungsplus vor allem wechselkursbedingt von 3,7 auf 3,3 Mrd. Euro. International die größten Zuwächse erreichte VW im Asien-Pazifik-Raum, wo die Verkäufe – außer China – um 30,9 Prozent auf 246.000 Einheiten wuchsen. Im Südamerika/Südafrika nahmen die Verkäufe um 16,4 Prozent auf 192.000 Autos zu. Erfolgreich waren hier vor allem der kleine Fox und die schweren Lkw, berichtete Pötsch. Zu dem von Porsche am Montag vorgelegten Pflichtangebot für die VW-Aktionäre will sich die Führung des Wolfsburger Autobauers bis Mitte Mai äußern. Das kündigte Pötsch bei einer Telefonkonferenz an. Der VW-Aufsichtsrat werde die nun offiziell vorgelegte Offerte prüfen und dann eine schriftliche Empfehlung aussprechen. Diese Prüfung werde etwa zwei Wochen dauern, sagte Pötsch. Porsche war zur Vorlage eines Pflichtangebots verpflichtet, nachdem der Sportwagenbauer seinen VW-Anteil auf mehr als 30 Prozent erhöht hatte. (dpa)

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