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Werbeaktion über Sixt Leasing: Kia mit Sonderangebot bei Payback

Kia erhofft sich von der Aktion mit Sixt Leasing und Payback, den Stonic einem sehr breiten Publikum vorstellen zu können.
© Foto: Kia

Kia startet am Montag eine Werbeaktion mit Payback, bei der das Mini-SUV Stonic über Sixt Leasing für 89,95 Euro im Monat angeboten wird. Händler befürchten ein Einfallstor für weitere für sie ruinöse Geschäfte.


Datum:
27.03.2020
6 Kommentare

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Von Doris Plate/AUTOHAUS

Kia Motors Deutschland (KMD) plant über die neue Hyundai Capital-Tochter Sixt Leasing eine Neuwagenaktion mit dem Bonusprogramm Payback. Zum 20-jährigen Jubiläum des Punkte-Sammelsystems soll den 40 Millionen Kontakten im Zeitraum vom 30. März bis 26. April ein Leasingangebot für den Kia Stonic Vision 1.0 mit 100 PS für 89,95 Euro im Monat gemacht werden.

Wie Kia Motors Deutschland-Geschäftsführer Steffen Cost auf Anfrage von AUTOHAUS mitteilte, könne jeder Händler mitmachen. Dies sei aber freiwillig. "Wir machen diese Aktion mit dem Netz und nicht am Netz vorbei", sagte Cost. Er erhofft sich davon, den Stonic einem sehr breiten Publikum vorstellen zu können. "Wir bekommen damit eine riesige Reichweite und zusätzliche Kontakte, die wir sonst nicht erreicht hätten." Außerdem würden die Fahrzeuge zum Service in den Handel kommen. Weil die Fahrzeuge bereits aufbereitet beim Händler angeliefert würden, sei der Aufwand für sie gering und deshalb auch die geringe Marge gerechtfertigt.

Sixt bekommt bessere Konditionen als Handel

Das sehen manche im Handel anders. Konkret beschwert sich ein Vertragspartner, weil er vom Importeur für die Auslieferung dieser Fahrzeuge nur zwei Prozent Marge und 100 Euro netto für die Nebenkosten bekommen soll. An Sixt Leasing werden die Fahrzeuge aber mit 26 Prozent Nachlass fakturiert. "Das ist mehr als wir maximal bekommen und dafür müssen wir noch zahlreiche Standards und Auflagen erfüllen", so der Kfz-Unternehmer gegenüber AUTOHAUS. "Wir werden genötigt, an Sixt Leasing zu besseren Konditionen zu verkaufen als wir einkaufen können."

Risiken beim Handel

Hinzu kommt das Gewährleistungsrisiko: Sollte das Auto technische Mängel haben, muss der Händler das bei Sixt geleaste Fahrzeug zurücknehmen. Und ein erhöhter Liquiditätsbedarf, weil KMD die Fahrzeuge an die Händler liefere und nach zehn Tagen den Rechnungsbetrag vom Händlerkonto abbuche. Das Autohaus soll dann an Sixt Leasing berechnen – und die Leasinggesellschaft sagt zu, innerhalb von acht Tagen nach Rechnungs- und Briefeingang an den Händler zu zahlen. Besonders irritiert zeigte sich der Kia-Partner darüber, dass für diese Verkäufe an Privatkunden die Kundenzufriedenheitsbefragung ausgesetzt würde. "Das ist sonst völlig undenkbar."

Vor allem befürchtet der Händler wie einige seiner Kollegen aber ein Einfallstor für solche Geschäfte für die Zukunft. "Wie soll der Handel von zwei Prozent Restmarge seine Fixkosten wie Miete, Strom, Gas, Wasser plus die variablen Kosten wie Lohn, Werbung usw. bezahlen?"

Händlerverband zeigt sich verhalten gegenüber der Aktion

Nach Angaben von Cost ist die Aktion mit dem Händlerverband abgestimmt. Kia Händlerverbands-Vorstandssprecher Holger Blochwitz bestätigte, dass der Verband von Kia über die Aktion in Kenntnis gesetzt wurde. Die Kritikpunkte an dieser Aktion, die nunmehr auch aus der Händlerschaft kommen, wurden angesprochen, teilte er mit. Schließlich gab es bereits ähnliche Aktionen bei anderen Fabrikaten, mit den dort gemachten Erfahrungen. "Der Knackpunkt ist die vertragsrechtliche Gestaltung, die solche Geschäfte zulässt", so Blochwitz. Hingegen können die Partner nicht dazu verpflichtet werden an der Aktion teilzunehmen. Die Resonanz der Partner auf diese Aktion zeigt jedenfalls, dass derartige Direktvertriebsaktionen in der Händlerorganisation nicht überall gut ankommen.

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KOMMENTARE


Kia Händler

27.03.2020 - 18:14 Uhr

2% Restmarge und dann soll ich die Kiste noch ausliefern und auf mein Geld warten. Wahrscheinlich kriegen dann die Kunden noch den Sixt Service Rabatt und Kia Deutschland will dann auch so dem Händler noch die Marge am Öl und Teile klauen! Unfassbar - wenn ein Händler das mitmacht, ist er doof !!!! Und bald insolvent!!!


A1

28.03.2020 - 00:03 Uhr

Es ist ein Armutszeugnis eines jeden Herstellers, solche Aktionen umzusetzen. Ein starkes Handelsnetz wird über Jahrzehnte aufgebaut, um schlagkräftig auf dem Markt zu agieren, mit immer höheren Standards belastet, um es dann mit solchen Aktionen auszuhebeln. Welche Motivation sollen zukünftig Händler haben, Neufahrzeuge zu verkaufen, wenn man daran nichts mehr verdient? Wenn Sixt die Kunden anschließend mit Aktionen von anderen Herstellern befeuert, hat man nichts gekonnt ...


KIA-Händler

28.03.2020 - 13:49 Uhr

Jeder KIA-Händler, der bei dieser Aktion mitmacht, ist selbst schuld. Mich interessiert doch vielmehr, welcher Entscheider bei KIA diese Aktion ins Leben gerufen hat und mit welchem Hintergrund. Natürlich wird das Modell durch diese Aktion beworben. Es wird jedoch automatisch ein "Preisanker" für den Konsumenten bei ca 100,-Euro gesetzt. Sprich, sollte sich jemand aufgrund der Werbung in den nächsten Monaten für das Modell interessieren und dieses dann auf einmal das Doppelte im Monat kosten, ist das Interesse schnell wieder weg. Somit macht die Werbeaktion eigentlich nur den Preis kaputt und sonst nichts. Wie soll ein Händler einem Payback-Kunden in der Zukunft einen Stonic zu normalen Konditionen verkaufen? Aber ich glaube, so weit zu denken ist nicht gewünscht ...


Cf

28.03.2020 - 21:53 Uhr

Im Direktvertrieb werden die Kunden also nicht nach Zufriedenheit befragt?


Paul Langner

30.03.2020 - 08:25 Uhr

2% Restmarge??? Hoffentlich findet KIA Deutschland keine Händler, die mitmachen und für die ruinöse Kondition arbeiten. Das ist echt unfassbar schlecht, der Handel soll Auflagen erfüllen, die eigene Konzerntochter (Santander und Hyundai/KIA) dann eben nicht. Dass die Santander so eine ruinöse Kondition zulässt, ist auch etwas verwunderlich, denn die Santander Bank hat auch nichts davon, wenn KIA Händler dann schlussendlich notleidend werden.


Fabrikatshändler

30.03.2020 - 13:57 Uhr

Es schon echt verrückt, was sich so manche Hersteller da einfallen lassen um ein paar Autos so wegzudrücken. Und welchen Flurschaden sie damit anrichten??!! Der Händler muss nahezu 100% Kundenzufriedenheit erreichen, damit er einen Bonus bekommt - KIA macht quasi ein Direktgeschäft und hebelt sofort die Kundenzufriedenheit aus und gibt 5% plus WKZ mehr aus, als der eigene KIA Händler erreichen kann. Unglaublich!!! Und die Santander Bank spielt da offensichtlich auch noch mit, denn die ist ja neuerdings mit 50% an SIXT Leasing mit beteiligt. Wie soll ein Händler mit 2% Restmarge (über-)leben und außerdem noch diese wahnwitzigen Standards erfüllen?! KIA Deutschland treibt so die eigenen Händler zunehmend in die Pleite, ist das wirklich gewollt?


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