62. IAA Nutzfahrzeuge: Hersteller verbreiten Optimismus

23.09.2008 16:24 Uhr
Künftiges Zugpferd aus dem VW-Stall: ein offener Pick-up.
© Foto: UnitedPictures

Der jahrelange Boom im Lkw-Bereich nähert sich nach Brancheneinschätzung dem Ende – für Daimler, MAN und Co. aber kein Grund, den Kopf in den Sand zu stecken. Sie demonstrierten am ersten IAA-Pressetag Zuversicht.

Hohe Öl- und Rohstoffpreise, Finanzmarktkrise, schlechtere Konjunkturaussichten – die Zeiten für Autobauer werden schwieriger. Das gilt auch für die in den vergangenen Jahren so erfolgsverwöhnte Lkw-Branche. Doch die Hersteller von Trucks, Lieferwagen und Transportern demonstrierten zu Beginn der Internationalen Automobil-Ausstellung IAA Nutzfahrzeuge am Dienstag in Hannover dennoch Zuversicht. AUTOHAUS Online hat die wichtigsten Statements zusammengetragen: Daimler rechnet trotz kräftiger Bremsspuren auf dem US-Markt 2008 mit einem Absatzplus im Nutzfahrzeuggeschäft. Bis zum August seien in diesem Jahr über 311.000 Fahrzeuge verkauft worden, sagte der Chef der Sparte Daimler Trucks, Andreas Renschler. Im Vorjahreszeitraum lag der Absatz noch bei 309.656 Fahrzeugen. Die Märkte in Osteuropa seien weiterhin die stärksten Motoren für die Branche. Der Manager wies zugleich Spekulationen zurück, der schwedische Finanzinvestor Cevian Capital habe als Bedingung für ein Engagement bei Daimler eine Abspaltung oder den Börsengang der Truck Group gefordert. Darüber habe er keine Informationen. Zudem sei die Vernetzung des Pkw- und Lkw-Geschäfts viel zu stark, dass ein solcher Plan Sinn haben würde. Positive Nachrichten auch von Volkswagen Nutzfahrzeuge: In den ersten acht Monaten 2008 wurde ein Absatzplus von neun Prozent erreicht. Weltweit seien 343.100 leichte und schwere Nutzfahrzeuge, Großraumlimousinen und Busse ausgeliefert worden, berichtete der Chef der VW-Nutzfahrzeugsparte, Stephan Schaller, auf der IAA Nutzfahrzeuge. Bis 2018 will VW 800.000 Nutzfahrzeuge im Jahr verkaufen, in diesem Jahr soll die Marke von einer halben Million überschritten werden. Zum Wachstum sollen nach Worten von Schaller auch neue Modelle beitragen, wie der offene Pickup, den VW zur IAA als Studie vorgestellt hat. Ford blickt ebenfalls auf ein erfolgreiches erstes Halbjahr 2008 für seinen Nutzfahrzeugbereich zurück. Vor allem der Bestseller Transit sei nach wie vor sehr beliebt, sagte Ford-Deutschlandchef Bernhard Mattes. Insgesamt punkten die Kölner vor allem in Wachstumsmärkten wie Russland oder der Türkei, aber auch im Kernmarkt Deutschland. Insgesamt verkaufte Ford nach eigenen Angaben von Januar bis Juni in 19 europäischen Märkten 149.000 Nutzfahrzeuge. Einschließlich der Türkei und Russland waren es 180.000, knapp 1.800 Einheiten mehr als im Vorjahreszeitraum. Internet-Handel treibt Transporter-Absatz Opel sieht für seine Nutzfahrzeugsparte in Europa deutlich positive Perspektiven. "Wir blicken sehr zuversichtlich in die Zukunft", sagte der Spartenchef Thomas Bauch. Zum Wachstum beitragen werde auch der weiter steigende Internethandel, der immer mehr Kurierfahrten und Zustelldienste mit sich bringe. Besonders erfolgreich sei bei Opel der 2,8-Tonnen- Transporter Vivaro. Insgesamt setzte die GM-Tochter von Januar bis August knapp 115.000 Nutzfahrzeuge in Europa ab. Eine Vergleichszahl nannte Bauch nicht, aber Opel sei damit gegen den Markttrend gewachsen, hieß es.

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