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Abgasskandal: Erster deutscher Großkunde verklagt VW

Erstmals hat ein deutscher Großkunde im Abgasskandal Klage gegen Volkswagen eingereicht.
© Foto: Deutsche See GmbH

Jetzt bekommt VW im Abgasskandal auch erstmals mit einem Großkunden Ärger vor Gericht. Der Fischverarbeiter Deutsche See will Schadenersatz für die Dieselmanipulationen. Hunderte Privatkunden klagen bereits.


Datum:
06.02.2017
17 Kommentare

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Erstmals hat ein deutscher Großkunde im Abgasskandal Klage gegen Volkswagen eingereicht. Insgesamt 11,9 Millionen Euro Schadenersatz will der Fischverarbeiter Deutsche See von VW erstreiten, wie ein Deutsche-See-Sprecher am Sonntag sagte. Das Unternehmen hatte den Schritt bereits im Sommer angekündigt. Nun habe das Unternehmen am Landgericht Braunschweig wegen arglistiger Täuschung Klage eingereicht, bestätigte der Sprecher.

Bei der Deutschen See sind nach Unternehmensangaben etwa 500 Autos von den Abgasmanipulationen betroffen. "Wir sind tief enttäuscht über VW und fühlen uns hingehalten und betrogen", sagte Deutsche-See-Chef Egbert Miebach. Ein Sprecher des Fischverarbeitungskonzerns ergänzte: "Umweltfreundliche Mobilität war der Grundgedanke der Partnerschaft." Das sei auch schriftlich so festgehalten worden.

Ein VW-Sprecher wollte sich zu der Klage zunächst nicht äußern, da sie dem Autobauer noch nicht vorliege. Es wäre die erste Einzelklage eines Großkunden gegen Volkswagen, wie der VW-Sprecher bestätigte. Die Umrüstung aller betroffenen Fahrzeuge sei aber problemlos möglich.

Bereits vor dem Abgasskandal war bekannt, dass auch vermeintlich saubere Dieselautos nicht unbedingt weniger Schadstoffe ausstoßen als Benziner. Bei Dieseln liegt zwar der Ausstoß des Klimagases CO2 in der Regel niedriger als bei ähnlich gebauten Benzinern. Diesel stoßen aber meist mehr umwelt- und gesundheitsschädliche Stickoxide aus. Hier hatte VW mithilfe einer Software dafür gesorgt, dass die Autos erkennen, wenn sie einem Abgastest unterzogen werden. Sie schalteten dann in einen Modus, bei dem sie deutlich weniger Stickoxide ausstießen.

Mehrere hundert Verfahren

In Deutschland laufen mehrere hundert Verfahren, in denen Fahrer von VW-Dieseln auf Schadenersatz gegen Händler oder den VW-Konzern klagen. In den USA können Fahrer betroffener Autos mehr als 5.000 Dollar (4.635 Euro) Entschädigung bekommen. Für Kunden in Europa plant VW keine solche Entschädigung.

Unter anderem, um über diese Frage zu beraten, trifft sich am Montag in Brüssel EU-Justizkommissarin Vera Jourova mit VW-Chef Matthias Müller. Diese hatte zuletzt mehr Kulanz auch für Kunden in Europa gefordert. Jourova will, dass VW für betroffene Autos eine unbegrenzte Garantie gewährt. Der Konzern müsse auch zusichern, dass die Fahrzeuge nach der Umrüstung die Grenzwerte einhalten, ihre Leistungsmerkmale behalten und sich dabei explizit auf die Vorschriften einer EU-Richtlinie zu Verbrauchsgütern beziehen. (dpa)

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KOMMENTARE


verkäufer

06.02.2017 - 13:05 Uhr

bleibt zu hoffen, dass noch viele Großkunden folgen. Vielleicht hilft dies, dieselbstverliebten und überheblichen Konzernlenker vom hohen Ross runter zu holen. Bis heute hat sich, was deren Arroganz angeht, noch nichts geändert.Vielleicht macht man sich dann in Wolfsburg mal langsam Gedanken darüber, werden Karren wieder aus dem Dreck fährt. Es sind die Mitarbeiter in den Betrieben,welche man über Jahre hinweg schikaniert hat !!


Dr. Feelbad

06.02.2017 - 15:19 Uhr

Es ist an der Zeit dass Her Dr.Dr.Dr.Dr.Piech juristisch belangt wird, der wusste über den Vorgang doch schon im letzten Jahrhundert bescheid. Da können diverse Placeboröhrchen in die Euro5-Motoren eingebaut werden, es täuscht aber nicht über die Verantwortung hinweg. Und bitte, frischer Wind für die Konzernzentrale. So lange die alten Machtverhältnisse bestehen, wird es keine Änderung geben.


Johann

06.02.2017 - 15:25 Uhr

Schön wäre es wenn noch weitere folgen und so den Druck auf die Betrüger erhöhen bis sie sich tatsächlich bewegen müssen. Aber die Wolfsburger "kaufen" sich ja bereits jetzt ihre Anteile, in unserem Autohaus (zum Glück nichts aus Wolfsburg) haben wir schon mehrfach Leasingraten in letzter Zeit gehört ---da wird einem schwindlig was so ein SQ7 oder Q5 und auch ein A4 gerade in der Leasing "kostet". also wird sich so schnell nichts bewegen für alle die geprellt und verar.... wurden.


VW Kunde

06.02.2017 - 15:58 Uhr

Na den Fisch fangen die bestimmt mit umweltfreundlichen Solarbooten mit Solarpartikelfilter......Alle Fahrzeuge waren geleast und sind eh zurück.................reine Geldschneiderei in meinen Augen........Fischabsatz läuft wohl nicht mehr so gut.......


Nordlicht

06.02.2017 - 17:06 Uhr

@VW Kunde:Ihr Kommentar ist einfach nur dümmlich. Nichts begriffen! Und offenbar kennen Sie sich weder in der Automobilbranche noch in der Fischbranche aus!


Reinrum

06.02.2017 - 17:28 Uhr

"VW-Kunde" hat den Nagel haargenau auf den Kopf getroffen.Andere Schlussfolgerungen fallen mir dazu auch nicht ein.


Autoexperte

06.02.2017 - 17:54 Uhr

Grundsätzlich hörte man über Jahre auf Händler- und Vertriebsveranstaltungen immer, Deutschland ist längst nicht mehr das volumenstärkste, aber immer noch mit Abstand das profitablste Land.Tja auch im Kulanzverhalten des Konzerns spiegelt sich diese Marktstellung eindeutig wieder....leider!Trotzdem sieht man u.a. immer mehr neue Tiguan und Passat auf unseren Straßen. Also liebe Endverbraucher und Autokäufer.........nur durch den Austausch eines Buchstabens (TSI statt TDI) wird kein Umdenken stattfinden bzw erzwungen.


Michael Okon

06.02.2017 - 19:20 Uhr

Als langjähriger Mitarbeiter eines VW Betriebes, hatte ich die Angelegenheit ruhig und sachlich betrachtet. Jetzt hat mich aber folgendes überrascht: Tiguan mit betroffenem Motor im November in der RRA umgestellt, Anfang Febr.17 Fehlermeldung Motorst. Gerät, deutlicher Leistungsabfall, VW WErkstatt stellt fest Kühler f. Abgasrückf., defekt. Kundenbetreuung VW Angerufen, die Dame fragte mich ob es sich um den besagten Kühler handeln würde, ich hatte noch nicht ganz ausgesprochen. Vorgangs Nr. erstellt, VW Partner meldet mir das VW 90 % Kulanz übernehmen würde. Ab jetzt bin ich sehr verärgert, es scheint ein klarer Zusammenh. zu bestehen. VW will die Kosten nicht kompl. übernehmen. Mein nächster Schritt ist mich der Sammelklage an zuschließen, da hier mehr im Busc h ist als vom Hersteller immer wieder beschrieben.Werde ausserdem darauf drängen das die Kosten zu 100 % von VW übernommen werden bei gleichzeitiger Forderung, Die erweiterte Garantie auf diesen Vorgang zu erhalten.


hwb

06.02.2017 - 21:48 Uhr

Solche Kommentare zu einem Artikel, der versucht Fakten als Nachricht zu vermitteln, hat schon mal einer nachgerechnet, das diese Schadenersatzforderung 23.800,- € pro Fahrzeug bedeuten würde? Aber, das interessiert ja keinen, wichtig im Facebook Zeitalter ist ja nur, Dampf abzulassen, andere Leute zu verunglimpfen und verbal draufhauen. Ich gebe zu, noch nie in meinem Leben ein Auto nach Kraftstoffverbrauch, geschweige dann nach CO2 und oder NOX Emissionen gekauft zu haben. Ich wollte immer nur ein mich ansprechendes, zuverlässiges Fahrzeug mit geringem Wertverlust. In dieser Lobbyisten gesteuerten Politikwirtschaft mit nun mehr 70 Jahren ohne Krieg gibt es wohl keine anderen Probleme, die man sinnvoll diskutieren könnte. Mitleid bekommt man geschenkt, Neid muss man sich hart erarbeiten, denken Sie auch mal an die Mitarbeiter dieses Herstellers, von denen würde sicher keiner so argumentieren. So, jetzt können Sie auch über mich herfallen, ich halte das aus.


Frischfisch

07.02.2017 - 09:13 Uhr

Typisch Deutsch - sobald sich die Möglichkeit gibt sich über etwas zu beschweren oder zu klagen muss man es nutzen und ewig auf dem gleichen unwichtigen Thema herumreiten. Traurig dass der Chef der deutschen See nichts besseres zu tun hat als sich um die vollkommen realitätsfremden Euro-Normen zu kümmern. Weil der Anteil der Kfz in der CO2 Bilanz ja so unglaublich hoch ist. Weltweit fahren unzählige Fahrzeuge ohne Rußpartikelfilter oder sogar noch ohne Kat herum und in Deutschland regt man sich auf dass die saubersten Fahrzeuge weltweit nun ein klein wenig "weniger" sauber sind.. Flugzeuge und Industrie interessieren hier niemanden


Fahrvergnüger

07.02.2017 - 09:28 Uhr

Wieder nur ein Vorgang, an dem einzig und allein die Anwälte verdienen. Wenn ich schon lese "Umweltfreundliche Mobilität war der Grundgedanke der Partnerschaft. Das sei auch schriftlich so festgehalten worden" - da bin ich mal auf die Argumentationskette der Anklageseite gespannt, vor allem wie "umweltfreundliche Mobilität" in deren Augen aussieht und (viel wichtiger) wozu es da eine rechtsverbindliche Definition gibt...Geldschneiderei, mehr nicht.


AENGEL

07.02.2017 - 09:33 Uhr

Das es für alle Hersteller die betrügen Konsequenzen haben muss, und da ist VW bei Leibe nicht der einzige (bsw Fiat-Chrysler), steht außer Frage.ABER kurze Frage: hat irgendein Nutzer finanziellen Schaden erlitten, egal ob bei uns oder den Amis?!? NEIN! Der Gebrauchtwagenmarkt ist nicht eingebrochen wie vermutet. Also, über was wird hier diskutieren???? Um Geld... Darum, dass einige denken "ein paar EUR/USD rausholen zu können". Jetzt den Hals aufreißen und Geld verlangen, und beim nächsten Autokauf trotzdem wieder einen Wagen aus dem VW Konzern kaufen... Lächerlich und heuchlerisch.


NO

07.02.2017 - 09:33 Uhr

VW-Kunde: Kann Deinen Beitrag voll unterstützen. PS: Klar, darf man die Sache nicht Schönreden mit der Manipulation.Nordlicht: Dann dürften Sie gar kein Auto mehr fahren!Ihr Haus ist mit Sicherheit auhc nach den neuesten Umweltstandarts.Und sorry, aber ich finde das Vorgehen der Deutschen See schon etwas merkwürdig.Scheint denen wirklich nur ums Geld zu gehen.Man darf nicht vergessen, wo der ganze Fisch aus den Werkskantinen von VW kommt ;-)Den geht es nur um die Umwelt, schon klar, und ich bin der liebe Gott !!


Automotive-Leasingspezialist

07.02.2017 - 09:56 Uhr

Was sich VW vorsätzlich im Umgang mit der Umwelt, der Gesundheit der Menschen, ihren Kunden und Geschäftspartner und ihren Mitarbeiter erlaubt hat, ist umfangreich beschrieben worden. Darüber hinaus den Ruf der gesamten deutschen Autobranche beschädigt hat, ebenso.In den USA werden Kunden großzügig entschädigt, da der Druck durch die Regierung und die Gerichte entsprechend hoch ist. In Deutschland und Europa sollen die Kunden durch das Ofenrohr ins Gebirge schauen. VW versucht es sogar mit der Tour, hier haben wir gegen keine geltenden Gesetze verstoßen...Auch hier kann der Druck der Kunden und der öffentl. Meinung nicht groß genug sein um zu vergleichbaren Ergebnissen für den VW u. Audi-Kunden wie in den USA zu kommen. Geleichzeitig als Warnung für jeden Hersteller auf der Welt, es sich mehrfach zu überleben Betrug als Geschäftsmodell zu sehen.


Saszek

07.02.2017 - 12:14 Uhr

@Nordlicht, der Kommentar von "VW-Kunde" mag sarkastisch sein, dümmlich ist er sicherlich nicht. Mich würde schon auch interessieren, wie das Unternehmen in anderen Transportbereichen zur "umweltfreundlichen Mobilität" steht.Außerdem erschließt sich mir nicht, wie bei 500 Fahrzeugen, die ihren eigentlichen Zweck ja wohl erfüllt haben, ein Schaden von 11,9 Mio € entstanden sein soll.


Haller

07.02.2017 - 13:39 Uhr

@Michael Okon: Da stechen Sie vermutlich in ein Wespennest. Sie sind nicht der Einzige, bei dem nach dem Update Kontolleuchte und Fehlermeldung kommt.Auch hier zickt der Hersteller !!


ICH

07.02.2017 - 14:34 Uhr

" deutsche see "muss die Kosten für ihre Elektrofahrzeuge wieder reinkriegen :-) weil die FIAT so günstig waren und die VW Transporter ja alle nur 200.000 km gelaufen sind.


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