Erwartungen übertroffen: Skoda trotzt Konzernkrise bei VW

12.03.2026 11:45 Uhr
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Kein USA, kein Russland und kein China. "Für uns wird das Wachstumszentrum Indien sein", sagt Konzern-Chef Klaus Zellmer.
© Foto: Sven Hoppe/dpa

Skoda hält dem Abwärtstrend im VW-Konzern stand. Was hinter dem Erfolgsrezept der Tschechen steckt - und warum es einen Nachfolger für den Kompakt-SUV Karoq geben wird.

Die tschechische Volkswagen-Tochter Skoda fährt ihrem Mutterkonzern davon. Der Autobauer steigerte sein Ergebnis im laufenden Geschäft 2025 gegenüber dem Vorjahr um 8,6 Prozent auf rund 2,5 Milliarden Euro. Das teilte das Unternehmen mit Sitz in Mlada Boleslav mit. Der Umsatz sei um 8,3 Prozent gestiegen und habe erstmals die 30-Milliarden-Marke überschritten. Der operative Gewinn des Volkswagen-Gesamtkonzerns brach indes im gleichen Zeitraum um gut die Hälfte ein. Angaben zum Jahresüberschuss machte Skoda nicht.

Kunde entscheidet

Die Erwartungen seien übertroffen worden, sagte der Skoda-Vorstandsvorsitzende Klaus Zellmer in Prag. Der 58-Jährige nannte mehrere Gründe: Skoda habe nicht nur ein "extrem effizientes Geschäftsmodell", sondern auch sehr motivierte Mitarbeiter. Zudem entwickele, produziere und verkaufe man das, was der Kunde wolle - unabhängig von der Antriebsart. 

"Unser Plan ist es, flexibel zu bleiben", sagte Zellmer. Er räumte ein, dass Skoda anders als etwa Porsche nicht von den Zöllen der USA auf Importe betroffen ist, da die Marke nicht in Nordamerika präsent ist. Doch habe man in der Vergangenheit den russischen Markt verlassen und ziehe sich aus China zurück. "Für uns wird das Wachstumszentrum Indien sein", sagte Zellmer.

Nachfolger für Karoq kommt

Auch wenn der Anteil der Elektrofahrzeuge und Plug-in-Hybride auf mehr als ein Viertel gestiegen ist, setzt Skoda weiter auch auf Verbrennungsmotoren. Gerade erst hat man beschlossen, einen Nachfolger für den Kompakt-SUV Karoq in Tschechien zu bauen. Das neue Modell werde in rund zwei Jahren mit konventioneller und Hybrid-Variante auf den Markt kommen, sagte Zellmer: "Das ist unsere Reaktion auf die Verlangsamung der Transformation hin zu batterieelektrischen Fahrzeugen."

Auch Skoda will schlanker werden

Der Volkswagen-Konzern hat das Ziel bekräftigt, bis 2030 rund 50.000 Stellen in Deutschland wegfallen zu lassen. Skoda hatte bereits vor drei Jahren ein Effizienzprogramm gestartet, um bis 2028 15 Prozent der Stellen in Bereichen einzusparen, die nicht direkt an der Produktion beteiligt sind. Zu einem Teil sollen dafür neue Jobs in Bereichen wie der Künstlichen Intelligenz entstehen. Eine große Unwägbarkeit bleibt das geopolitische Risiko mit dem Iran-Krieg und der Blockade der Straße von Hormus.


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