Die chinesischen Autobauer streichen nach einem weiteren Absatzrückgang ihre Jahresprognose deutlich zusammen. Der Branchenverband PCA rechnet für 2026 nun mit einem Rückgang der Verkaufszahlen um elf Prozent. Bisher war lediglich ein Minus von einem Prozent erwartet worden. Im Mai sackten die Verkäufe im Jahresvergleich um 22,1 Prozent auf 1,5 Millionen Fahrzeuge ab, wie die China Passenger Car Association in Peking mitteilte.
Der Absatz von Verbrennerfahrzeugen brach sogar um 39 Prozent ein. Die in China als New Energy Vehicles (NEV) bezeichneten Antriebsarten wie reine Elektroautos und Hybridfahrzeuge verzeichneten dagegen einen Rückgang von 7,5 Prozent.
Iran-Krieg schlägt sich in Verkaufszahlen nieder
Als Grund für die verschlechterten Aussichten nannte der Branchenverband die Auswirkungen der hohen Ölpreise auf die Kundennachfrage und die gesamte Lieferkette der Branche. Bereits im Vormonat hatte sich der Ölpreisanstieg infolge des Iran-Kriegs in den Verkaufszahlen bemerkbar gemacht. Die Ausfuhren legten im Mai zwar um 75,1 Prozent zu, konnten den Einbruch im Inlandsgeschäft jedoch nicht ausgleichen, hieß es weiter.
Eigentlich hatte die Branche ab April mit einer Erholung gerechnet. Tatsächlich gingen die Verkäufe in den ersten fünf Monaten des Jahres jedoch um 19,5 Prozent zurück. Das verdeutlicht die Herausforderungen, vor denen Chinas Autohersteller angesichts zurückgefahrener staatlicher Hilfen und zunehmender Überkapazitäten stehen.
Verhaltener Optimismus für das zweite Halbjahr
PCA-Generalsekretär Cui Dongshu zeigte sich dennoch verhalten optimistisch: "Im dritten Quartal sollte sich der Gesamtmarkt allmählich verbessern und im Schlussquartal wieder wachsen." Für das Gesamtjahr rechnet er daher mit einem schwächeren Rückgang als im bisherigen Jahresverlauf.
Im Auslandsgeschäft mit Elektroautos bleibt die Nachfrage robust. So stiegen bei BYD die gesamten Fahrzeugverkäufe im Mai erstmals seit neun Monaten wieder. Auch Nio meldete einen deutlichen Anstieg bei den Auslieferungen. Der US-Elektroautobauer Tesla verkaufte ebenfalls mehr in China hergestellte Fahrzeuge als im Vorjahreszeitraum.