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Ausblick Mercedes-AMG: Der langsame Abschied vom Achtzylinder

Die Studie Vision AMG hat die Mercedes-Tochter im vergangenen Jahr vorgestellt.
© Foto: Mercedes-AMG

Was für ein Performance-Wandel bei AMG! Die Mercedes-Tochter setzt zukünftig auf Hybridkonzepte, die den V8-Motor ersetzen werden. Den Anfang machen die C- und E-Klasse.


Datum:
27.01.2023
Autor:
Michael Specht/SP-X
Lesezeit:
5 min
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Auch Hersteller von Hochleistungsfahrzeugen müssen mit der Zeit gehen. Unter besonderem Druck steht AMG. Die Performance-Tochter von Mercedes kann nicht frei agieren wie ein Kleinserien-Tuner, sondern muss sich der Neuausrichtung der Konzernmutter in Stuttgart anpassen. Es wundert also nicht, dass die Elektrifizierung auch bei AMG einen immer höheren Stellenwert bekommt. Wie ernst es dem Affalterbacher Unternehmen damit ist, zeigt der Wille, schon zur Mitte des Jahrzehnts mit einer vollelektrischen Sportlimousine auf den Markt zu kommen. Das viertürige Modell baut auf der derzeit in der Entwicklung befindlichen AMG.EA-Plattform auf. Wie ein solcher AMG-Stromer aussehen könnte, zeigte recht nah Studie "Vision AMG", die im vorigen Mai präsentiert wurde. Die Limousine dürfte den viertürigen GT beerben.


Vision AMG

Vision AMG Bildergalerie

Doch zuvor stehen andere Dinge auf dem Plan. Mitte 2023 rollt der neue C 63 zu den Händlern. Das Modell ist nicht nur in den Augen seiner Fans ein Bruch mit der Tradition, sondern auch aus Sicht von AMG. Die Mittelklasse-Limousine erlebt eine Kehrtwendung. Bislang bollerte ein V8 unter der Haube, grandios in Sound und Leistung, anfangs mit 6,3 Liter Hubraum, in letzter Ausprägung als 510 PS starker Vierliter-Biturbo. Genau das will sich AMG nicht mehr leisten, zumindest nicht in diesem Segment, wohlwissend, dass dieser Motor dann noch Ende des Jahrzehnts in der C-Klasse stecken würde – unpassend zur Nachhaltigkeitsstrategie.

Stattdessen entwickelten die Ingenieure ein Hochleistungs-Hybridsystem, bei dem der weltstärkste Serienvierzylinder (476 PS) mit einer 150 kW / 204 PS starken E-Maschine auf der Hinterachse kombiniert wird. Systemleistung: 680 PS und über 1.000 Newtonmeter an Drehmoment. Sprint von null auf 100 km/h in 3,4 Sekunden. Ob diese Zahlen die Achtzylinder-Gemeinde umstimmen kann, wird sich zeigen. Technikaffine Neukunden dürfte man damit aber gewiss locken. Der C 63 S E Performance, so die offizielle Bezeichnung, soll um die 100.000 Euro kosten.


Mercedes-AMG C 63 S E Performance (2022)

Mercedes-AMG C 63 S E Performance (2022) Bildergalerie

Das gleiche Hybrid-Prinzip – Fachleute sprechen von P3 – mit nahezu identischen Leistungswerten wird Ende 2023 der GLC C 63 erhalten. Auch hier: Goodbye, V8. Gleiches gilt für die Coupé-Variante des GLC, die im nächsten Jahr vorgestellt wird und als AMG-Ableger vermutlich 2024 kommt. Das Coupé-SUV gilt aus Mercedes-Sicht eher als Nischenmodell und erhält darum auch keinen P3-Hybrid, weil der hohe Aufwand an Technik plus die länderspezifischen Applikationen nicht lohnen. Dafür gibt es das AMG GLC Coupé immerhin als 43er-Version mit elektrischem Turbolader.


Mercedes-Benz GLC (2023)

Mercedes-Benz GLC (2023) Bildergalerie

Die wichtigste 2023-Neuheit von Mercedes markiert Ende März die E-Klasse (Baureihe 214). Bislang schlug in der AMG-E-63-Variante hier ebenfalls das Achtzylinder-Herz unter der Haube. Vorbei. Auch das Business-Segment erfährt eine AMG-spezifische Elektrifizierung, hier in milderer E-53-Form als P2-Layout (E-Maschine sitzt zwischen Verbrenner und Getriebe) in Kombination mit dem Dreiliter-Reihensechszylinder-Benziner plus elektrischem Turbo. Als E 63 dann in P3-Konstellation analog der C-Klasse. Gleiches dürfte in der neuen CLE-Klasse passieren. Sie soll 2024 die heutigen Coupés und Cabrios der C- und E-Klasse ablösen und ist größenmäßig zwischen ihnen positioniert.


Mercedes-AMG S 63 E-Performance (2023)

Mercedes-AMG S 63 E-Performance (2023) Bildergalerie

"Motorisch" beruhigen kann AMG zumindest seine GT-Kunden. Wenn Ende 2023 die zweite Generation des zweitürigen Sportcoupés vorgestellt wird – sie ist erneut unter AMG-Regie entstanden –, entweicht den Endrohren weiterhin ein dumpfes Grollen. Es gehört zum intern M 177 genannte Biturbo-V8. Ob es den GT später auch als P3-Performance-Hybrid geben wird, ist fraglich. Das 843 PS starke Power-Package aus V8 und E-Maschine zeigt sein Potenzial ja bereits im viertürigen AMG GT. Im Zweitürer könnten Gewichts- und Platzgründe das Nein bewirken.

Dafür wird genau dieses Paket im nächsten Sommer in der S-Klasse Einzug halten, allerdings in abgeschwächter Form. Der AMG S 63 E Performance mit serienmäßiger Luftfederung und elektrischer Wankstabilisierung kommt so auf eine Höchstleistung von 590 kW oder 802 PS. Rekord im Hause Mercedes. Keine Serien-S-Klasse war bislang potenter.

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