Der US-Autobauer Ford will zu den drei größten Herstellern der Branche, Toyota, Generals Motors (GM) und Volkswagen, aufschließen. Ziel sei es, die weltweiten Verkäufe auf rund acht Millionen Autos jährlich zu steigern, sagte Ford-Chef Alan Mulally der "Welt" (Montagausgabe) im Vorfeld der Internationalen Automobil-Ausstellung (IAA). "Ich denke, wir schaffen das innerhalb dieser Dekade." 2012 waren es rund 5,7 Millionen verkaufte Autos.
"Außerdem peilen wir eine Gewinnspanne von acht bis zehn Prozent an", sagte der Manager. Wie die meisten Hersteller erwartet auch Ford vor allem in Asien, in erster Linie in China eine weiter stark steigende Nachfrage. Auch für die weiteren Aussichten in den USA ist Mulally optimistisch.
Der Abwärtstrend auf dem europäischen Automarkt ist aus Sicht des Managers vielleicht bald zu Ende: "Es könnte sein, dass wir nahe der Talsohle sind", sagte Mulally auf der Elektronikmesse IFA in Berlin." Inzwischen seien die Autos auf den Straßen durchschnittlich acht bis zehn Jahre alt, das berge Chancen für die Hersteller. Ford werde in den nächsten Jahren zahlreiche neue Modelle auf den europäischen Markt bringen. Mulally warnte zugleich, die Hersteller hätten auf dem Kontinent noch immer Überkapazitäten.
Auf die Frage, ob Ford nach drei Werksschließungen in Großbritannien und Belgien weitere Einschnitte plane, sagte der Konzernchef: "Wir bei Ford haben sehr entschieden gehandelt, um unsere Produktion zu restrukturieren. Ich glaube, dass wir damit ungefähr richtig liegen."
Führend bei Vernetzung
Mulally präsentierte auf der IFA eine Studie des neuen Vans Ford S-Max. Das US-Unternehmen arbeitet daran, dass Autos untereinander Warnungen austauschen, etwa vor Geisterfahrern oder Hindernissen hinter einer Kurve. Gedacht ist auch an Sensoren, die den Herzschlag des Fahrers überwachen und im Notfall ärztliche Hilfe anfordern. "Ford will eines der führenden Unternehmen für Autos und für Technologie sein", sagte Mulally. (dpa)