Herr Dyson, wie war es für Sie, bei GWM erstmals ein eigenes Modell von Grund auf zu gestalten?
Das war eine spannende Aufgabe, weil wir wirklich ganz am Anfang begonnen haben. In enger Absprache mit GWM-Chairman Wei Jianjun. Gleichzeitig gab es die klare Vorgabe, die bestehende Designsprache weiterzuentwickeln – insbesondere ausgehend vom Ora 03. Man kann das mit der Entwicklung eines Golf vergleichen: kein radikaler Bruch, sondern eine kontinuierliche Evolution von Generation zu Generation. Genau diesen Ansatz haben wir verfolgt. In zwei Jahren haben wir es vom Entwurf auf die Straße geschafft.
Wird das Autodesign Ihrer Meinung nach künftig weniger aggressiv, um jüngere Generationen anzusprechen?
Das ist gut möglich. Viele aktuelle Entwürfe setzen stark auf Begriffe wie "sportlich" und "dynamisch" – das hört man inzwischen sehr oft. Vielleicht entsteht gerade deshalb ein Gegentrend. Ein Design, das bewusst ruhiger und weniger aggressiv ist, kann eine interessante Alternative sein. Für ausgeprägt sportliche Konzepte gibt es weiterhin Marken wie Porsche oder Ferrari. Aber nicht jedes Auto muss diesen Anspruch erfüllen.
Was war die gestalterische Leitidee beim Ora 5?
Im Mittelpunkt stand ein Gefühl von Ruhe und Ausgeglichenheit. Wenn man sich den Alltag im Straßenverkehr anschaut – Staus, dichte Autobahnen, viel Stress – dann kann ein Auto auch ein Rückzugsort sein. Wir wollten ein Fahrzeug schaffen, das Gelassenheit vermittelt, innen wie außen. Dazu passen auch nachhaltige Materialien, die wir verstärkt einsetzen. Es geht um eine entspannte, harmonische Gesamtwirkung.
Andrew Dyson ist Design Director bei GWM. Zuvor war er unter anderen bei BMW, Chrysler, Mini und Volkswagen tätig.