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GM: Kein Carplay oder Android Auto in künftigen E-Modellen

Chevrolet Blazer EV (2024)
Das erste Modell mit Fokus auf eigene Software wird bei GM der vollelektrische Chevrolet Blazer.
© Foto: Chevrolet

Viele Autofahrer greifen auf Apples Carplay oder Googles Android Auto zurück, um ihre Apps unterwegs zu nutzen. Die Autobauer verlieren damit zugleich eine wichtige Schnittstelle zum Kunden. GM will die Dienste in künftigen Elektroautos aussperren. Werden andere folgen?


Datum:
03.04.2023
Autor:
dpa
Lesezeit:
4 min
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Im langen Wettstreit zwischen Autobauern und Smartphone-Plattformen um die Displays im Fahrzeug plant General Motors einen radikalen Schnitt: Künftige Elektro-Modelle sollen Apples Carplay oder Googles Android Auto nicht mehr unterstützen.

Stattdessen will der US-Konzern mit Marken wie Cadillac, Chevrolet und Buick auf eine eigene Software-Plattform mit einer tiefgreifenden Verknüpfung zu Fahrzeugdaten setzen. Bei dem Schritt gehe es vor allem darum, den Betrieb von Elektroautos effizienter zu machen, erklärte GM am Freitag. "Das Fahrzeug kann mehr wissen als ein Telefon", sagte eine Sprecherin dem Technologie-Blog "The Verge".

Carplay und Android Auto sind für viele Nutzer ein willkommener Weg, die gewohnte App-Welt von ihren Smartphones auch im Fahrzeug zu nutzen. Das Telefon wird dafür per Kabel oder drahtlos angeschlossen und übernimmt den Bildschirm des Infotainment-Systems.

Die von den Herstellern entworfene Bedienung war lange schwerfällig und nicht zeitgemäß. Die Smartphone-Integration bot dagegen bei der Einführung vor rund knapp einem Jahrzehnt den Vorteil, dass Autofahrer ihre gewohnten Dienste unterwegs nahtlos weiternutzen konnten. Die Software läuft dabei auf den Smartphones, nicht im Bordcomputer.

Kampf um die "Schnittstelle zum Menschen"

Einige Branchenexperten argumentieren seit Jahren, dass es für die Autokonzerne auf lange Sicht schwer sein werde, den Kampf um die "Schnittstelle zum Menschen" zu gewinnen, weil die Leute ihre gewohnte Smartphone-Bedienung haben wollten. Das könnte für die Hersteller ein Problem werden, da sie einen immer größeren Teil ihres Geschäfts mit Erlösen aus digitalen Diensten erwirtschaften wollen.

Bei Elektroautos bekamen die Hersteller allerdings einen wichtigen Trumpf in die Hand: Für die Navigation muss die Reichweite korrekt berechnet werden – und die kann abhängig von Umgebungstemperatur, Reifendruck und anderen Faktoren deutlich unterschiedlich sein. Um eine Route inklusive möglicherweise nötiger Ladestopps zu berechnen, braucht man also Zugriff auf den Batteriestand und andere Daten aus dem Fahrzeug. Die Hersteller machen bisher keine Anstalten, die Fahrzeugdaten für Carplay oder Android Auto bereitzustellen.

Google hat zugleich mit seinem Betriebssystem Android einen Fuß in der Tür. Immer mehr Autobauer greifen auf eine neutrale Version von Android zurück als Basis für ihre eigenen Infotainment-Systeme zurück. Auch können Hersteller – wie zuletzt GM – Google-Dienste wie Karten, die App-Plattform oder den Sprachassistenten direkt einbinden. Apple stellte im vergangenen Jahr eine Carplay-Version vor, die auch das Instrumenten-Cluster samt Tempoanzeige übernehmen kann. Bisher ist aber unklar, ob Hersteller das nutzen werden. 

Angesichts der Beliebtheit von Carplay und Android Auto schreckten die großen Hersteller bisher davor zurück, die Smartphone-Dienste zu verbannen. Eine Ausnahme ist der Elektroauto-Hersteller Tesla, der schon immer nur auf die eigene Bedienung setzte. Zugleich bauen die Autobauer ihre Software-Angebote aus. So stellte Volkswagen jüngst einen App-Store für alle Konzernmarken vor. 

Bei GM wird das erste Modell mit Fokus auf eigene Software der vollelektrische Chevrolet Blazer, der im Sommer in den USA und Kanada auf den Markt kommen soll. Bei dem neuen System soll man die Smartphones via Bluetooth nur für Anrufe, das das Diktieren von Kurznachrichten und zur Musikwiedergabe einbinden können.

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