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IAA 2019: Wey will in die Welt

Wey will sich als globale Automarke etablieren.
© Foto: Mario Hommen/SP-X

Der Autokonzern Great Wall hat in nur drei Jahren in China mit Wey eine Nobeltochter etabliert. In zwei Jahren hofft man, auch in Europa zu reüssieren.


Datum:
17.09.2019
1 Kommentare

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Von Mario Hommen/SP-X

Auf der diesjährigen IAA (bis 22. September) präsentieren sich gleich mehrere chinesische Hersteller wieder einmal mit ehrgeizigen Expansionsplänen. Wie etwa die Marke Wey, die in Frankfurt neben ihrem Konzeptfahrzeug Wey-S als Weltpremiere auch Pläne zum Aufbau einer globalen Marke präsentiert.

Jack Wey, Chef des Great-Wall-Konzerns, will es mit seiner erst 2016 gegründeten Automarke den seit einigen Jahren global erfolgreichen Smartphone-Herstellern aus China nachmachen. In den vergangenen zwei Jahren ist es Wey in China gelungen, sich als Premium-Hersteller zu etablieren. 300.000 Fahrzeuge habe man bislang verkauft und Topwerte bei der Kundenzufriedenheit erlangt, sagt Wey. Im Angebot sind ausschließlich SUV-Modelle.

Die Marke hat nach eigenen Angaben global konkurrenzfähige Standards erreicht. Um in der internationalen Oberliga mitspielen zu können, haben die Chinesen unter anderem 2016 ein Entwicklungszentrum in Deutschland aufgebaut. Auch deshalb gibt sich der Firmenchef zuversichtlich, dass seine SUV nicht nur chinesischen, sondern ebenfalls europäischen Kunden gefallen werden. In zwei Jahren soll es soweit sein. Dann will man mit Neuauflagen der aktuellen Modelle VV5 und VV7 starten. Feine Materialien, modernes Innenraumdesign, neueste Infotainment- als auch zeitgemäße Sicherheitstechnik sind hier selbstverständlich. Das Außendesign ist gefällig, wenn auch etwas beliebig.


Wey X / Wey S (IAA 2019)

Bildergalerie

Wie die Studien Wey-S und Wey-X andeuten, dürften die Neuauflagen von VV5 und VV7 mit sportlicherem und stellenweise avantgardistischerem Styling mehr Eindruck machen. Spannend ist auch der Blick in den Innenraum des Wey-S, der farbenfroh und zugleich nobel eingerichtet wurde. Zukunftsweisend ist das fahrerzentrierte Cockpit mit seinen großen Displays, deren Bedienoberflächen unter anderem Social-Media-Funktionen wie WhatsApp integrieren. Vor allem als fahrende Smartphones sollen Wey-Modelle die Nutzer überzeugen. Die Marke soll dabei vom Vorsprung der Chinesen beim Ausbau der 5G-Mobilfunkttechnologie profitieren, die in den Heimatländern anderer global erfolgreicher Hersteller noch im Dornröschenschlaf verharrt.

Vom Mild-Hybrid bis zur Brennstoffzelle

Auch bei den Antrieben arbeitet Wey an der Zukunft. Bereits serienreif ist ein Plug-in-Hybrid-Antrieb. Dieser soll im kommenden VV7 in einer 48-Volt- sowie in einer Hochvolt-Variante zum Einsatz kommen. Letztere soll den VV7 in Kombination mit einer neunstufigen Automatik in weniger als sechs Sekunden auf Tempo 100 beschleunigen und 1,6 Liter auf 100 Kilometer verbrauchen. Zunächst ist geplant, die Modelle für Europa ausschließlich mit Hybridantrieb anzubieten.

Und der Wey-S zeigt, dass künftig auch mit rein batterieelektrischen Varianten zu rechnen ist. So verfügt die seriennahe Studie über einen E-Antrieb mit kobaltfreien Batterien für rund 500 Kilometer Reichweite. 2021 sollen die ersten Vollstromer von Wey in China anrollen. Ein Jahr später könnten diese auch nach Europa kommen. Darüber hinaus arbeiten die Chinesen an der Brennstoffzelle. Laut Jack Wey verfügt der Konzern bereits über das Know-how, diese Technik in Eigenregie zu entwickeln.

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KOMMENTARE


Autoverleih Endres GmbH

19.09.2019 - 13:34 Uhr

Wenn Wey alles das umsetzt, was angekündigt wurde, hat das Fabrikat eine gute Chance mit innovativen, bezahlbaren und umweltfreundlichen Modellen einen angemessenen Marktanteil zu erringen. Allerdings muss sich dieser Hersteller im klaren sein, dass eine flächendeckende Präsenz in Deutschland mindestens 30 Händler- und 80 Service-Stützpunkte erfordert und ein reiner Online-Vertrieb bei Modellen für die breite Öffentlichkeit nicht zielführend ist. Gerade bei neuen Fabrikaten stützt sich der Markterfolg auf das individuelle Vertriebs-Engagement und die Präsenz in der Fläche. Borgward, Quoros u.a. sind daran gescheitert.


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