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IAA Mobility 2021: Autobranche wertet Messe als Erfolg

Die erste Münchner IAA litt unter Ausstellermangel und erneuten Protesten. Der VDA sieht sie trotzdem als Erfolg.  
© Foto: picture alliance/dpa/Peter Kneffel

Eine Automesse, auf der man Wasserstoffautos und Lasten-E-Bikes als Besucher mitten in der Stadt selbst ausprobieren kann: Damit hat die IAA in München Neuland betreten. Daimler, BMW und die Veranstalter ziehen ein positives Fazit - auch wenn es Verbesserungspotenzial gibt.


Datum:
13.09.2021
Autor:
dpa
Lesezeit: 
5 min
1 Kommentare

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Die Premiere der neuen Automesse IAA Mobility in München ist von den Veranstaltern als großer Erfolg gewertet worden. Die Aussteller seien im Großen und Ganzen sehr zufrieden, und trotz der Pandemie seien in nur sechs Tagen über 400.000 Besucher gekommen - "eine deutliche Abstimmung mit den Füßen", sagte die Präsidentin des Branchenverbandes VDA, Hildegard Müller, zum Abschluss am Sonntag.

Befragungen zufolge fänden die meisten Aussteller und Besucher das neue Konzept gut, Autos und erstmals auch Fahrräder in der ganzen Stadt vorzuführen und nicht nur in Messehallen auszustellen. "Besonders positiv bewertet wurde die Mischung der Aussteller und die Möglichkeit, Neuheiten direkt testen zu können", teilten die Veranstalter mit. Fast 10.000 Menschen hätten Autos und Räder selbst ausprobiert. Das Angebot sei ausgebucht gewesen, sagte Müller.

Zwei Drittel der Besucher seien jünger als 40 Jahre. Es sei große Offenheit und Neugier für neue Antriebe und ganz praktische Fragen wie das Laden zu spüren gewesen, aber auch für Themen wie Digitalisierung oder autonomes Fahren, sagte die VDA-Präsidentin. An manchen Orten sei der Zugang wegen Überfüllung gebremst worden.


IAA Mobility 2021 - die Highlights

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"Grundkonzept wurde nicht infrage gestellt"

Auf der anderen Seite habe es aber auch "einige Nachfragen" gegeben, räumte Müller im Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur ein. "Die Frage, wie wir die Konferenz vernetzen und sichtbar machen können, nehmen wir auch nochmal mit." Per Streaming übertragene Gesprächsforen wurden mitunter nur von einem Dutzend Zuschauern verfolgt. In den Messehallen herrschte nach Einschätzung eines namhaften Unternehmens der Branche zeitweise "tote Hose". Müller sagte, vielleicht würden bei der nächsten IAA 2023 die Fahrrad- und E-Bike-Hersteller mit in die Hallen der Autobranche eingebunden: "Da mischen sich ja auch die Zulieferer, so dass man das vor Ort noch einmal ein bisschen besser machen kann." Mit allen Ausstellern würden vertiefte Feedback-Gespräche geführt. "Das Grundkonzept wurde aber nicht infrage gestellt."

Daimler-Chef Ola Källenius sagte: "Der Ansatz, die Messe in die Stadt hinein zu tragen, war absolut richtig." Die IAA in München sei "ein klares Signal für den Wandel der Branche: eine neue Messe, mit neuem Konzept, in einer neuen Stadt - und endlich auch wieder mit Gästen vor Ort".

IAA-Messerundgang mit Online-Redakteur Armin Wutzer

Viele gute Gespräche bei BMW

Auch BMW zeigte sich zufrieden: "Wir ziehen ein positives Fazit - die IAA Mobility war eine ideale Plattform, um sich über nachhaltige Mobilität auszutauschen." Man habe viele gute Gespräche geführt. Nur Autobahnblockaden und andere "destruktive Aktionen sind schade, aus unserer Sicht wenig sinnstiftend und verzerren das gute Gesamtbild".

Mehrere große Autokonzerne wie Toyota, General Motors oder die Opel-Mutter Stellantis waren nicht zur IAA dabei. Müller verwies auf die Corona-Beschränkungen und zeigte sich optimistisch, dass viele internationale Aussteller bei der nächsten IAA an Bord seien.

Sehr kritisch äußerte sich der Branchenexperte Ferdinand Dudenhöffer. Ohne ein völlig anderes Konzept "war das die letzte IAA", sagte er. Zulieferer hätten ihre Innovationen viel mehr Autobauern vor Ort zeigen wollen, und die Veranstaltungsflächen in der Stadt seien eher Anziehungspunkte für Rentner auf der Suche nach Abwechslung.


IAA Mobility 2021 - Impressionen

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KOMMENTARE


Thomas Lamperstorfer

13.09.2021 - 18:35 Uhr

Es war zu erwarten, dass sich der VDA den Misserfolg der IAA (die nur noch den Namen trägt) schön redet. Man sollte diese Messe zukünftig "Nationale Auto-Bike Ausstellung" nennen. Die Internationalität ist abhanden gekommen. Von Begeisterung zum Automobil keine Spur. Dazu noch dezentrale Aussteller. Das Außengelände mit dem Charme des Dorfcharakters. Die Luxusmarken waren bekanntermaßen nicht dabei. Die angegebene Besucherzahl von 400.000 ist maßlos übertrieben; das würde heißen über 65.000 pro Tag (auf 6 Tage gerechnet); die VDA eigene Zählweise ist ja bekannt. Alles in allem eine große Enttäuschung, die vorauszusehen war. Die Verantwortlichen werden dies natürlich nur hinter vorgehaltener Hand zugeben (müssen).


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