Kaufentscheidung: Autonome Fahrkompetenz wenig gefragt

03.06.2026 16:24 Uhr | Lesezeit: 2 min
Autonomes Fahren Ford
Fahren lassen statt selber fahren? Weltweit sind Interesse an der Selbstfahrtechnik und die Zahlungsbereitschaft der potenziellen Kundschaft gering.
© Foto: Ford

Milliarden fließen in Technik, doch die Kundschaft zögert: Für Level-5-Systeme klafft eine gewaltige Lücke zwischen Kosten und Zahlungsbereitschaft.

Vollautonomes Fahren bleibt für Autobauer ein teures Versprechen, das global betrachtet derzeit auf eine geringe Nachfrage und Investitionsbereitschaft Kundenseite trifft. Dies ist ein Ergebnis einer von Berylls by AlixPartners veröffentlichten internationalen Endkundenstudie, in deren Rahmen 8.000 potenzielle Autokäufer zu ihren Entscheidungskriterien befragt wurden.

An vollautomatisierten Fahrfunktionen interessierte Kunden gaben demnach weltweit an, für Fahrfunktionen auf Level 4 oder 5 im Schnitt bis zu 3.000 Euro Aufpreis zahlen zu wollen. Demgegenüber nennen die Autoren der Studie jedoch Systemkosten von rund 30.000 bis 40.000 Euro für Level-5-Technik pro Fahrzeug – die Zahlungsbereitschaft der Kunden wird damit deutlich übertroffen.

Ein weiterer Hemmschuh für einen Markthochlauf: Das Interesse an autonom fahrenden Autos fällt zumindest in westlichen Märkten gering aus. In Deutschland wären demnach lediglich rund zehn Prozent der Premiumkunden bereit, bis zu 3.000 Euro für entsprechende Systeme zu investieren, in den USA sind es sogar nur sieben Prozent. Die Mehrheit begnügt sich mit einfachen Assistenzfunktionen: 42 Prozent der Befragten halten Level-1-Systeme wie einen Abstandsregeltempomaten für ausreichend.

Deutlich größeres Interesse an hochautomatisierten Fahrfunktionen zeigen Kunden in China. Dort interessiert sich immerhin knapp ein Viertel der Autokäufer für hochautomatisiertes oder autonomes Fahren auf Level 4 oder 5. Für Hersteller ergibt sich laut Studienautoren jedoch ein Dilemma: Die regional sehr unterschiedliche Nachfrage erschwert die Skalierung der teuren Technologie erheblich und stellt die Wirtschaftlichkeit entsprechender Investitionen infrage.


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KOMMENTARE

Philipp

04.06.2026 - 11:26 Uhr

Vielleicht auch eine Frage des Alters der typischen Käufer, in China zum Beispiel deutlich jünger als hier. Für mich ist das eines der wichtigsten Kaufargumente. Habe momentan Level 2+ und das nächste Auto muss mehr bieten als das. Autos die das nicht können schau ich mir gar nicht erst an. Und dann gibt's die Leute die davon überfordert sind oder meinen es sei Gängelung, dass sie jetzt auch mal tatsächlich ihren Blinker verwenden sollen. Glaube vielen wird dadurch aufgezeigt wie schlecht sie selbst eigentlich fahren und schieben das dann gerne auf die Systeme.


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