Krise bei VW: "Wir schließen betriebsbedingte Kündigungen definitiv aus"

25.08.2026 08:22 Uhr | Lesezeit: 3 min
Daniela Cavallo, VW
Betriebsratschefin Daniela Cavallo
© Foto: picture alliance/dpa | Michael Matthey

Volkswagen steht vor weiteren Einschnitten. Vor wichtigen Betriebsversammlungen zieht Betriebsratschefin Daniela Cavallo rote Linien. Niedersachsens Ministerpräsident Lies mahnt den Vorstand.

Die Volkswagen-Betriebsratschefin Daniela Cavallo hat sich klar gegen Entlassungen und Werksschließungen bei VW ausgesprochen. "Wir schließen betriebsbedingte Kündigungen definitiv aus", sagte die Gesamt- und Konzernbetriebsratsvorsitzende am Montagabend nach einem Treffen mit dem niedersächsischen Ministerpräsidenten Olaf Lies (SPD) im VW-Nutzfahrzeugwerk Hannover. Auch Werksschließungen seien "für uns keine Option".

Cavallo: Arbeitnehmerseite erwartet "Vorwärtsstrategie"

Vor zusätzlichen Betriebsversammlungen an mehreren Standorten forderte Cavallo den Vorstand auf, den Beschäftigten seine Pläne zu erklären. Ein Zukunftsprogramm könne nicht allein aus Personalabbau, niedrigeren Arbeitskosten und infrage gestellten Standorten bestehen. Die Arbeitnehmerseite erwarte eine "Vorwärtsstrategie".

VW-Chef Oliver Blume hatte zuletzt einen zusätzlichen Abbau von rechnerisch rund 50.000 Stellen ins Gespräch gebracht. Für die Werke in Hannover, Emden, Zwickau und Neckarsulm gibt es nach Konzernangaben für die Zeit nach Auslaufen der derzeitigen Fahrzeugproduktion Anfang der 2030er Jahre bislang keine gesicherte Belegung.

Lies stellt sich hinter Mitbestimmung und VW-Gesetz

Lies forderte, gemeinsam Perspektiven für die Standorte zu entwickeln. "Hier geht es um ein bisschen mehr als nur um die Frage einer Rendite, eines Cashflows oder einer Dividende", sagte der Regierungschef. Die Sorgen der Beschäftigten und die Bedeutung der Werke für ganze Regionen müssten berücksichtigt werden.

Lies sprach sich auch dafür aus, Wachstumspotenziale vor allem im E-Mobilitätsmarkt zu nutzen. Zudem könne man Synergien zwischen den unterschiedlichen Marken des Konzerns verbessern. Man müsse sich fragen: "Haben wir vielleicht eine zu große Variabilität von verschiedenen Fahrzeugen, von Ausstattung?" Eine Möglichkeit sei auch die Produktion für die Rüstung, um phasenweise die Auslastung von Werken sicherzustellen.

Zugleich stellte sich Lies deutlich hinter Mitbestimmung und VW-Gesetz. Wer sich als Vorstand damit beschäftige, wie sich Mitbestimmung oder VW-Gesetz reduzieren ließen, sei "nicht auf der richtigen Spur unterwegs". Das VW-Gesetz sichert dem Land Niedersachsen als Großaktionär besonderen Einfluss auf Volkswagen und erschwert wichtige Entscheidungen des Unternehmens gegen den Willen des Landes und der Arbeitnehmervertreter.

Rückkehr des klassischen VW Transporter?

Hannovers Betriebsratschef Stavros Christidis brachte als Perspektive für das Werk die Rückkehr des klassischen Transporters ins Spiel. Dafür müsste die Kooperation mit Ford in diesem Segment beendet werden. Der derzeitige VW- Transporter wird gemeinsam mit Ford entwickelt und in der Türkei produziert.

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