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Marktöffnung: China senkt Einfuhrzölle für Autos

Die deutschen Autobauer könnten künftig von sinkenden Zöllen in China profitieren.

Als Zeichen der Öffnung will Peking es ausländischen Autoherstellern leichter machen, importierte Fahrzeuge zu verkaufen. Doch laut einer neuen Studie bleibt die deutsche Wirtschaft im Nachteil.


Datum:
22.05.2018
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Kurz vor der China-Reise von Kanzlerin Angela Merkel hat Peking angekündigt, Einfuhrzölle auf Autos zu senken. Trotzdem sehen Beobachter weiterhin große Hürden, bis für deutsche Firmen in der Volksrepublik faire Wettbewerbsbedingungen herrschen.

Das chinesische Finanzministerium teilte am Dienstag mit, die Zölle für importierte Autos sollten vom 1. Juli an von 25 Prozent auf 15 Prozent sinken. In einer Studie der Bertelsmann-Stiftung wurden Deutschland und die EU aufgefordert, sich entschlossener für bessere Marktbedingungen in China einzusetzen.

Handelspartner ermahnen China seit langem, für einen faireren Wettbewerb zu sorgen. Die Führung hatte die Senkung der Zölle schon auf dem Volkskongress im März angedeutet, aber zunächst keine weiteren Details genannt.

Auto-Aktien mit Kurszuwächsen

Der Schritt dürfte deutschen Firmen nun zum Teil helfen, ihre Modelle im Vergleich zur chinesischen Konkurrenz günstiger zu verkaufen. China ist der weltgrößte Automarkt und gerade für die deutschen Hersteller enorm wichtig. Aktien von Daimler, BMW und Volkswagen reagierten am Dienstag an der Börse mit Kurszuwächsen.

Bisher müssen Autobauer in China entweder gemeinsam mit einem chinesischen Partner ihre Fahrzeuge produzieren und den Gewinn dann teilen oder auf importierte Fahrzeuge hohe Zölle zahlen. Als weitere Erleichterung hatte Peking bereits im April angekündigt, dass internationale Autofirmen bald mehr als 50 Prozent an chinesischen Zweigstellen besitzen dürfen und nicht mehr zwangsweise Gemeinschaftsfirmen gründen müssen, um im Land mitmischen zu dürfen.

Volkswagen lieferte nach eigenen Angaben im vergangenen Jahr 4,18 Millionen Autos in China aus, von denen 189.000 Stück importiert wurden. Einen deutlich größeren Anteil an Importfahrzeugen gibt es bei BMW, wo von knapp 600.000 verkauften Autos im vergangenen Jahr etwa ein Drittel importiert wurde. Beide Hersteller teilten mit, die weitere Öffnung des chinesischen Marktes zu begrüßen.

"Es ist ein starkes Zeichen, dass China seinen Weg der Öffnung fortsetzt", sagte ein BMW-Sprecher, der davon ausging, dass sich der chinesische Markt nun noch dynamischer entwickeln werde. Der Verband der Automobilindustrie (VDA) bewertet die Ankündigung ebenfalls positiv. "Diese ist ein weiterer wichtiger Schritt für offene Märkte und ein Zeichen für eine Stärkung des internationalen Handels", sagte VDA-Präsident Bernhard Mattes.

Beobachter werteten die Senkung der Zölle auch als ein Zugeständnis Pekings im Handelsstreit mit den USA. "Durch die niedrigeren Zölle kann das Handelsbilanzdefizit mit anderen Ländern reduziert werden", sagte Cui Dongshu von der Vereinigung der chinesischen Pkw-Hersteller.

Derweil kritisierte die Bertelsmann-Stiftung in einer am Dienstag veröffentlichten Untersuchung, dass Investoren aus der Volksrepublik in Europa zwar freier Marktzugang geboten werde. Die chinesische Regierung schütze ihrerseits aber strategische Industrien bewusst vor ausländischem Zugriff.

Technologielücke schließen

Zwei Tage vor dem Besuch Merkels in Peking kommt die Analyse zu dem Ergebnis, dass mehr denn je Technologiefirmen das Ziel chinesischer Investoren sind. Von 175 Übernahmen oder Beteiligungen im Zeitraum von 2014 bis 2017 entfielen demnach 112 auf Branchen, die China mit seiner Strategie "Made in China 2025" besonders stark ausbauen will.

Der ehrgeizige Regierungsplan sieht vor, in vielen Sektoren mit massiven staatlichen Subventionen die Technologielücke zu westlichen Firmen zu schließen und selbst Weltmarktführer hervorzubringen. Bis 2049, zum 100. Geburtstag der Volksrepublik, soll das Land dann zu einer Industrie-Supermacht aufsteigen.

Die Liste der Beteiligungen oder Firmenübernahmen durch chinesische Investoren ist in den vergangenen Jahren stetig gewachsen. Besonders die Übernahme des Roboterherstellers Kuka sowie der Kauf von Anteilen an Daimler und der Deutschen Bank hatten für Aufsehen gesorgt. (dpa)

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