Porsche: Neue Rekorde fest im Blick

25.01.2008 17:10 Uhr
Porsche ist weiterhin auf Erfolgskurs.
© Foto: ddp / David Hecker

Die Umsätze des Herstellers in den ersten sechs Monaten seines laufenden Geschäftsjahres 2007/08 stiegen um 14 Prozent auf 3,5 Milliarden Euro. Weiterhin wurden rund 19 Prozent mehr Fahrzeuge abgesetzt.

Porsche steuert wieder auf ein Rekordjahr zu. In den ersten sechs Monaten seines laufenden Geschäftsjahres 2007/08 (31. Juli) hat Porsche neue Rekorde bei Umsatz und Absatz erreicht und zeigt sich zuversichtlich für das Gesamtjahr. In den Monaten August bis Januar werde der Umsatz vorläufigen Zahlen zufolge um gut 14 Prozent auf 3,5 Milliarden Euro steigen nach 3,07 Milliarden Euro ein Jahr zuvor, sagte Porsche-Chef Wendelin Wiedeking auf der Hauptversammlung in Stuttgart.Der Absatz werde mit 46.600 Fahrzeugen sogar fast 19 Prozent über Vorjahresniveau liegen. Angaben zum Gewinn gab es anders als in früheren Jahren zunächst nicht. Das Ergebnis für die ersten sechs Monate will Porsche erst mit dem endgültigen Halbjahresbericht im März vorlegen. Grund seien die noch ausstehenden Zahlen des Autobauers Volkswagen für das vierte Quartal, die in die eigenen Gewinnzahlen eingearbeitet werden sollen. "Auch das Halbjahresergebnis dürfte unseren optimistischen Erwartungen entsprechen", sagte Porsche-Chef Wendelin Wiedeking. "Wir liegen mit dem operativen Ergebnis unseres Fahrzeuggeschäfts gut im Plan und mit den Kurssicherungsgeschäften im Zusammenhang mit unserer langfristigen VW-Strategie sind wir ebenfalls gut unterwegs." "Herumzuckeln mit putzigen Kleinwagen aus Italien und Frankreich" Die Vorschläge der EU-Kommission zur Reduzierung des CO2-Ausstoßes kritisierte der Automanager als "ungeheuerlich" und einseitig. Denn sie schonten die südeuropäischen Automobilhersteller weitgehend und belasteten fast ausschließlich die deutschen Autobauer. Den deutschen Premiumherstellern würde bei der Verwirklichung kaum noch Luft zum Atmen gelassen. Die EU-Kommission hat vorgeschlagen, dass der CO2- Ausstoß bei europäischen Fahrzeugen ab 2012 nur noch 120 Gramm pro Kilometer betragen darf; die deutschen Hersteller liegen in der Regel darüber. "Allein das Herumzuckeln mit putzigen Kleinwagen aus Italien und Frankreich soll uns vor dem drohenden Untergang retten", sagte Wiedeking. Im Mitbestimmungsstreit mit dem VW-Betriebsrat gab sich der Porsche-Chef kämpferisch. "Niemand wird uns mehr daran hindern, die nächsten Schritte zu gehen, sofern wir es wollen - auch nicht der Konzernbetriebsrat von Volkswagen", sagte er. Der Klage der Wolfsburger, die am 13. August vor dem Arbeitsgericht in Ludwigsburg verhandelt wird, sehe er gelassen entgegen. Porsche-Kreise machten aber am Freitag deutlich, dass man eine Verhandlung möglichst vermeiden wolle. Es werde damit gerechnet, dass sich die Betriebsräte von Porsche und VW in den nächsten Tagen treffen, um eine Einigung zu erzielen. Der VW-Betriebsrat kritisiert die vorgesehene Mitbestimmungsregelung in der neuen Porsche Holding. Derzeit ist im Aufsichtsrat der Holding eine Arbeitnehmervertretung von je drei Porsche- und drei VW-Vertretern vorgesehen, wodurch sich die weit größere VW-Belegschaft benachteiligt sieht. Wiedeking kritisierte zugleich scharf das geplante neue VW-Gesetz. "Wir können im Vorgehen des Bundesjustizministeriums keinen Sinn erkennen", sagte er. Justizministerin Brigitte Zypries (SPD) hatte Mitte Januar angekündigt, in einem neuen VW-Gesetz an der Sperrminorität von 20 Prozent festhalten zu wollen und sie nicht wie in bei anderen Unternehmen auf 25 Prozent anzuheben. Das bisherige VW-Gesetz hatte der Europäische Gerichtshof (EuGH) im Oktober in zentralen Teilen für nicht mit EU-Recht vereinbar erklärt. "Sollte dieser Entwurf Gesetzeskraft erlangen, könnten wir mit elementaren Entscheidungen an Niedersachsen scheitern." Niedersachsen ist mit gut 20 Prozent zweitgrößter VW-Anteilseigner nach Porsche mit knapp 31 Prozent. Warum könne VW nicht ein normales Unternehmen wie BASF, BMW, Daimler oder Siemens sein, fragte Wiedeking.

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