Porsche-Streit: VW-Betriebsratschef schießt weiter scharf

17.03.2008 13:55 Uhr
VW-Betriebsratschef Osterloh wirft Porsche "Hedge-Fonds-Methoden" vor.
© Foto: ddp / Michael Latz

Im Machtkampf bei VW hat Betriebsratschef Bernd Osterloh erneut Großaktionär Porsche attackiert. In einem Zeitungsinterview unterstellte er dem Stuttgarter Sportwagenbauer "Hedge-Fonds-Methoden".

Im Machtkampf bei VW hat Betriebsratschef Bernd Osterloh erneut Großaktionär Porsche attackiert. "So wie Porsche agiert, dürfen weder Arbeitnehmervertreter noch Politiker dem Vorstand von Porsche vertrauen. Das sind Hedge-Fonds-Methoden", sagte Osterloh der "Hessisch/Niedersächsischen Allgemeinen" (Montag). Er warf Porsche-Chef Wendelin Wiedeking vor, eine Lösung im Mitbestimmungsstreit mit dem VW-Betriebsrat zu blockieren. Aus Sicht des VW-Betriebsrats geht die Mitbestimmungsvereinbarung der Porsche Holding, deren Teil VW nach einer Übernahme durch Porsche sein wird, zu Lasten der VW-Belegschaft. Osterloh sagte, Wiedeking müsse "über seinen Schatten" springen. Er kritisierte den Porsche-Chef außerdem erneut für dessen Widerstand gegen eine Anpassung des VW-Gesetzes an das Urteil des Europäischen Gerichtshofs. "Das VW-Gesetz schützt die Belegschaft von VW, damit wir nicht das gleiche erleben müssen, wie unsere Kollegen bei Nokia in Bochum. Deshalb wird es nie überflüssig sein." Wiedeking will das VW-Gesetz abschaffen. Porsche hält derzeit knapp 31 Prozent der VW-Anteile, hat aber bereits angekündigt, diese auf mehr als 50 Prozent aufzustocken. Der Betriebsrat sagte, derzeit fehle dem VW-Betriebsrat das Vertrauen in Wiedeking. "Es sind zwei Kulturen: Bei Volkswagen gibt es das Auto und den Menschen, andere haben das Thema Rendite und brauchen das Auto, um das Geld zur Bank zu fahren." Porsche unterschätze die komplexen Aufgaben in einem multinationalen Konzern. "Das ist gefährlich für VW und die Arbeitsplätze." (dpa)

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KOMMENTARE

Striker

17.03.2008 - 14:31 Uhr

Warum ausgerechnet nur die VW Mitarbeiter mit einem speziellen Gesetz "geschützt" werden müssen, aber alle anderen deutschen Arbeitnehmer nicht, ist und bleibt unklar. Herr Osterloh sollte endlich im echten Leben ankommen. Wenn sich jedes Unternehmen hier im land sein eigenes Gesetz machen läßt, ist die Bananenrepublik perfekt.


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