Neue Kooperation: Mercedes-Benz will Rüstungsgeschäft ausbauen

11.06.2026 12:27 Uhr | Lesezeit: 2 min
Mercedes-Stern
Mercedes sieht den Sicherheits- und Verteidigungsbereich als strategisches Entwicklungsfeld.
© Foto: Mercedes-Benz

Noch ist die Zusammenarbeit mit der Verteidigungsindustrie für Mercedes-Benz ein Nischengeschäft. Das Unternehmen sieht weiteres Potenzial. Wie der Autobauer auf die unberechenbare Weltlage reagiert.

Der Autobauer Mercedes-Benz sieht weiteres Potenzial für Spezialfahrzeuge im Sicherheits- und Verteidigungsbereich. Produktionsvorstand Michael Schiebe sagte laut Mitteilung in Stuttgart: "Der Anteil von Fahrzeugen und Fahrgestellen für Sicherheits-, Rettungs- und Verteidigungszwecke liegt aktuell noch unter einem Prozent unseres Gesamtabsatzes." Man sehe hier jedoch ein strategisches Entwicklungsfeld, das man aktiv und in Kooperation mit Partnern gestalten werde. Mercedes-Benz produziert seit über 45 Jahren entsprechende modifizierte Fahrzeuge. 

Das Unternehmen ist schon seit langem Lieferant der Bundeswehr. So ist die G-Klasse unter dem Fahrzeugnahmen «Wolf» im Einsatz. Es gibt davon über 50 verschiedene Versionen - vom Sanitätsfahrzeug bis hin zu Varianten für Spezialkräfte. Und der Lieferwagen Sprinter dient seit Jahren als Plattform für verschiedene Varianten im Bereich Verteidigung und Zivilschutz.

Kooperation mit Drohenhersteller vereinbart 

Der Autobauer hatte erst am Mittwoch eine Zusammenarbeit mit dem Drohnen-Start-up Tytan Technologies angekündigt. Beide Unternehmen unterzeichneten am Rande der Internationalen Luft- und Raumfahrtausstellung in Berlin eine entsprechende Absichtserklärung. Im Zentrum der Kooperation soll ein Drohnenabwehrsystem stehen, für das die Marke mit dem Stern die Trägerfahrzeuge bereitstellen soll.

Mercedes-Benz-Chef Ola Källenius hatte sich zuletzt offen für einen Ausbau des Rüstungsgeschäfts des Autobauers gezeigt. Dies müsse aber wirtschaftlich sinnvoll sein, sagte Källenius dem "Wall Street Journal" nach Angaben des Blattes. "Die Welt ist unberechenbarer geworden, und ich denke, es ist absolut klar, dass Europa sein Verteidigungsprofil stärken muss", sagte er. "Sollten wir dabei eine positive Rolle spielen können, wären wir dazu bereit."


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