Nach US-Kehrtwende bei E-Autos: Stellantis in roten Zahlen

06.02.2026 11:58 Uhr | Lesezeit: 3 min
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Stellantis ist in den USA in einen Strudel aus schwachen Verkäufen und sinkenden Preisen geraten und musste teuer gegensteuern.
© Foto: dpa | picture alliance / Hans Lucas | Jean-Marc Barrère

Auf dem wichtigen Markt Nordamerika hatte die Mutter von Opel, Chrysler und Fiat ohnehin Probleme. Dass US-Präsident Trump die E‑Auto‑Prämie streicht, erschwert die Lage.

Der Opel-Mutterkonzern Stellantis ist angesichts eines teuren Umbaus im vergangenen Jahr tief in die Verlustzone gerutscht und will keine Dividende zahlen. Das Zurücksetzen der US-Elektro-Strategie gehe einher mit einer Abschreibung von fast 22 Milliarden Euro, teilte das Unternehmen, zu dem auch die Marken Fiat und Chrysler gehören, in Amsterdam mit.

Knapp 15 Milliarden Euro davon entfallen auf die Umkehr bei Elektroautos auf dem wichtigen US Markt. Der Konzern streicht Modelle und rechnet wegen der von US Präsident Donald Trump aufgehobenen Elektroauto-Förderung sowie geänderter Abgasrichtlinien damit, mit den technischen Plattformen künftig wohl weniger Geld zu verdienen.

Aktie bricht ein

Nach dem Handelsauftakt verlor das Handelspapier in Paris zuletzt knapp ein Fünftel und fiel zeitweise auf ein Rekordtief. Bereits am Vortag hatte der Kurs fast sechs Prozent eingebüßt. Für die Kehrtwende werden über die kommenden Jahre auch Auszahlungen von Finanzmitteln in Höhe von 6,5 Milliarden Euro bei Stellantis fällig – dieses Jahr will das Management daher keine Dividende ausschütten. Zudem will sich das Unternehmen frisches Geld in Höhe von bis zu fünf Milliarden Euro über neue Anleihen besorgen, um die Bilanz zu stärken.

Probleme in den USA

Die Neuordnung der Strategie kommt für den Vielmarkenkonzern – darunter Fiat, Chrysler, Peugeot, Jeep, Alfa Romeo und Opel – mit seinem starken US-Standbein nicht unerwartet. Die großen US Rivalen Ford und General Motors hatten ihrerseits bereits Milliarden wegen des von der US-Regierung geänderten Elektroautokurses abgeschrieben.

Stellantis trifft es allerdings in einer kritischen Phase: Der Konzern war in den USA in einen Strudel aus schwachen Verkäufen und sinkenden Preisen geraten und musste teuer gegensteuern. Ex-Chef Carlos Tavares verlor darüber seinen Job. In Nordamerika erzielte Stellantis in der Regel den Löwenanteil seines Gewinns.

Erste Zeichen der Besserung

Der neue Chef Antonio Filosa sieht laut Mitteilung aber auch erste Anzeichen einer Erholung: Im zweiten Halbjahr 2025 seien die Verkäufe im Jahresvergleich um elf Prozent auf 2,8 Millionen Fahrzeuge gestiegen.


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