Toyota in Brüssel: Laster zum Laden

11.01.2026 10:28 Uhr | Lesezeit: 3 min
Toyota Hilux
Toyota legt den Hilux neu auf.
© Foto: Toyota

Mit der neuen Generation des Hilux traut sich Toyota seine Pick-up-Ikone in Europa auch als Stromer anzubieten. Damit nicht genug. Die Japaner planen sogar eine Brennstoffzellen-Version.

Toyota kennt man ja gemeinhin als Automobilmarke, bei der die Konzernlenker eher abwarten, anstatt vorzupreschen. Recht deutlich wird dies bei der Elektromobilität. Bis das japanische Unternehmen – immerhin größter Autobauer der Welt – hier endlich ein Batterie-Modell (BEV) präsentierte (Ende 2021), hatten viele andere Hersteller ihre Stromer längst an der Säule. 

Jetzt allerdings prescht Toyota vor. Auf der Automesse in Brüssel feiert der neue Hilux seine Europapremiere. Es ist die mittlerweile neunten Generation des beliebten (mehr als 27 Millionen Mal verkauft) wie robusten Pickups. Und sie wird es bei Markteinführung im Frühjahr erstmals auch mit vollelektrischem Antrieb geben.

Elektrische Pick-ups zählen in Deutschland und im europäischen Ausland noch zu den absoluten Ausnahmeerscheinungen. Und wenn einem einer dieser Stromlaster einmal begegnet, handelt es sich meist um privat importierte US-Modelle, wie beispielsweise der Ford F-150 Lightning oder der Chevrolet Silverado EV. In Amerika bietet General Motors zudem den Pick-up GMC Sierra EV sowie den Hummer EV als Stromer an, Rivian fährt mit dem R1T vor. Prominentester EV-Pick-up dürfte aber zweifellos der Cybertruck von Tesla sein. Dieser radikal gestylte Edelstahl-Truck erhält hierzulande jedoch aufgrund strenger Crash-Vorschriften keine Typenzulassung.

Toyota Hilux BEV mit maximal 240 Kilometern Reichweite 

Probleme, die Toyota natürlich nicht kennt. Zudem fährt der elektrische Hilux mit 5,32 Metern in einer kleineren Pick-up-Klasse, die besser zu den europäischen Verkehrsverhältnissen passt. Ausgerüstet ist die Stromer-Variante mit zwei E-Motoren, die zusammen 144 kW / 196 PS leisten. Wie bei den Verbrennern steckt auch unter der Doppelkabine der Elektroversion ein robuster Leiterrahmen – eine andere Karosserie bietet Toyota hier nicht mehr an. Er nimmt eine 59,2 kWh große Batterie auf, die dem Hilux-Fahrer eine Reichweite von maximal 240 Kilometer ermöglicht. Bezogen auf die typische Nutzung des Pick-ups (Baugewerbe, Land- Garten- und Forstwirtschaft) sollte dieser Aktionsradius mehr als ausreichend sein. 

Der schweren Batterie ist lediglich geschuldet, dass beim elektrischen Hilux Package-Nachteile in Kauf genommen werden müssen. Auf die Pritsche dürfen statt 1.000 nur 715 Kilogramm gepackt werden, ein Hänger darf anstelle 3,5 Tonnen maximal 1,6 Tonnen wiegen. Dafür bleibt die sogenannte Wattiefe (Wasserdurchfahrtshöhe) für alle Varianten gleich. 


Toyota Hilux BEV (2026)

Toyota Hilux HD Bildergalerie

Mit der Markteinführung des neuen Hilux hält Toyota weiterhin an seiner sogenannten Multipath-Philosophie fest, heißt, der Kunde hat mehrere Möglichkeiten, welche Art von Antrieb er wählen möchte. Beim Hilux stehen ihm sogar die meisten Optionen offen, verglichen mit allen anderen Modellen im Portfolio. Volumenmodell für Westeuropa ist klar der Hybrid-Diesel, dessen 2,8-Liter-Motor bereits 2025 im Vorgänger eingeführt wurde und im neuen Hilux ab dem Herbst 2026 zur Verfügung stehen soll. Die osteuropäischen Märkte bevorzugen dagegen die Version mit 2,7-Liter-Benziner. Allen Antriebsvarianten gemein ist der Allradantrieb und die erstmals elektrische Lenkung. Sie ermöglicht deutliche Fortschritte im Hinblick auf elektronische Assistenzsysteme

Brennstoffzellen-Version ab 2028

Mut verlangt allerdings eine weitere Antriebsoption für den Hilux, die Toyota zirka 2028 auf den Markt bringen will: die Brennstoffzelle. Zwar hat kein Hersteller eine längere Erfahrung (Limousine Mirai) mit der sauberen Wasserstofftechnik, doch was die Infrastruktur betrifft, sieht es nicht so fortschrittlich aus. Statt zu wachsen, schrumpft das Tankstellennetz.


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