VW-Betriebsratschefin Cavallo: "Aktionäre müssen Beitrag leisten"

21.09.2026 13:45 Uhr | Lesezeit: 3 min
Daniela Cavallo, VW
Betriebsratschefin Daniela Cavallo sprach im Wolfsburger Stammwerk vor Tausenden Beschäftigten, die per Sternmarsch in eine Halle im Zentrum des Werks gekommen waren.
© Foto: picture alliance/dpa | Michael Matthey

Volkswagen steht vor einem tiefgreifenden Umbau. Zehntausende Stellen fallen weg, und ein Ende ist nicht in Sicht. Betriebsratschefin Daniela Cavallo fordert nun auch von den Aktionären Verzicht.

 Angesichts der Krise bei Europas größtem Autobauer fordert VW-Betriebsratschefin Daniela Cavallo einen Beitrag der Anteilseigner. "Auch unsere Aktionärinnen und Aktionäre müssen ihren Teil zur Krisenbewältigung beisteuern. Dazu gehört, dass so viel Geld wie möglich im Unternehmen bleibt, um die teure Transformation zu finanzieren", sagte Cavallo laut Mitteilung bei einer Aktion im VW-Stammwerk in Wolfsburg. Sie dürften nicht nur in Richtung der Belegschaften schauen und dort Verzicht verlangen.

Nach Cavallos Darstellung können Großaktionäre derzeit aber nicht steuerfrei auf Teile der Gewinnausschüttung verzichten. "Man kann nämlich nicht auf Teile seiner Dividende verzichten und sie im Unternehmen lassen, weil dann trotzdem volle Steuern darauf anfallen", sagte Cavallo. Aus dem Verzicht würde sogar ein Negativgeschäft werden. Sie erwarte deshalb von der Politik, den "Weg freizumachen dafür, dass beim Verzicht auf Teile der Dividende keine Steuer anfällt". Das wäre "ein gutes, neues Instrument, das in diese Zeit passt".

Zehntausende Stellen bei VW bedroht

Cavallo sprach den Angaben nach im Stammwerk vor Tausenden Beschäftigten, die per Sternmarsch in eine Halle im Zentrum des Werks gekommen waren. Im Anschluss fand dort eine reguläre Betriebsversammlung statt. Volkswagen steht aktuell im Fokus der Branchenkrise: Neben dem bereits vereinbarten Abbau von 50.000 Stellen in Deutschland will der Konzernvorstand weitere 50.000 Jobs weltweit streichen. Außerdem ist die Zukunft der VW-Werke in Emden, Hannover und Zwickau sowie des Audi-Standorts Neckarsulm offen.

Die IG Metall hat am Montag zu Aktionen an bundesweit mehr als 200 Orten aufgerufen. Erwartet wurden über 100.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmer. Medien waren bei der Aktion auf dem VW-Werksgelände in Wolfsburg nicht zugelassen. Das hatte das Management um Konzernchef Oliver Blume nach Angaben von Betriebsrat und IG Metall in der vergangenen Woche verfügt.


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