Die Tiemeyer Gruppe baut ihre Führungsstruktur grundlegend um und leitet damit den Generationenwechsel im Familienunternehmen ein. Pauline und Fritz Tiemeyer übernehmen zentrale operative Verantwortungsbereiche. Gleichzeitig endet die Tätigkeit des bisherigen Vertriebsvorstands Dirk Reitzer. Die neue Organisation ist bereits zum 1. Oktober 2026 in Kraft getreten, wie der Mehrmarkenhändler am Dienstag in Bochum mitteilte.
Mit dem Umbau reagiert die Bochumer Handelsgruppe nach eigenen Angaben auf ihr Wachstum der vergangenen Jahre und die damit gestiegenen Anforderungen an die Organisation. Tiemeyer betreibt inzwischen 46 Standorte mit mehr als 2.100 Beschäftigten. Zum Markenportfolio gehören Volkswagen, Audi, Skoda, Seat, Cupra, Volkswagen Nutzfahrzeuge, Hyundai, Genesis, BYD und MG Motor.
Heinz-Dieter Tiemeyer führt Verwaltungsrat
Auf Ebene der Tiemeyer Holding SE wird das bisherige dualistische Leitungssystem durch eine monistische Führungsstruktur ersetzt. Heinz-Dieter Tiemeyer übernimmt den Vorsitz des Verwaltungsrats.
Das operative Geschäft verteilt sich künftig auf vier geschäftsführende Direktoren. Michael Evers bleibt für Finanzen verantwortlich, Torsten Rott für After Sales. Neu in der Führungsriege sind zwei Mitglieder der Unternehmerfamilie: Pauline Tiemeyer übernimmt als geschäftsführende Direktorin den Bereich Sales. Fritz Tiemeyer verantwortet als geschäftsführender Direktor Personal, Vertriebscontrolling, Zentraleinkauf und Künstliche Intelligenz (KI).
Mit der Neuordnung vollzieht Tiemeyer zugleich einen wichtigen Schritt beim Generationswechsel. Der bisherige Vertriebsvorstand Dirk Reitzer hat die Verantwortung für Sales übergeben und verlässt die Unternehmensgruppe.
Neun Vertriebsregionen
Damit rückt die nächste Generation in zentrale operative Führungspositionen. Zugleich organisiert Tiemeyer den Vertrieb neu: Unter Leitung von Pauline Tiemeyer werden die Standorte künftig in neun Regionen gegliedert. Jede Region erhält einen Regionalleiter bzw. Geschäftsführer.
Die strategische und zentrale Führung der einzelnen Marken bleibt dagegen regionsübergreifend bei den jeweiligen Markenverantwortlichen. Damit will das Unternehmen nach eigenen Angaben regionale Verantwortung mit einer einheitlichen Markensteuerung verbinden.
KI bekommt eigenen Platz in der Führung
Bemerkenswert an der neuen Aufgabenverteilung ist auch die organisatorische Aufwertung der Künstlichen Intelligenz. Das Thema wird als eigener Verantwortungsbereich auf Direktorenebene bei Fritz Tiemeyer angesiedelt.
Nach Angaben der Gruppe soll KI stärker für Innovation, Effizienz und die weitere Entwicklung des Unternehmens genutzt werden. Damit verankert der Autohändler das Technologiethema direkt in seinem obersten Management.
Tiemeyer will wieder expandieren
"Die neue Struktur soll Synergien innerhalb der Unternehmensgruppe stärken, die Zusammenarbeit intensivieren und gleichzeitig den individuellen Anforderungen der unterschiedlichen Standorte und Marken gerecht werden", hieß es. Zugleich soll der organisatorische Umbau die Grundlage für weiteres Wachstum schaffen. Nach der Neuordnung wolle man erneut auf Expansionskurs gehen und eine weitere Wachstumsphase vorantreiben, so die Verantwortlichen.