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Weltpremiere Seat Leon: Die spanische Verwandtschaft kommt

Die neue Generation des Seat Leon unterscheidet sich deutlich von ihrem Vorgänger.
© Foto: Seat

VW hat den Golf neu aufgelegt, Skoda bringt den nächsten Octavia – und nun zieht auch Seat nach: Die vierte Leon-Generation sieht schick aus, ist merklich gewachsen und darf sich fast nach Herzenslust am Konzern-Technikregal bedienen.

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Von Michael Gebhardt/SP-X

Ende Oktober 2019 präsentierte VW den Golf 8, nur wenige Wochen später hat Skoda mit dem neuen Octavia nachgezogen. Fehlen im Reigen der Volkswagen-Kompakten also noch der nächste Audi A3, und natürlich die vierte Ausgabe des Seat Leon: Während der Ingolstädter sich erst in Kürze der Öffentlichkeit zeigen wird, hat der Spanier jetzt schon im spanischen Stammwerk Martorell seine Hüllen fallen gelassen.

Die neue Generation des Kompakten unterscheidet sich deutlich von ihrem Vorgänger, doch war das Design durchaus vorhersehbar. Der neue Leon orientiert sich ganz klar an Seats großem SUV Tarraco und an der Studie Cupra Formentor, die die Spanier im Frühjahr 2019 auf dem Genfer Auto Salon gezeigt hatten. Von beiden übernimmt der Kompakte den markanten, sechseckigen Kühlergrill, die nochmals schärferen LED-Scheinwerfer und ein paar markante Linien an der Front. Hinten fällt vor allem das durchgezogene Hecklicht auf, mit dem Seat voll im Trend liegt – allerdings ist es nur in den teureren Ausstattungsversionen wirklich ein Leuchtenband, in der Basis verbindet ein einfacher Reflektor die beiden Rücklichter. Neu ist auch der Leon-Schriftzug unterhalb des Marken-Logos, der nun mit einer geschwungenen Schreibschrift gestaltet ist.

Mehr Platz durch längeren Radstand

Technische Basis für den Leon ist, wie bei seinen Geschwistern, der weiterentwickelte Modulare Querbaukasten ("MQB evo"), der den Ingenieuren allerdings ein paar Freiheiten lässt. Die haben die Spanier genutzt, und den Kompakten auf 4,37 Meter (plus neun Zentimeter) gestreckt; der gleichzeitig neu aufgelegte Kombi ST ist sogar noch ein bisschen mehr auf 4,64 Meter gewachsen. Vor allem aber hat Seat – wie auch Skoda – den Radstand auf 2,69 Meter verlängert. Damit liegt der Leon fünf Zentimeter über Golf-Niveau, was für spürbar mehr Platz sorgt. Mit 380 Litern Kofferraumvolumen ist der Leon bei voller Bestuhlung zwar gleichauf mit dem Wolfsburger, umgeklappt gehen mit 1.300 Liter aber über 60 Liter mehr rein. Und: Auch im Fond sitzt man im Seat deutlich gemütlicher.


Seat Leon (2021)

Bildergalerie

Das Cockpit dagegen ist auf den ersten Blick gar nicht so einfach vom Niedersächsischen Original zu unterscheiden: Kein Wunder, schließlich bedienen sich beide wieder am gleichen Technik-Regal. Auch für den Seat liegt dort ein (optionales) digitales Kombiinstrument bereit, und der am Armaturenbrett aufgesetzte, bis zu zehn Zoll große Infotainment-Touchscreen kommt ebenfalls mit Slider-Flächen daher, mit denen per Fingerwisch Temperatur und Lautstärke reguliert werden können. Während VW den Kunden allerdings noch ein paar Direktwahltasten für Navigation oder Assistenzsysteme gelassen hat, wurden beim Leon fast alle Schalter wegrationalisiert, dementsprechend aufgeräumt wirkt die Mittelkonsole. Erst recht, wenn man sich für eine Automatik-Version entscheidet und statt des Schalthebels auch bei den Spaniern nur noch einen kleinen Gangwahl-Stummel bekommt.

Was es für den Seat nicht gibt, ist ein Head-up-Display, der neue Sprachassistent wiederum hält auch im Leon Einzug. Aktiviert wird der smarte Helfer mit dem Stichwort "Hola hola!". Smart ist übrigens auch die Integration diverser Fahrassistenten in das Lichtkonzept: Totwinkel-Sensor oder der Ausstiegs-Assistent, der Alarm schlägt, wenn sich von hinten ein Fahrrad oder Auto nähert, signalisieren ihre Warnung über das in den Türen umlaufende Ambiente-Licht.  

Ziemlich breit aufgestellt ist Seat in Sachen Motoren, die natürlich ebenfalls weitgehend aus dem Golf bekannt sind. Die Drei- und Vierzylinder-Benziner reichen von 66 kW / 90 PS bis zum 2.0 TSI mit 140 kW / 190 PS – die stärkere Version gibt es bei VW aktuell nicht. Die Ausbaustufen mit 81 kW / 110 PS und 110 kW / 150 PS fahren in Kombination mit Automatik als 48-Volt-Mildhybrid vor. Dazu kommen ein 150 KW / 204 PS starker Plug-in-Hybrid mit 60 Kilometern Elektro-Reichweite, zwei Diesel mit 85 kW / 115 PS und 110 kW / 150 PS (den stärkeren gibt es im Kombi auch mit Allrad) sowie eine Erdgas-Variante. Und natürlich der Cupra Leon, der ein paar Monate nach dem Markstart im April 2020 kommen soll und wahrscheinlich wieder um die 221 kW / 300 PS leisten wird. Bleibt nur noch die Frage nach dem Preis: Den hält Seat aktuell noch unter Verschluss, doch dürfte der Spanier weiterhin ein bisschen günstiger sein als der Golf. Die Basis-Version wird also auch bei unter 20.000 Euro starten.

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KOMMENTARE


Renato

29.01.2020 - 16:48 Uhr

Ein wirklich schicker Kompaktwagen mit unverwechselbaren Designmerkmalen. Wohltuend anzusehen, statt Einheitsdesign a la Golf & Co. Leider aber eher für eine jüngere Zielgruppe. Alfa Romeo wird da immer mehr überflüssig.


Nordlicht

30.01.2020 - 09:05 Uhr

@Renato. "unverwechselbare Designmerkmale"? Hyundaigesicht und Audiheck würde ich sagen. Und die Sicken und Kanten gibt es so auch anderswo. Ein eigenständiges Design gibt es im VW-Konzern schon lange nicht mehr. Alles soll für die Masse gefällig wirken und ja nicht polarisieren - und so bleibt's halt langweilig!


Carajan

30.01.2020 - 09:40 Uhr

@ Renato: Ich würde mal sagen hübsches gefälliges Design für ein jüngeres Klientel, aber eigenständig ist eigentlich was anderes. Das Fahrzeug wird sich wahrscheinlich trotzdem gut verkaufen lassen. Ob sich jedoch ehemalige Alfa-Romeo-Fahrer angesprochen fühlen muss man abwarten. Aber viele Kunden hat Alfa in Deutschland eh nicht mehr.


F.C.

30.01.2020 - 15:35 Uhr

@ Renato, das kann nur jemand sein, der bei Seat arbeitet und Angst vor dem schönem Wettbewerber hat. @Nordlich stimme ich zu, Design langweilig und schon überall gesehen. Lieber ein Alfa, wenn ich mich entscheiden müsste, und kein PKW aus diesem langweiligen Konzern.


KW1904

30.01.2020 - 15:44 Uhr

@Nordlicht - stimme Ihnen zu. Das Ding könnte genauso gut aus Korea, Japan oder Frankreich kommen. Wenn da nicht der schöne geschwungene LEON Schriftzug drauf wäre - ansonsten wirklich langweilig.


N. Eutrum

30.01.2020 - 17:31 Uhr

So unterschiedlich sind die Geschmäcker - ich finde den neuen Leon sehr gelungen ! Topaktuelle Technik vom neuen Golf 8 dazu ungleich schickeres Design, eine breite Motorauswahl und ein Infotainment auf dem neusten Stand. Das alles zu voraussichtlich gewohnt fairen Preisen- ich wüsste keinen Hersteller, der derzeit ein attraktiveres Modell in dieser Klasse anbietet - und auch bei aller Wertschätzung & Liebe zu Alfa Romeo: FCA hat derzeit gar nicht die Möglichkeiten ( weder finanziell noch von der Technik her) ein vergleichbares Fahrzeug als längst überfälligen Guiletta -Nachfolger neben einem solchen Leon zu platzieren - und dieser Leon würde mit diesem Package den Italienern mehr als gut zu Gesicht stehen !


Renato

30.01.2020 - 19:18 Uhr

@Nordlicht, @F.C, @KW1904 : Also mal eins vorneweg, ich arbeite weder für Seat, noch für den Volkswagenkonzern. Und ich fahre auch kein Fahrzeug dieses Markenverbunds. Über Geschmack läßt sich bekanntlich streiten, aber Anleihen von irgendwelchen Designern wird man bei fast jedem PKW finden, das in der Masse produziert wird. Insofern bleibe ich bei meiner Aussage, das Auto ist mit Sicherheit weniger langweilig, als viele Kompaktwagen in seiner Klasse. Arrivederci!


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